16
«ALLE GESCHICHTEN DIE ZUM LESEN EINLADEN UND GELESEN WERDEN SOLLEN»
ERSTAUFLAGE
Das Journal ist unser Blog und bietet Informationen zu Ausstellern oder Stories die uns interessieren.

LIVE & WEAR

10.07.2018

«FÜR UNS IST ES WICHTIG, DASS EIN PRODUKT ALLTAGSTAUGLICH IST»

Weil man ohne Taschen letztlich nicht auskommen kann

Nachdem sie mit ihren Taschenentwürfen schon einige Zeit bei Pop-Up-Events aktiv gewesen waren, haben Michèle Chan und Sandra Haldi 2014 ihr Atelier S&R gegründet: Eine Designplattform, auf der sie weiterhin Taschen nach eigenem Design entwerfen, ihren Kundinnen aber auch eine ausgesuchte Kollektion anderer Labels bieten, die zu ihren eigenen Entwürfen passen. Dass beide eigentlich aus ganz anderen professionellen Kontexten stammen, erweist sich dabei keineswegs als Hindernis – ganz im Gegenteil.


Was ist Atelier S&R? Und was nicht? 
Atelier S&R steht für schlichtes, qualitativ hochwertiges Design. Uns geht es um Produkte für den Alltag, die zeitlos schön sind, langlebig und ohne viel Schnickschnack auskommen. 

Wer hatte die Idee dazu und wie ist er/sie darauf gekommen? 
Michèle Chan und Sandra Haldi. Beide verbindet die hohe Affinität zum Design und der Wunsch nach Individualität und Einzigartigkeit.

Bei Euch gibt es Eigenkreationen und Produkte anderer Labels. Wie passt das zusammen? Hat man mit eigenen Entwürfen denn nicht eigentlich den Anspruch, besser als alle anderen Anbieter zu sein? Und wieso überhaupt Taschen?
Eine ideale Ergänzung, wie wir finden – wir verstehen die anderen Labels und sind interessiert an ihren Produkten und Geschichten. Diese erzählen wir auch gerne unseren Kundinnen & Kunden. Uns gefällt die Vielfalt und es ist uns auch diese Offenheit gegenüber anderen Designerinnen und Designern wichtig.
Eine Tasche ist ein wunderbarer Alltagsgegenstand ;-) Weitere Produkte sind in Planung.


Wie sah der erste Schritt zur Verwirklichung Eurer Idee aus? Was war die grösste Hürde? Und was Euer schönster Erfolg bisher?
Nachdem wir gemeinsam während einiger Jahre Pop-Up-Design-Events organisiert hatten, haben wir uns 2014 dazu entschlossen, unsere angestammten Jobs und Berufe hinter uns zu lassen und uns auf das Wagnis Unternehmensgründung und -aufbau einzulassen. Dabei gibt es immer wieder Momente, die wichtige Entscheidungen fordern. Eine der grössten Herausforderungen war für uns, eine gute, verlässliche Produktion zu finden, die uns und unser Anliegen versteht und umzusetzen weiss. Unser schönster Erfolg bisher: Unsere Taschen an anderen Menschen in der Stadt zu sehen!

Wer gehört heute zum Kernteam?
Michèle Chan und Sandra Haldi.


Gestaltet ihr neben den Taschen auch andere Produkte?
Ja, „MeineMasche“ Beanies. In Planung sind auch Produkte im Keramikbereich und im Bereich Wohnen.

Wie läuft ein Gestaltungsprozess bei Euch ab? Wo fangt Ihr an, wenn Ihr ein neues Modell entwerft? Und wie lange dauert es, bis es fertig ist?
Oft hat jemand von uns eine Idee und bringt diese ein. Dann zeichnen & recherchieren wir und entwickeln die Idee weiter. Wir sprechen viel über die Funktionalität eines Produkts. Für uns ist es wichtig, dass ein Produkt alltagstauglich ist. Danach entsteht ein Prototyp, den wir wieder besprechen, ändern und erst, wenn wir beide einverstanden sind, gehen wir in die Produktion und lassen ein erstes Produktionsmuster erstellen.

Wieso braucht die Welt Euer Angebot? 
Weil es mehr durchdachte und sorgfältig gefertigte Alltagsgegenstände braucht, die in kleiner Stückzahl fair produziert werden.


Was nimmt Euch die meiste Arbeit ab?
Für die Zusammenarbeit nutzen wir verschiedene Online Tools, die es uns erleichtern, von fast überall zu arbeiten. 

Wie kommt ihr auf neue Ideen? Gibt’s da ein Ritual oder geschieht das von selbst? Was macht Ihr, wenn Ihr ideenmässig feststeckt? Gibt es eine Best Practice, wie Ihr dann wieder auf den richtigen Weg zurückfindet?
Inspirationen finden wir häufig im Alltag und auch auf Reisen. Oft hat jemand von uns eine Idee und bringt diese ein. Dann wägen wir ab, ob diese realisierbar wäre. Im Moment gehen uns die Ideen nicht aus. ;-)

Wie sieht Euer Arbeitsplatz aus?
Wir arbeiten flexibel von zu Hause, manchmal in einem gemütlichen Kaffee oder auch in einem Creative Hub. Wir führen eher ein Nomadinnen-Arbeitsleben.

