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LIVE & WEAR

21.08.2018

«DAS SCHWIERIGSTE IST DER PROZESS, DER IM KOPF PASSIERT, NACHER GEHT’S GANZ SCHNELL»

Kleider, die die Zeit überdauern

Claudia Nabholz ist ein Multitalent: Nicht nur ihr eigenes Modelabel betreibt sie, sondern wie nebenbei auch noch ein Café, eine Pension und eine Boutique. Bei ihren eigenen Kollektionen stehen vor allem geometrische Muster im Vordergrund, die sie mit verschiedenen Stoffen und Materialien kombiniert – die Prints dafür entwirft und druckt sie selbst. Produziert wird von einem lokalen Hersteller – so braucht sie zumindest nicht mehr alles selbst zu nähen.


Was ist Claudia Nabholz? Und was nicht? In ein, zwei Sätzen? Du kombinierst verschiedene Stoffe und Materialien mit geometrischen Mustern. Ist das so einfach, wie es klingt?
Claudia Nabholz ist ein Label, welches getragen werden möchte und Freude bereiten soll.  Es ist kein Label, das Fast-Fashion macht, sondern Kleider, die die Zeit überdauern.
Für mich ist es ziemlich einfach weil diese Schnitte sehr intuitiv entstehen.

Wie bist Du darauf gekommen, das zu machen, was Du jetzt machst. Und was hast Du davor gemacht? 
Zuerst den Master in Wirtschaftspsychologie, dann ein Café eröffnet inkl. Boutique und Pension und dann das Ganze ergänzt durch mein eigenes Label. Mode faszinierte mich schon immer und irgendwann habe ich mich getraut, meine Leidenschaft zum Beruf zu machen.

Wieso ein Modelabel? Und wie definierst Du Zeitlosigkeit und Nachhaltigkeit in Bezug auf Mode? Was ist authentisch, was ist individuell? 
Modelabel, weil ich Mode liebe und möglichst vielen Menschen mit meinen Kleidern ein Lachen aufs Gesicht zaubern möchte. Zeitlos bedeutet mehr als nur eine Saison tragbar, einerseits in Qualität und Stil nachhaltig, da fair produziert und keine Massenware, sondern Kleinserien.


Wie sah der erste Schritt zur Verwirklichung Deiner Idee aus? Und was war das grösste Hindernis auf Deinem bisherigen Weg?
Ich habe zwei Kollektionen in Unmengen von Stunden in meinem Atelier selbst genäht, Tag und Nacht. Das war der erste Schritt. Am schwierigsten bisher war: Ich musste dieses Jahr zwei Kollektionen auf einmal produzieren (Frühling/Sommer18 und Herbst/Winter18), und das muss zuerst auch noch finanziert werden.

Wer gehört heute zum Kernteam?
Ich, ich und ich (ich mache so ziemlich alles von den Schnitten über Fotos bis hin zu Lookbook und Homepage, etc. etc.). Aber ich arbeite sehr nahe mit der Produktionsstätte zusammen.

Gestaltest Du auch andere Produkte?
Ja, ich mache noch kleine Accessoires wie die „Wünsch dir Was“-Armbänder.

Wie läuft ein Gestaltungsprozess bei Dir ab? Was ist vor Deinem inneren Auge zuerst da: Das Material, das Muster oder das fertige Teil? Und welche Phase bei der Gestaltung ist meist die schwierigste?
Ich suche den Stoff zuerst aus oder gestalte selber ein Print. Dann entstehen in meinem Kopf die Designs. Dann bring ich’s schnell auf’s Blatt. Das schwierigste ist der Prozess, der im Kopf passiert, nacher geht’s ganz schnell.


Wieso braucht die Welt Deinen Stil und Deine Entwürfe? 
Hmmm, weil ich einfach nichts mehr anderes machen möchte:)

Was nimmt Dir die meiste Arbeit ab? (Tool, Arbeitsweise, etc.)
Die tolle und gute Zusammenarbeit mit meiner Produktionsstätte 

Wie kommst Du auf neue Ideen? Für einzelne Teile oder für ganze Kollektionen Gibts da ein Ritual, geschieht das von selbst, kannst Du Dich an Vorbildern oder Einflüssen von aussen orientieren?
Ich lasse mich hauptsächlich von den Stoffen inspirieren, aber natürlich auch von Trends. Ich liebe Streetstyle-Fotos von stylischen Personen. Das spielt unterschwellig dann sicher auch mit.


Was sind Deine nächsten Projekte?
Ich möchte mein Label noch weiterentwickeln. Sonst bin ich gerade zufrieden mit meinem Café, etc. (bin auch noch Mami geworden, daher ist gerade schon genug Neues und Spannendes los).

Hast Du nebenbei noch einen anderen Job?
Café, Boutique, Pension, Label.

Welche 3 Sachen empfiehlst Du Freunden bei euch in der Region zu tun/essen/erleben/kaufen?
Ich liebe die Markthalle in den Viaduktbögen, kann man wunderbar regionales Gemüse, Käse etc einkaufen. Mein Café in Baden natürlich, die Frau Meise. Und im Sommer in die Limmat zu springen beim Oberen Letten.

Hörst Du Musik beim Arbeiten? Was denn (Top 5 Playlist)?
Jaaaaa, immer!
Bon Iver
Ben Howard
José Gonzales
die Band meines Mannes Me, Valentin and You
Andy Shauf

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