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WEAR & CARE

17.01.2019

«Mit einem netten Gespräch bei einem feinen Kaffee kann aber meistens alles geklärt werden.»

Der tapfere Schuhkreateur

Mariano Sulmoni verwandelte sich vom unterforderten Verlagsmitarbeiter zum Creative Director der Kandahar Schuhmanufaktur AG. Und irgendwann beschützt er vielleicht sogar Gotham City mit seinen Schuherfahrungen, weil sich nämlich all seine grössten Herausforderungen mit einem Kaffee lösen lassen.


Was wolltest du als Kind werden?
Alles Mögliche: Feuerwehrmann, Magier oder auch Superheld.

Wie bist du zu Kandahar gekommen? Was hast du vorher gemacht?
Es war Zufall und Schicksal zugleich. Kurz vor meinem 30. Geburtstag hatte ich mich entschieden, meinen monotonen Alltag als «unterforderter» Mitarbeiter eines Verlags zu verlassen. Durch eine ausgeschriebene Stelle als Speditionsassistent bin ich auf die Kandahar Schuhmanufaktur aufmerksam geworden und habe mich spontan beworben. Daraufhin hatte ich das Riesenglück, dass mir eine Stelle als Einkäufer/Designer angeboten wurde. Mit der raschen Entwicklung meiner Aufgaben wurde ich nach einem Jahr zum Creative Director befördert. Nun bin ich neben dem Einkauf und Design auch für das Marketing zuständig.

Ohne Leisten keine Schuhe.

Wie sieht dein Arbeitstag aus? Grob in Stichworten…
Die einzige Konstante meines Aufgabenbereichs ist die tägliche Bearbeitung meiner E-Mails. Das fängt morgens bereits Zuhause beim Kaffee an und endet auch schon mal kurz vor dem Schlafengehen. Tagsüber bin ich dann mit verschiedenen Projekten, dem Einkauf, Marketing und mit Mitarbeiteranliegen beschäftigt.

Was liebst du an deiner Arbeit?
Die Verantwortung, die ich habe und das Vertrauen, das mir geschenkt wird.

Arbeiten um zu leben oder leben für die Arbeit? 
Beides. Ein erfülltes Leben habe ich nur, wenn ich sowohl privat wie auch beruflich glücklich bin. Das eine ohne das andere funktioniert für mich nicht.

Welchen Herausforderungen begegnest du und wie? 
Die grössten Herausforderungen sind menschliche. Durch mein junges Alter fällt es den Mitarbeitern nicht immer leicht mit einigen Entscheidungen von mir klarzukommen. Dazu kommt noch, dass wir alle unterschiedliche kulturelle Hintergründe haben. Da kann es passieren, dass Aufgaben oder Entscheidungen missverstanden werden. Mit einem netten Gespräch bei einem feinen Kaffee kann aber meistens alles geklärt werden.

Mariano Sulmoni bei der Arbeit in der Kandahar Manufaktur in Thun

Was ist dein erster Gedanken nach dem Aufstehen?
Kaffee! 

Was antwortest du, wenn dich jemand abends fragt, was du den ganzen Tag gemacht hast?
Viel! Es gibt Tage, an denen so viel passiert und gemacht wird, dass ich am Ende des Tages die Frage überhaupt nicht mehr beantworten kann.

Was fällt dir zu «Work-Life-Balance» ein?
Trendbegriff! 

Was würdest du gerne anpacken, bist aber bis jetzt noch nicht dazu gekommen? 
Das Modellieren der neuen Modelle für Herbst/Winter 19-20. 

Leder, Ausgangsmaterial der Schuhe von Kandahar.

Was würdest du ändern, wenn du könntest? 
Nichts! Ich denke, dass das Leben seinen eigenen Weg geht und wir uns nur mit Fehlern weiterentwickeln können.

Wie gehst du mit Stress um und wie mit Langeweile? 
Grundsätzlich arbeite ich gerne mit etwas Druck. Es spornt mich an sowohl körperlich wie geistig und bringt mich an meine besten Grenzen. Sollte es zu viel sein, kann ich jederzeit meinen Arbeitsrhythmus anpassen. Langeweile gibt es in meinem Leben nicht, ausser ich habe gerade Lust darauf.

Wo und was wirst du in zehn Jahren tun?
Gotham City vor dem Bösen beschützen…

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