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WEAR & CARE

26.03.2019

«Nach einer Auszeit und Pilgerreise bekam ich die Chance, bei und mit Changemaker meinen Weg in die Nachhaltigkeit zu finden.»

Changemaker Bewegung

Ethik küsst Ästhetik. Der Slogan ist bei Changemaker Programm: Ein ambitioniertes Concept Store-Konzept mit schweizweit acht Läden und einem einzigartigen Sortiment. Dieses widerspiegelt Zeitgeist, Qualität und das Bewusstsein für einen sorgsamen Umgang mit Umwelt und Ressourcen. Geschäftsführer Erich Geisser interessiert sich für die Geschichten und Ideen seiner Produzentinnen und Lieferanten, die alle zu einem Teil von Changemaker werden und so für den Wandel der Konsumgesellschaft von Innen heraus stehen.

Was wolltest du als Kind werden? 
Ganz ehrlich? Ich habe absolut keine Idee mehr, was ich als Kind werden wollte. Es interessierte mich dazumal einfach nicht. Aber ganz sicher waren es nicht die üblichen Bubenträume wie Lokführer oder Pilot. Ich hoffe, dies wirft jetzt nicht ein allzu schlechtes Bild auf mich.

Wie bist du zum Changemaker gekommen? Was hast du vorher gemacht?
Dies war ein ganz bewusster Wechsel. Im Alter von 35 Jahren habe ich mich entschieden, mit 50 etwas Sinnvolleres in meinem Leben zu machen. Und so verliess ich exakt zum 50sten meine Tätigkeit als Big Boss. Nach einer Auszeit und Pilgerreise bekam ich die Chance, bei und mit Changemaker meinen Weg in die Nachhaltigkeit zu finden. Die Arbeit unterscheidet sich enorm von meiner früheren Tätigkeit.

Wie sieht dein Arbeitstag aus? Grob in Stichworten…
Och, sehr unterschiedlich. Mit unseren acht Shops und vor allem auch unseren Lieferanten aus aller Welt gleicht kein Tag dem anderen. Leider aber bin ich dennoch zu viel am PC und versuche, möglichst viel Zeit in den Shops zu verbringen.

Was liebst du an deiner Arbeit?
Bei Changemaker hat jedes Produkt seine Geschichte und sie sind toll zum Erzählen, weil man die Menschen hinter unseren Produkten entdeckt – das ist das absolut Schönste bei meiner Tätigkeit. Es ist so spannend und eine grosse Ehre mit solchen Persönlichkeiten, die sich mit Vision und Herzblut für ihre Sache einsetzen, zusammenarbeiten zu können. Vielfach sind es Projekte in fernen Ländern wie zum Beispiel Nepal, die mit dem Verkauf ihrer Produkte bei Changemaker ihre Arbeit und ihre Projekte finanzieren können und so für eine bessere Welt einstehen.

Erich Geisser

Welchen Herausforderungen begegnest du und wie?
Nachhaltigkeit ist zu einem Schlagwort geworden und jede Firma behauptet, nachhaltig zu sein. Aber ganz viel ist Schall und Rauch oder Marketing. Unsere Aufgabe ist es, nicht diese Marketingfirmen zu finden, sondern die wunderschönen Firmen und Produkte, die ihrer Arbeit aus innerem Antrieb für das Gute machen.

Was ist dein erster Gedanken am Morgen nach dem Aufstehen?
Ganz ehrlich? Erster Griff zum Handy und checken, wie der Umsatz in den acht Shops war, weil wir die Umsatzzahlen aller Shops immer um Mitternacht zugespielt kriegen. Ich weiss, dies ist vielleicht nicht der idealste Start in den Tag, aber zum Glück lieben unsere Konsumentinnen und Konsumenten unser Konzept und bescheren uns meist besseren Umsatz als im Vorjahr. Somit ist zumindest für einen guten Start in den Tag gesorgt.

Was antwortest du, wenn dich jemand abends fragt, was du den ganzen Tag gemacht hast?
Hängt vermutlich sehr davon ab, wer fragt. Auf jeden Fall möchte ich vermeiden, die Antwort auf diese Frage nicht zu wissen.

Blick in den Changemaker Shop Zürich

Was fällt dir zu «Work-Life-Balance» ein?
Sobald ich mir die Frage zum Thema Work-Life-Balance stelle, ist irgendwas schiefgelaufen. Die tägliche Tätigkeit sollte diesen Aspekt bereits beinhalten. Wenn es nur Beruf ist und in keinster Form Berufung, dann stellt sich die Frage nach dem richtigen Ausgleich. Wenn jedoch Beruf Teil der Berufung ist, dann kann der Stress noch so gross sein, man fühlt sich balanciert. Ich erlebe in meiner Arbeit immer wieder Lieferanten, die genau dieser Berufung nachgehen und mich dabei sehr inspirieren.

Wie verbesserst du die Welt?
Ich möchte die Welt nicht verändern – den Anspruch habe ich nicht und würde dem auch nie gerecht werden können. Ich versuche aber, mich in meinem Tun, meinen Worten und meinem Denken zu verbessern oder zumindest bewusster zu werden. Diese Aufgabe genügt mir bereits vollends.

Wie oder was würdest du ändern, wenn du könntest?
Es gibt immer noch sehr viele Menschen, die tagtäglich ohne Reflektion in den Tag leben. Ich wünsche mir, dass all jene wenigstens für einen klitzekleinen Augenblick die Welt mit anderen Augen betrachten und so zu eigenen Changemakern werden könnten. Denn unsere Welt ist voll von visionären Projekten und liebevollen Menschen, die es verdienen, gesehen und idealerweise unterstützt zu werden.

Wo und was wirst du in zehn Jahren tun?
Keine Ahnung. Diese Frage konnte ich mit 20 bestens beantworten und auch mit 40. Seit ich 50 bin, stelle ich mir diese Frage nicht mehr – sie ist für mich irrrelevant geworden.

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