Was sind Eure nächsten Projekte?
Die Criterion / neue Taschemodelle / unsere Keramik / ein nächster Pop-Up-Shop und weitere Design-Messen im Herbst.

Habt Ihr nebenbei noch andere Jobs?
Seit 2014 nicht mehr.

Welche 3 Sachen empfehlt Ihr Freunden bei Euch in der Region zu tun/essen/erleben/kaufen?
Den Botanischen Garten am Schanzengraben, den Dolderwald, die Apotheke für einen Kaffee, Café Boy für einen feinen Znacht.

Hört Ihr Musik beim Arbeiten? Was denn (Top 5 Playlist)?
Juliette Armanet, Angus and Julia Stone, Depeche Mode u.a.

Mehr von LIVE & WEAR

Der Kreislauf von Produktion und Konsum
Eine Lebensphilosophie für Sammlerinnen
Schwerter zu Webstühlen
Echte Feintäschnerei aus Italien
Fashion Revolution International: Für fairere und nachhaltigere Mode
Aus Nachfrage wird Angebot
Möbel nach Mass vom Schreiner. Online.
Immer wieder neu: Das Xilobis-Möbelsystem
Das perfekte Hemd
Sportswear – nachhaltig und designorientiert
Das zweite Leben des Zementsacks
Kleider, die die Zeit überdauern
Socken und Schleifen machen den Unterschied
Interdisziplinäres Textildesign
Charme mit Gebrauchswert
Das Möbelnetzwerk
Poetische Preziosen
Massivholzmöbel ohne Zwischenhandel
Otter Zurich
Nachhaltige Heimtextilien
Ethik küsst Ästhetik
Bei Walser Möbel fliegen die Späne
LOST & FOUND fand die Inspiration auf Reisen
Lebelang brennt Farben ein
Katrin Lucas baut auf ihre Erfahrung
CRIZ schneidert Lederunikate
VIU steht für demokratisches Design
Behütet in die Zukunft blicken!
Where Shadows Fall - Wo Licht und Schatten sich berühren
Hans Method macht Bio-Bikinis
Sapé bringt Freude ins Leben
Designhandwerk mit Liebe zum Detail
Simpelthen entwirft Mode für Puristen
Treger setzt auf Retro-Träger
Passgenau unterwegs mit Risch Shoes
This belebt mit THISMADE Räume
WerkDorf bändigt Naturleder
So natürlich hast du dich noch nie gebettet
Ledertaschen und Berner Lebensfreude
Darum trägt Mann Massanzug
Bei Leena macht der Webstuhl die Musik
Handwerk für den Fuss
Felbers Hüte sind ein Statement
Die Meister der Messer
flot hus lebt klare Formen
Poesie & Wagemut
Design aus Kolumbien
Verspielte Detailliebe
Meditation am Webstuhl
Gute Ideen im Blick
Kreise retten die Welt
Die Lederindustrie revolutionieren!
Kreisläufe sind gross in Mode!
Jeans wie eine zweite Haut
LIVE & WEAR
Der Kreislauf von Produktion und Konsum

Mit seinem Bekleidungslabel We are ZRCL setzt sich Kilian Wiget seit 2014 für eine Zukunft mit Zukunft ein. Hinter ZRCL verbirgt sich das englische „circle“, unter dem Kilian den natürlichen Kreislauf der Dinge versteht. Die T-Shirts und Hoodies von Circle werden aus zertifizierter Bio-Baumwolle hergestellt und mit Grafiken von Künstlern veredelt. Besonders beliebt sind seine Designs in der Skate- und Snowboardszene – gleichzeitig gehört ZRCL dort zu den Pionieren in Bezug auf nachhaltige und an ökologischen Gesichtspunkten orientierte Produktion.

LIVE & WEAR
Schwerter zu Webstühlen

Frieden durch Handwerk: Das ist die Idee hinter Protsaah, mit der Gründerin Saloni Shrestha Konfliktregionen in aller Welt befrieden möchte – und vor allem Kaschmir, der Region, in der sie während ihrer Kindheit ein paar wundervolle Jahre verbrachte. Indem sie mit der Vermarktung traditioneller Handwerksprodukte aus Kaschmir und anderen Regionen den dortigen Handwerkern ein stabiles Einkommen verschafft, sorgt sie gleichzeitig für die Motivation, das Handwerk zu erhalten – und sich den eigenen Lebensunterhalt mit eigener Leistung zu verdienen, anstatt zu marodieren, zu plündern und die eigene Heimat noch weiter in den Abgrund zu reissen.

LIVE & WEAR
Fashion Revolution International: Für fairere und nachhaltigere Mode

Seit drei Jahren gibt es den Schweizer Ableger von Fashion Revolution International – insgesamt hat die globale Bewegung bereits mehr als 2,5 Millionen Mitgliedern in über 100 Ländern. Alle eint ein gemeinsames Ziel: Zu erfahren und öffentlich zu machen, unter welchen Umständen die Modeindustrie unsere Kleidung produziert. Und über das dadurch aufgebaute Bewusststein einen Anstoss für eine Verbesserung der Verhältnisse zu geben – vor allem bei den Rohstoffproduzenten und den Arbeitern in den grossen Textilfabriken Asiens. Mitmachen kann jeder – sogar ganz einfach.