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26.06.2018

«WIR GLAUBEN AN DIE EINZIGARTIGKEIT VON PRODUKTEN AUS KLEINRÄUMIGER UND ÖKOLOGISCHER LANDWIRTSCHAFT»

Lebensmittel direkt vom Erzeuger

Crowd Container bringt Erzeuger und Konsumenten in direkten Kontakt zueinander: Die Plattform sammelt Lebensmittelbestellungen zu einem vorher definierten Angebot – und so lange, bis sich mit den Bestellungen ein ganzer Container füllen lässt. Dann gehen frische und nachhaltig angebaute Lebensmittel aus Indien oder Peru auf die Reise in die Schweiz – mit klarer und denkbar kurzer Lieferkette, fairem Lohn für die Erzeuger und dem guten Gefühl, genau zu wissen, woher das eigene Essen kommt.


Was ist Crowd Container? In ein, zwei Sätzen.
Crowd Container ist eine Plattform, die KleinbäuerInnen und KonsumentInnen über weite Distanzen hinweg zusammenbringt. Wir ermöglichen direkten Handel von charaktervollen Lebensmitteln und setzen dabei auf Transparenz in der Wertschöpfungskette, ökologische Produktion und direkten Austausch zwischen ProduzentInnen im Süden und KonsumentInnen im Norden (bislang in der Schweiz).

Wer hatte die Idee dazu und wie ist er/sie darauf gekommen?
Tobias kam darauf, als er in Kerala (Südindien) die Agroforst-Felder der Bauern von FTAK (eine unserer Partner-Kooperativen) kennenlernte und überwältigt war von der Vielfalt und Qualität der dort angebauten Produkte. Er kam ins Grübeln, als er realisierte, dass diese einzigartigen Produkte kaum Chancen haben in der internationalen Vermarktung, da sie zu wenig standardisiert sind. Und dies, obwohl sie so viel besser schmecken!


Wieso macht Ihr das? Was unterscheidet Euch von anderen Varianten des Direktvertriebs bzw. Streckengeschäfts, bei denen man nicht warten muss, bis ein Container voll ist?
Wir glauben an die Einzigartigkeit von Produkten aus kleinräumiger und ökologischer Landwirtschaft. Wir möchten engagierte KleinproduzentInnen und bewusste KonsumentInnen zusammenbringen und eine Brücke schlagen. Der Crowd Container ermöglicht Direktvermarktung über Distanz, er schafft Preistransparenz und bietet den KonsumentInnen Produkte, welche sonst schlicht nicht zugänglich wären. Da alles auf Vorbestellung basiert, dauert die Auslieferung etwas länger. Aber Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude.

Wie sah der erste Schritt zur Verwirklichung der Idee aus? Und was war die größte Hürde, bis der erste Container voll war?
Der erste Schritt? Zu zweit eine Reise nach Südindien sowie zu viert einen Verein gründen und innerhalb von einem Monat 500 Misch-Päckli aus Kerala verkaufen. Die grösste Hürde? Mit sehr knappen Ressourcen unsere Idee bekannt machen und unter Zeitdruck so viele Bestellungen zusammenbekommen. Zu unserer grossen Freude hat dies hervorragend geklappt!

Wer gehört heute zum Kernteam?
Firma: Tobias, Simon, Sonja & Carole
Verein: Tobias, Mike, Daniela, Carole & Mirjam

Auf der Zeichnung sichtbar (v.l.n.r.): Mirjam, Tobias, Carole, Daniela, Mike, Sonja

Geht es bei Euch nur um Lebensmittel?
Natürlich nicht! Es geht uns auch um ökologisch angepasste Produktionsmethoden und Kostenwahrheit entlang der Wertschöpfungskette. Und nicht zuletzt auch darum, ein nachhaltiges Handelsmodell mit echten Verbindungen zwischen ProduzentInnen und KonsumentInnen zu etablieren.

Wie läuft der Sammelprozess bei Euch ab, bis der Container voll ist? Und was passiert dann?Wir klären mit den Bauern ab, welche und wieviele Produkte sie liefern können, definieren Preis und Zeitfenster für die Bestellung und streuen dann in unserer Community diese Information. Sobald sich genügend KonsumentInnen zusammengefunden haben, bestellen wir die Produkte im Ursprung, bislang in Indien, Italien und Peru. Danach organisieren wir den Import, die die Qualitätskontrolle und die Auslieferung an die KundInnen.

Wieso braucht die Welt Euer Angebot?
Weil ökologisch wertvolle kleinräumige Landwirtschaft, welche unser Planet für eine nachhaltige Zukunft unbedingt braucht, und ihre einzigartigen Produkte immer mehr verschwinden. Weil die KleinproduzentInnen immer stärker an den Rand gedrängt werden und wir KonsumentInnen uns zugleich immer mehr von echten authentischen Lebensmitteln und ihrem Ursprung entfernen. Dies gilt in besonderem Masse für Alltagsprodukte wie Kaffee, Pfeffer und Tomaten, die aus der Ferne kommen und aus unserer Küche nicht wegzudenken sind.


