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LIVE & WEAR

24.02.2018

«WIESO TAUSENDFACH PRODUZIERTE MASSENWARE KAUFEN?»

Darum trägt Mann Massanzug

Ob klassisch oder sportlich, ein- oder zweireihig, figurbetont oder bequem – Alferano schneidert Anzüge auf Wunsch und Mass. Stephan Hägeli gründete das Unternehmen 1993. 2003 übernahm Reto Caprez das Ruder. Das Ziel der Alferano-Crew ist: Den Männern mehr Schliff zu geben. Das Wann und Wo bestimmen die Kunden.

Was ist Alferano?
Seit 25 Jahren bieten wir bei Alferano hochwertige Masskonfektion für Herren an. Unsere Leistungserbringung ist so individuell und vielseitig wie unsere Produkte. Unsere Kunden bestimmen Zeit und Ort der Leistungserbringung. Diese kann in einem unserer Showrooms (Zürich, Basel, Genf), in unserem Geschäft an der Talstrasse in Zürich (Alferano, Pesko & Co) oder an einem vom Kunden gewünschten Ort stattfinden. Nebenbei sind wir auch Textilspezialisten, Schneider, Designer, Händler und Produzenten.

Wie ist Alferano entstanden?
Vor 25 Jahren wurde «Mass Customization» erstmals zum Thema gemacht. Der Begriff beschreibt die Möglichkeit, industrielle Fertigungstechniken auf die Herstellung individualisierter Einzelprodukte anzuwenden. Alferano war meines Wissens das erste Unternehmen in Zürich, welches mit dieser Geschäftsidee an den Markt getreten ist. 

Wer steckt alles hinter Alferano?
In erster Linie knapp 20 leidenschaftliche Menschen, die sich tagtäglich mit grossem Engagement und viel Fachwissen in einem äusserst schwierigen Marktumfeld bewegen.

Ab wann und warum wusstest ihr, dass eure Idee funktionieren könnte?
Die Idee ist überzeugend: aus welchem Grund soll ich ein tausendfach produziertes Massenprodukt kaufen, wenn ich die Möglichkeit habe, zum gleichen Preis ein Produkt nach meinen Wünschen und Massen zu beziehen? Die Schwierigkeiten liegen in der Umsetzung. Insbesondere die Partnerschaften mit Produktionen, die in der Lage sind, qualitativ hochstehende Einzelprodukte in konstanter Qualität zu produzieren und dies zu einem konkurrenzfähigen Preis.

Wie läuft es in der Herrenbekleidungsbranche zurzeit?
Grundsätzlich haben sich beim Mann das Bewusstsein und Interesse für Stil und Mode positiv entwickelt. Die Bekleidungsbranche tut sich jedoch schwer, dieser Nachfrage mit innovativen Modellen zu begegnen. Massbekleidung ist ein Nischenmarkt innerhalb der Herrenbekleidung. Trotzdem spüren wir eine gesteigerte Nachfrage bzw. ein grosses Interesse an personalisierten Produkten. Wir sind mit der Marktentwicklung entsprechend zufrieden.

Gab es auch schon Krisen?
Selbstverständlich. Sowohl externe als auch interne.


Wo entstehen eure Ideen?
Auf Reisen, Fachmessen, beim Lesen und regelmässigen Austausch mit kritischen Persönlichkeiten. 


Wieso braucht die Welt (Mass-)Anzüge?
Die Welt würde wohl auch ohne Anzüge funktionieren. Doch weshalb sollen wir uns bei der Bekleidung mit standardisierter Massenware begnügen? In den meisten Lebens- und Konsumbereichen ist es eine Selbstverständlichkeit, Produkte zu kaufen, welche unseren Bedürfnissen, Wünschen und Vorstellungen am besten entsprechen.

Wann soll man einen Anzug tragen?
Es gibt ein paar wenige Anlässe, an welchen man sich aus Respekt gegenüber Dritten formell kleiden sollte. Ich denke da an Beerdigungen oder Hochzeiten. Dann gibt es natürlich Konventionen im geschäftlichen Umfeld.

Wann nicht?
Vielleicht in der Badeanstalt und im Bett?

Was geht gar nicht bei Anzügen?
Zu grosse Vestons und zu lange Hosen. Dadurch werden die Proportionen des Trägers nachteilig beeinflusst. Und den Schuhen wird grundsätzlich zu wenig Bedeutung geschenkt.

Wie kommt man auf gute Ideen? Ein einziger Tipp genügt.
Neugierig und mit offenen Augen und Ohren durch die Welt gehen. Um Ideen in Taten umzusetzen, braucht es natürlich immer unternehmerischen Tatendrang, Mut und Durchhaltevermögen. 

Wie sieht euer Arbeitsplatz aus?
Die meiste Arbeit geschieht bei mir im Kopf. Mein Computer steht aber in unserem Grossraumbüro inmitten unseres Teams.

Was ist euer nächstes Ziel?
Wir wollen das Prinzip «Individualisierung/Personalisierung» auf neue Produktgruppen ausdehnen. In den kommenden Monaten lancieren wir beispielsweise Jeans und Schuhe – Einzelanfertigung, Made in Italy, fairer Preis.

Was muss man bei euch im Quartier unbedingt erleben?
Unserem Ladengeschäft an der Talstrasse 58 sollte man einen Besuch abstatten, um unsere Idee von «Relaxed Tailoring» zu verstehen und sich inspirieren zu lassen. Unser Büro/Showroom befindet sich im Kreis 3 an der Rüdigerstrasse. Ich mag den Kreis 3 extrem und finde ihn in Sachen Gastronomie äusserst spannend. Beispielsweise in der Binz.

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