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LIVE & WEAR

06.04.2018

«MAN BRAUCHT NICHT VIELE SCHNÖRKELEIEN UM DAS WESENTLICHE AUSZUDRÜCKEN»

Das Möbelnetzwerk

Möbel und Innenraumkonzepte für private Haushalte, Büros, Hotels und Restaurants gibt es bei woodboom – mit einem besonderen Schwerpunkt auf Massivholz, Stahl und Liebe. Das Unternehmen ist gerade einmal drei Jahre jung. Und eigentlich auch eher ein Kreativnetzwerk als ein normales Möbelgeschäft. Die Möbel selbst sind so natürlich, einfach und klar gezeichnet, dass man sich fast wundert, warum es woodboom nicht schon viel länger gibt: Vor allem anderen drücken sie eine herrliche Ursprünglichkeit aus. Gegründet wurde woodboom 2015 von Mischa und Franziska – 3 Freunde stiessen etwas später dazu. woodboom gestaltet und wirkt in Berlin – in einer grossen Halle, in der einst Kugellager hergestellt wurden.

Holz und Stahl. Könnt ihr uns kurz erklären was woodboom ist?
woodboom ist ein Netzwerk im Einrichtungssegment. Wir entwickeln Möbel für private Haushalte und realisieren Objektausstattungen. Wir sind ein kleines Team und haben schon einige Hürden miteinander genommen. Das schweisst zusammen, gibt Halt. woodboom ist Familie!

Woher kommt der Name?
Das, was uns alle verbindet, ist die Liebe zum Holz. Wir als junges Unternehmen stehen für Wachstum und Weiterentwicklung, das «Boom». Mischa kam letzten Endes auf dem Heimweg nach einem nicht erfolgreichen Tag der Einfall, beides miteinander zu verbinden.

Wer gehört bei euch zum Kern-Team? 
Zu woodboom gehören Mischa als Geschäftsführer, Tischler David, Lisa und Kei als helfende Hände in Büro und Werkstatt, und ich, Franziska. David war der erste, der Mischa und seinem Wunsch nach Kreation folgte. Ich war von Beginn an beratend an Mischas Seite. Wir kennen uns schon eine kleine Ewigkeit und sind vor allem Freunde. Und nun bin ich selbst bereit, auch die Schweiz für die woodboom-Ästhetik zu begeistern. Kei brachte einige Zeit später die Struktur in die heutige GmbH. Lisa, welche auch aus der gemeinsamen Heimatstadt Konstanz kommt, fand ihren Weg in die Halle und in die woodboom-Familie 2017.

Wir designen gemeinsam seit Sommer 2015 Möbel und Interiorkonzepte für private Haushalte, Restaurants, Hotels, Büros und alles, was uns inspiriert und in die Hände fällt. Auch Baumhäuser.

Woher kam die Initiative, euer eigenes Ding zu machen? Wann und wieso habt ihr euch dazu entschieden, selbst Hand anzulegen?
Mischa ist ein Freigeist und Energiebündel. Als Extremsportler war er schon früh recht selbständig unterwegs und während seiner Schulzeit immer sehr aktiv. Er hat im Elternhaus handwerklich durch seinen Vater lernen können. Später, während seiner Arbeit in der Medienbranche fehlte Mischa dann genau das: das Handwerkliche. Da er zu dem Zeitpunkt sein erstes eigenes Zuhause in Berlin fand, fing er einfach an, selbst Möbel zu designen und zu bauen. Und eins kam zum anderen.
Mit seinem Vater wurden die ersten Möbelstücke gebaut, und noch heute ist es der Ausgleich zum üblichen Büroalltag, der ihn in die Werkstatt bringt.
Mir ging es ähnlich wie Mischa. Ich lernte früh, im Leben selbständig zu sein. Das hat mich geprägt.
Heute entfaltet sich meine Leidenschaft in der Verwirklichung von Projekten – das Visionieren, Gestalten, Netzwerken und Erschaffen beflügeln mich. Ich kann selbstbestimmt nach meinen eigenen Vorstellungen und Werten handeln, mich mit gleichgesinnten umgeben und Gemeinsames kreieren. Das ist Grossartig!

