16
«ALLE GESCHICHTEN DIE ZUM LESEN EINLADEN UND GELESEN WERDEN SOLLEN»
ERSTAUFLAGE
Das Journal ist unser Blog und bietet Informationen zu Ausstellern oder Stories die uns interessieren.

LIVE & WEAR

30.11.-1

«NACHHALTIGKEIT ENTLANG DER GANZEN LIEFERKETTE UMSETZEN»

Die Lederindustrie revolutionieren!

Dank den drei Freundinnen von fin ist es für Liebhaber schöner Lederprodukte nun möglich, diese auch mit gutem Gewissen zu benutzen. Denn für fin beginnt die Gestaltung nicht erst bei der Formgebung oder der Materialauswahl. Die drei Zürcherinnen haben sich zum Ziel gesetzt, die ganze Wertschöpfungskette gleich mitzugestalten – nach ihren Ansprüchen natürlich. Im Gespräch erzählen sie uns von Reisen in die Toskana, Mutterkuhhaltung und ihren Revolutionsabsichten.

Was macht fin genau und was heisst der Kürzel eigentlich?
fin steht kurz für "forever is now“. Für uns bedeutet das, dass wir nur durch verantwortungsvolles Handeln im Heute ein gutes Morgen haben können. Mit unseren Produkten möchten wir Nachhaltigkeit entlang der ganzen Lieferkette umsetzen. Wir gestalten nicht nur die Produkte, sondern deren Produktionsweise und Materialherkunft gleich mit. Unser erstes Projekt ist eine Ledertaschenkollektion mit einer sozial und ökologisch verantwortungsvollen und genau rückverfolgbaren Wertschöpfungskette. 

Was macht fin genau nicht?
Fast Fashion, kurzlebige Trends, Produkte mit intransparenter Herkunft.

Wieso braucht die Welt fin?
Weil «made in» nicht mehr genügt. Wir wollen wissen, wie etwas gemacht wird. Wir müssen in der Leder- und Textilindustrie die ganze Wertschöpfungskette sozial und ökologisch mitgestalten können. 

Seid ihr auch privat Freundinnen?
Wir kennen uns teilweise bereits aus Kindertagen und auf den vielen tollen Reisen in die Toskana – wo unsere Produktion stattfindet – lernen wir uns eh alle ständig neu kennen.

Wie sieht euer Arbeitsplatz aus?
Unser Arbeitsplatz sind die Kaffees der Städte Zürich und Florenz. Wir verbringen auch viel Zeit direkt in der Manufaktur, wo unsere Produkte hergestellt werden.

Was habt ihr vor fin gemacht?
Wir haben alle neben fin noch andere Jobs:
Projektarbeit für die Stadt Zürich, Nachhaltigkeitsmanagement im Detailhandel, Lehrtätigkeit für angehende SchneiderInnen.

Wieso macht ihr Lederprodukte? Gab es ein Schlüsselerlebnis dafür?
Die Vorurteile über die Lederproduktion sind zahlreich und teils leider wahr: Fragwürdige Herkunft der Tierhäute, Schlechte Haltung der Tiere oder der Einsatz von vielen Chemikalien. Wir wollten die Lederindustrie neu denken und zeigen, dass es auch anders geht. Deshalb haben wir mit unserem Projekt in der Lederindustrie einen Akzent gesetzt und hoffen, dass ein Umdenken stattfinden wird.

Wieso Produkte aus tierischen Rohstoffen, wenn es auch Alternativen gäbe?
Leder wird mit den Jahren immer schöner und edler. Zudem bleibt gutes Leder ewig brauchbar. Mit unserem Projekt zeigen wir auf, dass man einen sinnvollen Umgang mit tierischen Rohstoffen haben kann. Wir arbeiten ausschliesslich mit Nebenprodukten einer verantwortungsvollen Fleischindustrie und verwenden nur Bio Suisse- und Mutterkuh-Tiere. Veganes Kunstleder wird meist noch aus Erdöl hergestellt… nicht unbedingt die Lösung, oder?

Als ihr angefangen habt: Was lief nicht so wie erwartet und wie habt ihr das Problem gelöst?
Wir mussten die Lieferkette von hinten aufrollen, überdenken und unsere Forderungen anbringen. Plötzlich sahen wir uns über Mutterkuhhaltung oder Lieferwege zur Gerberei diskutieren. Normalerweise gehen Brands wie wir auf die Manufaktur zu und bestellen das passende Leder. Unsere Vorgehensweise verlangte Überzeugungsarbeit bei allen Akteuren und deren Mut, sich auf das Experiment einzulassen.

Wie habt ihr euch am Anfang finanziert?
Das Bundesamt für Landwirtschaft hat uns in der Entwicklung und Produktion finanziell unterstützt.

Was fehlt euch?
Wir wollen unbedingt spannende Leute aus der Interior Design-Szene kennenlernen. Wir würden drum gerne unser Leder auch bei Möbeln einsetzen können. 

