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25.06.2019

«Das Rad muss nicht neuerfunden werden, sondern wir kombinieren bewährte Lösungen mit neuen Techniken und modernem Design.»

Auferstandene Schneidemaschinen

Franziska Krüger und Jonas Heckel sind 2016 von Berlin nach Zürich gezogen und lernten unsere enorme Wertschätzung für handgefertigte Produkte kennen. Sie fingen an handbetriebene Vintage-Schneidemaschinen aufzuwerten, weil Jonas’ Mama so eine hatte und von ihm ein schönes Nussbaumbrett dafür montiert haben wollte. Et voilà – das Ergebnis für Mama war so gut, dass sich Jonas und Franziska in die Gründungsphase von Herzberg Manufaktur stürzten, wie Franziska erzählt.

Was ist Herzberg Manufaktur? In ein, zwei Sätzen...
Wir sind eine junge, kreative Holzdesign-Manufaktur aus Zürich mit ausgeprägtem Anspruch, so wenig Ressourcen wie möglich zu verbrauchen und Vintage-Klassiker aufzuwerten. Die Leidenschaft für die Verarbeitung natürlicher, lokaler Materialien sowie die Entwicklung von funktionalem und edlem Design ist der Antrieb unseres Schaffens.

Wer hatte die Idee dazu? Wie ist er/sie darauf gekommen und wieso?
Der Einfall eine Manufaktur zu gründen, ist uns gemeinsam gewachsen, als wir 2016 von Berlin nach Zürich gezogen sind und hierzulande eine enorme Wertschätzung für handgefertigte Produkte aus natürlichen Materialien beobachteten. Die Idee, handbetriebene Vintage-Schneidemaschinen aufzuwerten und mit neuen Holzbrettern zu veredeln, ist eigentlich wegen Jonas’ Mutter entstanden. Sie besitzt eine und hat Jonas, der Schreiner ist, gebeten, ein schönes Nussbaumbrett darunter zu montieren. Et voilà – vom Ergebnis waren wir so begeistert, dass wir gleich anfingen, alte Modelle zu sammeln und umzubauen.

Mit Mutters Brett fings an bis zu dieser Kollektion (2018)

Wie kommt ihr zu den alten Schneidemaschinen und wie zum Holz?
Die Vintage-Schneidemaschinen finden wir auf Flohmärkten, bei Antiquitätenhändlern und Online. Aber mittlerweile haben wir auch ein gutes Netzwerk aufgebaut. Früher standen ja solche Schätze quasi in jedem Haushalt. Wir müssen sie nur noch aus dem Dornröschenschlaf holen und zu neuem Glanz bringen. Die verschiedenen Holzarten – hauptsächlich Nuss-, Kirsch- und Apfelbaum – beziehen wir von lokalen Holzhändlern. 

Woher kommen eure Schneidemaschinen?
Die Schneidemaschinen, die wir vor allem suchen, sind erstaunlich hochwertig gefertigt, weisen kaum Rost auf und wurden vorwiegend zwischen den 50er- und 70er-Jahren in Deutschland und Dänemark produziert. Ihre Mechanik funktioniert einwandfrei, was uns zu denken geben sollte. Denn heutzutage werden ja leider viele Produkte mit einer geplanten Obsoleszenz gebaut und sind meistens qualitativ sehr enttäuschend.

Wie sah der erste Schritt zur Verwirklichung der Idee aus?
Der erste Schritt war der Umbau unserer Garage in eine eigene kleine Werkstatt, in der wir viele unserer Prototypen entwickelt und getestet haben. Der zweite war der Launch der Website und die Anmeldung an lokale Designmärkte, um zu sehen, wie unsere Produkte bei potenziellen Kunden ankommen. Das extrem positive Feedback hat uns so überrascht und motiviert, wir stürzten uns gleich in die Gründungsphase. 

Am Hirnen nach dem Umbau der Garage in die eigene, kleine Werkstatt.

