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22.10.2019

«Wenn ich könnte, würde ich eine ‹Mehr Verantwortung übernehmen›-Impfung erfinden und an die Masse verschreiben. Selber müsste ich dann wohl eine ‹Verantwortung abgeben›-Pille schlucken.»

Der weinmachende Minimetzger

Die hohen Ansprüche, die bei Südhang Weine gelten, stellen sie auch an alle anderen Produkte oder Dienstleistungen. Noch höher sind diese, wenn nicht nur Menschen, sondern auch Tiere im Spiel sind, weiss Gründer und Besitzer Matthis Pillod. Seit Sommer 2018 besitzt er, nach einigen Monaten als Pop-up-Projekt, auch eine eigene Metzgerei in der Markthalle Zürich, welche miniMetzg heisst. Der spannende und lustige Matthis erzählt uns über sein Leben als Winzer, Weinhändler und Minimetzger.

Was wolltest du als Kind werden? 
Bauer.

Wie bist du zu den Berufsgattungen gekommen? Was hast du vorher gemacht?
Ich bin in der Künstlerszene aufgewachsen. Hab dann selber auch im Film, Theater und Zirkus gearbeitet. Mit 30 konnte ich mir den lang gehegten Wunsch erfüllen und die Ausbildungen zum Winzer und Weinhändler absolvieren. So habe ich mir – immer der Nase nach – den Weg aus dem Dunkel der Theaterwelt ans Licht der Rebberge erschnuppert.

Matthis Pillod am sommelieren

Wie sieht dein Arbeitstag aus? Grob in Stichworten…
Sehr wahrscheinlich, grösstenteils, ähnlich wie die Realität der meisten Arbeitstätigen: Emails checken, auf allen Kanälen und mit allen Ansprechpersonen kommunizieren, dann Weine degustieren, recherchieren, kalkulieren, Probleme lösen und noch einmal kommunizieren, kommunizieren, kommunizieren. Ich schreibe viel, habe aber auch viel persönlichen Kontakt, sei dies am Telefon, auf Reisen, bei und mit Kunden oder mit Mitarbeitern. 

Was liebst du an deiner Arbeit?
Die Vielfältigkeit. Aber schlussendlich liebe ich vor allem die Produkte, mit denen ich tagtäglich zu tun habe, sei dies der Wein oder andere, authentische Lebensmittel, spannende Literatur, den Austausch mit interessierten und interessanten Menschen und Themen. Meine nicht versiegende Neugierde an alldem gibt mir den Ansporn jeden Tag wieder mit Elan auf der Matte zu stehen. 

Welchen Herausforderungen begegnest du und wie?
Natürlich begegne ich täglich immer wieder neuen Hürden. Sei dies aus einer Gruppe Mustern den für uns passenden Wein zu selektionieren, oder mit komplizierten EDV-Problemen konfrontiert zu sein, oder einen aufgebrachten Mitarbeiter zu beruhigen. Strategische Fragen bezüglich Wachstum, Ausrichtung und Brand sind dann die wirklich wichtigen und nagenden Herausforderungen: Wohin soll die Südhang-Reise gehen?

Morgon Lapierre im Südhang Sortiment

Was ist dein erster Gedanken am Morgen nach dem Aufstehen?
Was esse ich zum Frühstück?

Was antwortest du, wenn dich jemand abends fragt, was du den ganzen Tag gemacht hast?
Was??? Schon wieder so spät?!

Was fällt dir zu «Work-Life-Balance» ein?
Arbeit ist für mich Leben, und Leben ist Arbeit. Ich halte wenig davon diese Lebensbereiche zu trennen, sie fliessen ineinander über. Wichtig ist mir, beides mit Lust und Freude zu leben. 

Wie gehst du mit Stress um und wie mit Langeweile?
Es kommt immer wieder vor, dass ich mich stressen lasse, was aber eher mit der Tagesverfassung zu tun hat. Die Erkenntnis, dass sich stressen lassen, selten irgendetwas schneller oder gar besser macht, lässt mich im besten Fall wieder cool werden. Ich versuche zu entschleunigen und Wichtiges von Dringendem zu unterscheiden, oft helfen schon ein paar Schritte in der Natur. Ich stelle mir Langeweile als etwas Schönes vor – ich kenne sie leider nur vom Hörensagen.

Matthis wartet auf Miss Langeweile

Wie verbesserst du die Welt? 
Den Traum von der grossen Revolution habe ich intensiv ausgeträumt. Nachhaltig leben und arbeiten, ist für mich, ohne dogmatisch zu sein, eine Selbstverständlichkeit. Bei vielen Entscheidungen sind mir soziale Kriterien aber wichtiger.

Wie oder was würdest du ändern, wenn du könntest? 
Wenn ich könnte, würde ich eine «Mehr Verantwortung übernehmen»-Impfung erfinden und an die Masse verschreiben. Selber müsste ich dann wohl eine «Verantwortung abgeben»-Pille schlucken.

Wo und was wirst du in zehn Jahren tun?
Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass ich immer noch das Gleiche tun werde. Vielleicht mal zwischendurch etwas Langeweile ausprobieren.

Südhang miniMetzg im Zürcher Viadukt

Ihr habt in diesem Jahr ein zweites Projekt neben dem Wein auf die Beine gestellt, erzähl uns doch bitte etwas darüber…
Die hohen Ansprüche, die bei uns und unseren Weinen gelten, stellen wir auch an alle anderen Produkte oder Dienstleistungen. Noch höher sind diese, wenn nicht nur Mensch, sondern auch Tier involviert ist. Im Sommer 2018 haben wir, nach einigen Monaten als Pop-up-Projekt, eine eigene Metzgerei in der Markthalle Zürich eröffnet: die miniMetzg. Und schleifen nun stetig daran, unseren eigenen hohen Ansprüchen gerecht zu werden. Grundsätzlich glauben wir, dass es zum menschlichen Dasein gehört, Fleisch zu essen. Fleisch ist ein unglaublich hohes, wertvolles Gut und soll ein Genuss sein – dabei blenden wir nichts aus. Wir zeigen das Handwerk mit allem, was dazu gehört, auch wenn dies Zartbesaiteten den Appetit verderben kann. Sprich, wenn man sich dafür entscheidet, dass ein Tier stirbt, damit wir essen können, so soll dieses Tier von der Weide bis auf den Teller stressfrei und mit höchster Sorgfalt und Respekt behandelt werden. So selektionieren wir die Tiere einzeln bei den Produzenten, handeln mit ihnen längere Wachstumsphasen aus, lassen die Tiere sorgfältig töten und das Fleisch dann ruhen, bis es optimal genussreif ist. Wir haben auch grosses Glück, dass wir nicht nur tolle, erfahrene Metzger für unsere MiniMetzg gewinnen konnten – sie sind auch gute Hobby- und Profiköche, die über Garmethode- und zeit genau Auskunft geben können. Eigentlich müsste es in Zürich viel mehr Platz für diese Art von Metzgerhandwerk geben: Die grosse Nachfrage vom ersten Tag an, auch nach sogenannten Second-Cuts, hat uns selber überrascht.

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