Was tut ihr, wenn euch der Mut verlässt?
In Florenz einen Spumante trinken.

Wie wollt ihr wahrgenommen werden?
Als Revolutionärinnen der Lederindustrie.

Welche Lektion habt ihr in letzter Zeit gelernt?
Ideen nicht nur in Gedanken zu spinnen, sondern den Mut haben diese umzusetzen. 
Es lohnt sich!

Was sollte der achtsame Konsument von heute unbedingt kaufen?
Weniger und ausgelesener. Auf die Zeitlosigkeit des Designs achten sowie nachhaltige Materialherkunft und Produktion berücksichtigen.

Hört ihr Musik beim Arbeiten? Was denn?
Immer und überall! Aktuell: 
„Céline“ von Federico Albanese
„Pornstar“ von Puts Marie
„is it ok“ von Pablo Nouvelle feat. Fiona Daniel
„Fox Tales“ von Koloto, 
und natürlich Adriano Celentano, um das italienische Lebensgefühl nicht zu verlieren.

Welche 3 Sachen empfiehlt ihr Freunden bei euch in Zürich im Kreis 6 zu erleben?
Einkaufen: TheNewNew / Eva’s Apples
Essen: Restaurant Kreis 6 oder Moudis
Tun: im Irchelpark Enten füttern

Was wollt ihr als nächstes erreichen?
Wir bauen aktuell gerade Kooperationen mit anderen Unternehmen auf. Und natürlich hirnen wir ständig auch an neuen Projektideen herum. Alpaca-Wolle aus Peru gefällt uns beispielsweise! Wir freuen uns und sind gespannt, wohin es mit fin gehen wird.

Mehr von LIVE & WEAR

Immer wieder neu: Das Xilobis-Möbelsystem
Sportswear – nachhaltig und designorientiert
Das perfekte Hemd
Das zweite Leben des Zementsacks
Weil man ohne Taschen letztlich nicht auskommen kann
Echte Feintäschnerei aus Italien
Kleider, die die Zeit überdauern
Aus Nachfrage wird Angebot
Der Kreislauf von Produktion und Konsum
Socken und Schleifen machen den Unterschied
Interdisziplinäres Textildesign
Schwerter zu Webstühlen
Fashion Revolution International: Für fairere und nachhaltigere Mode
Möbel nach Mass vom Schreiner. Online.
Eine Lebensphilosophie für Sammlerinnen
Charme mit Gebrauchswert
Das Möbelnetzwerk
Poetische Preziosen
Massivholzmöbel ohne Zwischenhandel
Otter Zurich
Nachhaltige Heimtextilien
Ethik küsst Ästhetik
Bei Walser Möbel fliegen die Späne
LOST & FOUND fand die Inspiration auf Reisen
Lebelang brennt Farben ein
Katrin Lucas baut auf ihre Erfahrung
CRIZ schneidert Lederunikate
VIU steht für demokratisches Design
Behütet in die Zukunft blicken!
Where Shadows Fall - Wo Licht und Schatten sich berühren
Hans Method macht Bio-Bikinis
Sapé bringt Freude ins Leben
Designhandwerk mit Liebe zum Detail
Simpelthen entwirft Mode für Puristen
Treger setzt auf Retro-Träger
Passgenau unterwegs mit Risch Shoes
This belebt mit THISMADE Räume
WerkDorf bändigt Naturleder
So natürlich hast du dich noch nie gebettet
Ledertaschen und Berner Lebensfreude
Darum trägt Mann Massanzug
Bei Leena macht der Webstuhl die Musik
Handwerk für den Fuss
Felbers Hüte sind ein Statement
Die Meister der Messer
flot hus lebt klare Formen
Poesie & Wagemut
Design aus Kolumbien
Verspielte Detailliebe
Meditation am Webstuhl
Gute Ideen im Blick
Kreise retten die Welt
Kreisläufe sind gross in Mode!
Jeans wie eine zweite Haut
COOK & SHARE
Lebensmittel direkt vom Erzeuger

Dann gehen frische und nachhaltig angebaute Lebensmittel aus Indien oder Peru auf die Reise in die Schweiz – mit klarer und denkbar kurzer Lieferkette, fairem Lohn für die Erzeuger und dem guten Gefühl, genau zu wissen, woher das eigene Essen kommt.

PLAY & CREATE
Bastelideen und mehr von Kindern für Kinder

Besonders daran ist, dass die Inhalte von Kindern entwickelt oder zumindest von Kindern vorselektiert werden – und dadurch auch besonders gut auf die Bedürfnisse von Kindern zugeschnitten sind.

FIT & WELL
Natürliche Hautpflege mit Wildkräutern

In Castasegna, einem Dorf im Bergell/GR, werden seit über 30 Jahren Haut- und Körperpflegeprodukte hergestellt. An diesem schönen Ort entwickelt das Team um Geschäftsführer Philippe Auderset – ganz der Schönheit der Natur und jener seiner Kunden verschrieben – viel Neues und Innovatives.