Was nimmt euch die meiste Arbeit ab? (Tool, Arbeitsweise, etc.)
Skype, Whatsapp, Facebook & Co. vereinfachen die Kommunikation über Distanz mit den ProduzentInnen extrem.

Wie entwickelt Ihr neue Ideen? Gibts da ein Ritual, Vorbilder oder etwas anderes, an das Ihr Euch halten könnt? Oder kommen die Ideen von selbst?
Wir tauschen uns mit den ProduzentInnen sowie mit den KonsumentInnen hier in der Schweiz aus. Ausserdem pflegen wir enge Kontakte zu gleichgesinnten Unternehmen welche ebenfalls an der Schnittstelle von Lebensmittelproduktion und Nachhaltigkeit arbeiten. Da entstehen immer viele Ideen.

Wie sieht euer Arbeitsplatz aus?
Im Impact Hub Zürich treffen alte Beizentische auf neue Designerstühle und MacBooks auf Single Origin Kaffee. Wir arbeiten mal auf Oma’s Sofa, mal im Café, mal auf den Feldern Siziliens und nicht selten auch im Homeoffice.

Was sind eure nächsten Projekte?
Pünktlich auf Criterion schalten wir unsere nigelnagelneue Plattform www.crowdcontainer.chonline und wir importieren unser erstes italienisches Frischprodukt: Wunderbare biologische Zitronen aus Sizilien!

Habt ihr nebenbei noch andere Jobs?
Teils ja, aber Hauptsache ist beim Kernteam der Crowd Container.


Welche 3 Sachen empfiehlt ihr Freunden bei euch in der Region zu tun/essen/erleben/kaufen?
Das Bestellen auf unserer Website! Ein Mischpaket aus Sizilien mit frischem Olivenöl, Tomatenpassata, Pasta, Mandeln u.v.m. oder aus Kerala mit knackigen Cashewnüssen, ursprünglichen südindischen Reissorten, wunderbaren Gewürzen u.v.m. Oder ein Kaffeebrief aus dem Regennebelwald aus Peru, frisch geröstet von In the name of in Basel.

Hört ihr Musik beim Arbeiten? Was denn (Top 5 Playlist)?
Meistens gibt es entweder viel zu reden oder wir brauchen viel Ruhe um konzentriert zu arbeiten. Aber beim Feierabendbier mögen wir von Canzoni italiane bis Elektrobeats ziemlich alles.

COOK & SHARE
Weil Leitungswasser das beste Wasser ist

Gemeinsam mit der Initiative DRINK & DONATE arbeitet das Team von FILL ME bottle an seiner Vision: Weniger Wasser in Flaschen zu kaufen und mehr Schweizer Leitungswasser zu trinken – denn Leitungswasser ist das am besten kontrollierte Lebensmittel der Schweiz. Zweck des Ganzen ist, den Import von Trinkwasser in Plastikflaschen zu begrenzen. Zudem werden mit einem Teil des Erlöses gleichzeitig Trinkwasserprojekte in Ländern unterstützt, in denen der Zugang zu sauberem Wasser nicht so selbstverständlich ist wie in der Schweiz.

LIVE & WEAR
Eine Lebensphilosophie für Sammlerinnen

Kein Start-Up ist The Suitcase Clothing, sondern eine umfassende Bekleidungsidee: Mit Ihrem Label bricht Gründerin Agnes mit den in der Modebranche üblichen Kollektionen, und bringt stattdessen Lieblingsstücke für Sammlerinnen heraus, die sich über die Jahre daraus ihre ganz persönlichen Kollektionen zusammenstellen können. In ihrem Workshop in Fossombrone in den Marken macht sie vom Design bis zum Verkauf fast alles selbst – sogar die Logistik der Ausgangsmaterialien und der fertigen Kleidung. Ein echtes Ein-Frau-Unternehmen in einer ganz speziellen Nische.

LIVE & WEAR
Schwerter zu Webstühlen

Frieden durch Handwerk: Das ist die Idee hinter Protsaah, mit der Gründerin Saloni Shrestha Konfliktregionen in aller Welt befrieden möchte – und vor allem Kaschmir, der Region, in der sie während ihrer Kindheit ein paar wundervolle Jahre verbrachte. Indem sie mit der Vermarktung traditioneller Handwerksprodukte aus Kaschmir und anderen Regionen den dortigen Handwerkern ein stabiles Einkommen verschafft, sorgt sie gleichzeitig für die Motivation, das Handwerk zu erhalten – und sich den eigenen Lebensunterhalt mit eigener Leistung zu verdienen, anstatt zu marodieren, zu plündern und die eigene Heimat noch weiter in den Abgrund zu reissen.