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22.02.2019

Fotos: Patrick Schürmann

«Gerade frisches Gemüse wurde mein wichtiger Bezug zum Land, als ich in die Stadt zog.»

Aus dem Leben einer Gemüseberühmtheit

Esther Kern ist die Gemüseexpertin schlechthin. Die Food-Autorin und Journalistin gründete 2014 das Projekt «Leaf to Root», bei dem es darum geht, Gemüse vom Blatt bis zur Wurzel zu essen und somit möglichst wenig auf den Kompost zu werfen. Was als kleine Bewegung begann, ist heute bekannt als «Leaf to Root»-Philosophie und gehört weltweit zum guten Küchenton.

Wie bist du zum Essen gekommen?
Ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen und daher seit eh und je eng mit dem Essen verwurzelt. Gerade frisches Gemüse wurde mein wichtiger Bezug zum Land, als ich in die Stadt zog. Sprich, bei Essen geht es nicht nur um Nahrung, sondern auch ein Stück Natur einzufangen, die Jahreszeiten mitzuerleben, mit allen Sinnen etwas wahrzunehmen und zu entdecken. Diese Neugierde war sicher auch der Anstoss für die Aktion «Leaf to Root», die ich im Herbst 2014 ins Leben gerufen habe. Es geht dabei darum, Gemüse von Blatt bis Wurzel zu essen. Mittlerweile hat sich das, auch dank dem gleichnamigen Bestseller «Leaf to Root», den ich mit Fotograf Sylvan Müller und Koch Pascal Haag realisiert habe, als Trend etabliert. Ja, mehr als das: «Leaf to Root» ist schon daran, sich als Standard zu etablieren. 


Was hast du vorher gemacht?
Ein klares Vorher-Nachher gibt es nicht. Ich bin gelernte Journalistin, mit Stationen bei vielen grossen Zeitungen und Zeitschriften. Anfangs traf man mich in den Newsredaktionen von Blick, Berliner BZ oder 10 vor 10 an. Dann kamen Gesellschaftsredaktionen wie Münchner Abendzeitung, Sonntagszeitung, Annabelle, oder ein Online-Startup namens Skim.com. Irgendwann entschied ich, meine Kommunikations-Skills nur noch für das Thema Essen & Trinken einzusetzen. So landete ich irgendwann als Gastro-Kritikerin beim Züritipp/Tages-Anzeiger. Seit 2014 bin ich selbstständig und befasse ich mich fast ausschliesslich mit dem Thema Gemüse. Heute kann ich Geschichten über Gemüse und gutes Essen erzählen, die mir am Herzen liegen. Dass ich für meinen Blog leaf-to-root.com 2018 als drittbeste Food-Website an den Gourmand Awards in China ausgezeichnet wurde, war dann quasi das Tüpfelchen auf dem i – oder das Umami in meiner Arbeit.

Wie sieht dein Arbeitstag aus? Grob in Stichworten…
Mal gehe ich zum Bauern und schaue, was auf seinem Feld wächst. Dann probiere ich in der Küche ein neues Gemüse aus. Dann schreibe ich einen Artikel. Und wiederum halte ich einen Vortrag oder leite einen Workshop. Sprich: Geregelten Alltag gibt es bei mir kaum. Mein Alltag ist quasi ein bunter, saisonaler Gemüseeintopf.


Was ist dein erster Gedanken nach dem Aufstehen?
Bevor ich den fertig gedacht habe, ruft meist mein Sohn nach mir. Und dann rufe ich nach dem ersten Kaffee.

Was liebst du an deinem Beruf?
Ich kann sehr angewandt Journalismus betreiben, gärtnern, kochen, essen, und das alles für meinen Job. Ich lerne dabei immer wieder neue Menschen und neues Gemüse kennen und kann die Welt auf den Spuren von Spinatwurzel und Melonenschale erforschen. Ein Privileg! Das Know-how, das ich sammle, kann ich dank Blog und vieler, anderer Plattformen teilen und so hoffentlich meine Leserinnen inspirieren, selber kreativ zu werden mit Gemüse.

Welchen Herausforderungen begegnest du und wie?
In meinem Themengebiet als Gemüsescout stosse ich oft auf Gemüseteile in anderen Ländern. Da ich aber nicht vor Ort bin, weiss ich weder welche Gemüsesorte es ist, noch wie genau diese Gerichte zubereitet werden. Hier möchte ich in den nächsten Jahren ganz viel Feldforschung betreiben. Denn ich glaube, andere Kochkulturen können uns sehr dazu inspirieren, unsere Gemüseküche neu zu denken.


Was würdest du gerne anpacken, bist aber bis jetzt noch nicht dazu gekommen?
Mehr für meine eigenen Plattformen leaf-to-root.com und waskochen.ch schreiben. Da ich so viele Engagements habe, kommen diese Sachen manchmal etwas zu kurz. Aber ich hoffe, dass was ich schreibe, wenigstens Tiefe und Charakter hat.

Was antwortest du, wenn dich jemand abends fragt, was du den ganzen Tag gemacht hast?
Jeden Tag etwas Anderes. Mal, dass ich im Kämmerchen einen Artikel geschrieben habe. Dann, dass ich in München für einen «Leaf to Root»-Workshop engagiert war. Dann, dass ich mit dem chinesischen Staatskoch Spinatwurzeln kochen durfte. Und wiederum, dass mein Garten um essbare Gründüngung bereichert wurde. 

Was wirst du in zehn Jahren tun? Wo wirst du sein?
Hoffentlich immer noch viel auf dem Feld stehen, in der Erde buddeln, in der Küche experimentieren – und immer wieder mal vor dem weissen Blatt Papier sitzen. Die Faszination Gemüse hält noch viele Überraschungen bereit. Ich bin bereit, sie zu erforschen: von Blatt bis Wurzel und von Blüte bis Samen.

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