Gab es Hürden? Oder lief alles wie geschmiert?
Hürden gibt es immer, privat wie beruflich. Es wäre sonst nicht das Leben. Durch jede Hürde kommt mehr Erfahrung. Und Wissen, das wir uns aneignen mussten.
Aber ich würde sagen: dafür, dass es uns noch nicht mal seit 3 Jahren gibt, lief es ganz gut. Schwierige Zeiten liesen uns als Familie zusammenwachsen. Hieraus ziehen wir in herausfordernden Phasen unsere Energie. Wir sind auf dem richtigen Weg.

Wo steht ihr zur Zeit? Konntet ihr euch schon etablieren?
Aktuell stehen wir vor unserem Markteintritt in der Schweiz. Und auch im Objektbereich dürfen wir über neue spannende Projekte berichten. In unserer Halle in Berlin stehen räumliche Veränderungen bevor.
woodboom ist vor knapp 3 Jahren in Deutschland geboren und entfaltet sich seitdem stetig. Mittlerweile sind wir eine richtig kleine Familie geworden. Und nun wagen wir uns zum ersten Mal auch über die Grenze hinaus. Ich wohne seit einigen Jahren in der Schweiz und habe das Land und seine Menschen kennen- und lieben gelernt. woodboom ist ein Herzstück von uns allen, und das möchten wir mit den Menschen hier teilen.
Unsere Möbel vermitteln ein so wunderbares Wohn- und Lebensgefühl, dass ich sie auch in der Schweiz niemandem vorenthalten möchte. 
Wir erhoffen uns durch unsere Präsenz an der Criterion einen guten Start in den Schweizer Möbelmarkt, aber da sind wir ganz zuversichtlich.

woodboom hat schlichtes Design. Woher kommt die Inspiration, wie geht ihr bei der Ideenfindung vor?
Man braucht nicht viele Schnörkeleien, um das Wesentliche auszudrücken: Ursprünglichkeit. Wer unser Design liebt, liebt es klar und in einfachen Linien. Unsere Möbel sind vielseitig kombinierbar. Wir gehen einer Vision nach und verbringen viel Zeit mit dem Thema Möbel und Einrichtung. Die Inspiration kommt oft unterwegs, in der Natur, beim Reisen und manchmal auch zu Hause. Mischa findet sie sogar oft in der Hektik des Alltags. Das klingt paradox, schafft aber einen wunderbaren Gegenpol und Ausgleich.

Können wir ein Foto von eurem Arbeitsplatz haben und vielleicht ein paar Worte zu was bei euch im Moment so abgeht?
Die Halle, in der wir kreieren, ist wie unser Zuhause – ein kreativer, inspirierender, lichtdurchfluteter Ort. Es ist eine denkmalgeschützte Halle in Berlin-Lichtenberg. Dort entsteht im Moment ein Open-Working-Space für Partner, die sich im Einrichtungsbereich weiter entwickeln möchten. Dafür bauen wir gerade Räumlichkeiten, die zur Erarbeitung von Projekten dienen sollen, und bieten eine Material- und Wissenswelt für internationale Ausführungen.


Bei woodboom sind nicht nur die Möbel selbst wichtig, sonder auch der Raum, richtig?
Möbel geben dem Raum ein Bild, sie dekorieren ihn und machen ihn funktional, lassen ein Zuhause entstehen. Wir versuchen, uns so gut wie möglich auf den Raum einzulassen, um für unsere Produkte den richtigen Platz zu finden. Dadurch das wir mit privat- und Geschäftskunden arbeiten, entwickelt woodboom nicht nur Möbel; wir erschaffen ganze Räumlichkeiten.

