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WEAR & CARE

29.04.2019

«Die Modeindustrie in ihrem momentanen Zustand ist ein umweltschädliches, würdeloses Ungetüm, das den Markt mit saisonalen Billigstprodukten überflutet. »

Common Sense und Intuition

Christian Gehrig malt Dinge aus dem Kopf und fertigt sie von Hand an, ohne eine Lieblingsfarbe zu haben. In seinem Atelier in Bern designt, produziert und verkauft er Taschen, Portemonnaies, Etuis, Rucksäcke – und bald auch biologisch abbaubare Schuhe – in handgefertigten Kleinstserien. Alles aus natürlichen Materialien und fairen Quellen. Aber das Herzrasen seiner Kunden ist nicht immer seinen Kreationen zuzuschreiben, sondern manchmal offeriert er statt Tee, Kaffee und lässt ihn zu lange in der French Press stehen. Was es sonst noch zu c. gehrig zu sagen gibt, erzählt er uns selbst.

Wie bist du auf c. gehrig gekommen und wieso?
Ich mag nicht angestellt sein und Studieren empfand ich als langweilig. Ich wollte selber etwas aufbauen, das mich manuell und intellektuell fordert. So im Sinne von Schnittstelle zwischen Hand, Hirn und Umwelt.

Wie sah der erste Schritt zur Verwirklichung aus?
Ich kann mich nicht auf einen einzelnen Schritt oder einen isolierten Moment in der Vergangenheit reduzieren. Es hat sich nadisna so entwickelt.

Wer gehört heute zum Kernteam?
Das ist meine Wenigkeit. Ich geniesse die Freiheit sehr, die das selbstständige Soloarbeiten mit sich bringt und hätte momentan auch noch kein Budget für Angestellte. Bin der Idee aber nicht abgeneigt für die Zukunft

Das Gesicht zu c. gehrig

Wieso braucht die Welt deine Produkte und Lösungen?
Die Modeindustrie in ihrem momentanen Zustand ist ein umweltschädliches, würdeloses Ungetüm, das den Markt mit saisonalen Billigstprodukten überflutet. Ich lege sehr grossen Wert auf die Umweltverträglichkeit und biologische Abbaubarkeit meiner Rohstoffe, die ich dann selber zu nützlichen, haltbaren und stillen Dingen verarbeite. 

Welche Tools, Arbeitsweise nimmt dir die meiste Arbeit ab?
Common Sense und Intuition. 

Wie kommt du auf neue Ideen, gibts da ein Ritual oder geschieht das von selbst?
Das passiert von selbst, aber oft in den unpassendsten Momenten wie beim Aufn-Zug-rennen oder während eines Telefonats. Ich fertige Produkte, welche oft fernab von der ursprünglichen Idee sind. Die Entwicklung passiert organisch und jede Produktegeneration ist etwas anders als die vorangegangene.

Wie sieht dein Arbeitsplatz aus?
Meist ziemlich aufgeräumt. Ich mag es nicht, Sachen suchen zu müssen. Oft liegen aber halbfertige Versuche und Prototypen rum.

Ordnung macht den Meister: c. gehrigs Atelier

Was sind deine nächsten Projekte?
Zu viele und zu wenig Zeit! Traumprojekte: Biologisch abbaubare Sneakers und strahlenblockierende Tech-Sleeves. Was mich aber momentan beschäftigt: 1. ein Rucksack komplett aus Biobaumwolle, den ich in Natura herstelle und erst als fertiges Produkt färben und veredeln kann. 2. ein neuer Werkstoff, den ich zusammen mit einem Papierschöpfer entwickle. Der Werkstoff besteht aus Leinenpapier und Baumwolltüll, welche in der Produktion miteinander verschmelzen und ein sehr reissfestes Material ergeben, das sich aus Abfallstoffen herstellen und wie Leder verarbeiten lässt.

Hast du nebenbei noch andere Jobs?
Nicht mehr.

Roll-top Rucksack mit Seitenfächer aus naturgegerbtem Leder

Welche 3 Dinge empfiehlst du Freunden, die bei dir in der Region tun/essen/erleben/kaufen wollen?
In Bern? Ich empfehle einen Besuch in meinem Atelier, ich habe Tee. Oder den Gurten und das Lorraine Quartier inklusive Aare.

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