Wer gehört heute zum Kernteam?
Unser Team ist noch sehr klein und besteht aus Jonas Heckel, dem gelernten Schreiner mit ausgesprochen ästhetischem Feingefühl für minimalistisches Design und grosser Enthusiast, der die neuen Produkte entwickelt. Dann ich, studiertes Kommunikationstalent und Projektmanagerin, zuständig für den Aufbau der Manufaktur, On- und Offline-Auftritte, und immer auf der Suche nach neuen Partnerschaften und treuen Kunden.

Jonas, der gelernte Schreiner mit ausgesprochen ästhetischem Feingefühl, und Franszika, the lovely business hustler.

Wieso braucht die Welt eure Produkte und Lösungen?
Wir sind der Meinung, dass die Welt wieder mehr lokales Handwerk und Qualität braucht, welche ihr Versprechen halten. Das Rad muss nicht neuerfunden, sondern wir kombinieren bewährte Lösungen mit neuen Techniken und modernem Design. Unser Ziel ist es bewusst lebende Menschen zu erreichen mit diesem gewissen Anspruch an Qualität, Funktionalität und Design. 

Wie kommt ihr auf neue Ideen, gibts da ein Ritual oder geschieht das von selbst?
Wir haben die besten Einfälle, wenn wir unterwegs sind und somit unsere Gedanken freier kreisen können. Zum Beispiel inspirierten uns die vielen Streetfood-Handwägen auf unserer Asienreise, sodass wir diese für die heimische Präsentation von Waren und/oder Lebensmitteln nachbauten. Manchmal kommt auch ein Marktkunde auf uns zu mit Wünschen, die wir ebenfalls versuchen in unserer Ideenwerkstatt miteinfliessen zu lassen. 

Wie sieht die kleine Werkstatt denn aus?
Wie unser Hauptarbeitsplatz – noch immer petit, aber in der wir viele Kleinserien fertigen und Neues ausprobieren. Jonas hat mittlerweile ein grosses Sammelsurium an praktischen Handmaschinen. Für grössere Arbeiten mieten wir uns in örtlichen Tischlereien ein. Wichtig ist natürlich auch noch mein kleines Fotostudio, um die neuesten Produkte ins schönste Licht zu setzen.

Das herzbergische Sammelsurium

Was sind eure nächsten Projekte?
Unser neues Projekt für dieses Jahr ist sehr spannend und wir stecken schon mitten in der Planung: Eine neue, handbetriebene Schneidemaschine für Brot und Bündnerfleisch aus recycelten Altmetall-Gussteilen. Als Hommage an das zeitlose Design von einst wollen wir uns an alte Modellen orientieren, jedoch unsere eigene Technik mit unserem unverkennbaren Stil einsetzen. Momentan arbeiten wir mit einem Ingenieur an einem 3D-Modell und bewerben uns für diverse Förderungsprogramme. 

Habt ihr nebenbei noch andere Jobs?
Jonas ist Freelancer und kann seine Projekte frei wählen. Für die Fixkosten habe ich mir eine flexible Teilzeitstelle gesucht, die ich aber gerne bis Ende Jahr aufgeben möchte, um mich voll und ganz unserer Manufaktur zu widmen. 

Welche 3 Dinge empfehlt ihr Freunden, die bei euch in der Region tun/essen/erleben/kaufen wollen?
Im Winter auf jeden Fall eine Schlitten-/Hüttentour im Zürich Oberland – abends noch ein Käsefondue für den perfekten Abschluss – das ist echt ein Gaudi! Für den städtischen Schlemmerschlendertag würde ich in die Markthalle des Viadukts und diverse Leckereien probieren. Im Sommer auf jeden Fall den obligatorischen Sprung in den Unteren Letten, dann Apéro mit Giselle Spritz in der Damm Bar und später der Besuch am Lethargy Festival in der Roten Fabrik.

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