Kann Holz zu einem besseren Raumklima beitragen?
Auf jeden Fall! Und zwar positiv. Zum einen vermittelt es wohlige Wärme und Gemütlichkeit, es schafft ein Gefühl von Ursprünglichkeit. Zum anderen sorgt es durch seine wechselwirksamen hygroskopischen Eigenschaften für eine gute Atmosphäre. Denn Vollholz ist ein natürlicher Regulierer der Luftfeuchtigkeit. Es normalisiert das Raumklima und verbessert sogar die Luftqualität, da das Holz wie ein Luftfilter wirkt. Wir fühlen uns dadurch geerdet und der Natur ein Stück näher. In unserer Halle in Berlin riecht es immer ein bisschen nach Kiefer, Eiche und Walnuss. Das motiviert und verströmt angenehme Ruhe.
Zudem: Sind die Oberflächen gewachst, laden sie sich nicht elektrostatisch auf. Das ist besonders gut für Allergiker: Es bleibt nämlich weniger Staub haften und die Wohnhygiene verbessert sich.

Wie riecht euer Holz, wie klingt es?
Meistens fantastisch! Man kann gar nicht aufhören, seine Nase auf das Holz zu drücken und den Duft einzuziehen. Es ist eine Mischung aus Freiheit, Liebe und dem echten Leben. Aber manches Holz stinkt auch bei der Verarbeitung. Jede Holzart riecht anders.
Da unser Holz Geschichten erzählt, klingt es in allen Tönen – hoch, schrill, tief, leise, klar, alt und jung. Der Klang hängt vom Härtegrade des Holzes ab. Erst wenn wir das Holz in die Hand nehmen, es fühlen und mit allen Sinnen betrachten, wissen wir, was daraus werden wird. Also ein Tisch oder ein Bett zum Beispiel. Denn erst dann erzählt es uns seine Geschichte.


Eure top 5 unkonventionelle Mittel um einen Holztisch zu behandeln?
Fünf sind eigentlich zu viel. Ein Tisch zum Beispiel wird nur geschliffen und dann mit Bienenwachs behandelt. Denn dadurch, dass Holz ein Naturprodukt ist, brauchen unsere Möbel nicht viel Pflege.
Wissenswert ist, dass das Holz nie wirklich leblos ist. Es arbeitet, auch wenn wir es nicht gleich sehen können. So sollte man einen Raum nie herabkühlen und schnell wieder erhitzen, da sonst Risse entstehen können. Das Gleiche gilt auch für die Raumfeuchtigkeit. Und mit Spülmittel getränkte Schwämme lassen den Tisch grau werden, da empfiehlt sich ein normaler Lappen mit Wasser. Zudem empfehlen wir, das Holz alle paar Jahre mal wieder mit Holzwachs auf natürlicher Bienenwachsbasis zu behandeln.

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Patrick Biedermann ist der Betreiber der Homatt Kulturgärtnerei: Hier hegt und pflegt er die seltenen alten Pflanzensorten, die von ProSpecieRara als schützenswert ausgewiesen wurden - und bietet sie gerne allen an, die ebenfalls an den Nutzpflanzen früherer Generationen interessiert sind. Die alten Pflanzen bergen sowohl geschmacklich als auch in Bezug auf die genetische Vielfalt ein enormes Potenzial in sich.

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Eine Lebensphilosophie für Sammlerinnen

Kein Start-Up ist The Suitcase Clothing, sondern eine umfassende Bekleidungsidee: Mit Ihrem Label bricht Gründerin Agnes mit den in der Modebranche üblichen Kollektionen, und bringt stattdessen Lieblingsstücke für Sammlerinnen heraus, die sich über die Jahre daraus ihre ganz persönlichen Kollektionen zusammenstellen können. In ihrem Workshop in Fossombrone in den Marken macht sie vom Design bis zum Verkauf fast alles selbst – sogar die Logistik der Ausgangsmaterialien und der fertigen Kleidung. Ein echtes Ein-Frau-Unternehmen in einer ganz speziellen Nische.

LIVE & WEAR
Echte Feintäschnerei aus Italien

100 % Made in Italy ist bei Taschen heute seltener, als man glauben möchte. Bei Laura von Hagens Label Lahara stimmt diese Angabe jedoch durch und durch: Das für ihre Taschen verwendete, pflanzlich gegerbte Leder stammt aus Italien, und auch die gesamte Produktion findet in einem spezialisierten Handwerksbetrieb in Italien statt. Modernes, zeitloses Design mit funktionalem Charakter steht bei Lahara im Vordergrund – damit aus allen Taschen echte Lieblingsstücke werden, die man nicht schon nach einer Saison wieder aussortiert.