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LIVE & WEAR

30.11.-1

«NACHHALTIGKEIT ENTLANG DER GANZEN LIEFERKETTE UMSETZEN»

Die Lederindustrie revolutionieren!

Dank den drei Freundinnen von fin ist es für Liebhaber schöner Lederprodukte nun möglich, diese auch mit gutem Gewissen zu benutzen. Denn für fin beginnt die Gestaltung nicht erst bei der Formgebung oder der Materialauswahl. Die drei Zürcherinnen haben sich zum Ziel gesetzt, die ganze Wertschöpfungskette gleich mitzugestalten – nach ihren Ansprüchen natürlich. Im Gespräch erzählen sie uns von Reisen in die Toskana, Mutterkuhhaltung und ihren Revolutionsabsichten.

Was macht fin genau und was heisst der Kürzel eigentlich?
fin steht kurz für "forever is now“. Für uns bedeutet das, dass wir nur durch verantwortungsvolles Handeln im Heute ein gutes Morgen haben können. Mit unseren Produkten möchten wir Nachhaltigkeit entlang der ganzen Lieferkette umsetzen. Wir gestalten nicht nur die Produkte, sondern deren Produktionsweise und Materialherkunft gleich mit. Unser erstes Projekt ist eine Ledertaschenkollektion mit einer sozial und ökologisch verantwortungsvollen und genau rückverfolgbaren Wertschöpfungskette. 

Was macht fin genau nicht?
Fast Fashion, kurzlebige Trends, Produkte mit intransparenter Herkunft.

Wieso braucht die Welt fin?
Weil «made in» nicht mehr genügt. Wir wollen wissen, wie etwas gemacht wird. Wir müssen in der Leder- und Textilindustrie die ganze Wertschöpfungskette sozial und ökologisch mitgestalten können. 

Seid ihr auch privat Freundinnen?
Wir kennen uns teilweise bereits aus Kindertagen und auf den vielen tollen Reisen in die Toskana – wo unsere Produktion stattfindet – lernen wir uns eh alle ständig neu kennen.

Wie sieht euer Arbeitsplatz aus?
Unser Arbeitsplatz sind die Kaffees der Städte Zürich und Florenz. Wir verbringen auch viel Zeit direkt in der Manufaktur, wo unsere Produkte hergestellt werden.

Was habt ihr vor fin gemacht?
Wir haben alle neben fin noch andere Jobs:
Projektarbeit für die Stadt Zürich, Nachhaltigkeitsmanagement im Detailhandel, Lehrtätigkeit für angehende SchneiderInnen.

Wieso macht ihr Lederprodukte? Gab es ein Schlüsselerlebnis dafür?
Die Vorurteile über die Lederproduktion sind zahlreich und teils leider wahr: Fragwürdige Herkunft der Tierhäute, Schlechte Haltung der Tiere oder der Einsatz von vielen Chemikalien. Wir wollten die Lederindustrie neu denken und zeigen, dass es auch anders geht. Deshalb haben wir mit unserem Projekt in der Lederindustrie einen Akzent gesetzt und hoffen, dass ein Umdenken stattfinden wird.

Wieso Produkte aus tierischen Rohstoffen, wenn es auch Alternativen gäbe?
Leder wird mit den Jahren immer schöner und edler. Zudem bleibt gutes Leder ewig brauchbar. Mit unserem Projekt zeigen wir auf, dass man einen sinnvollen Umgang mit tierischen Rohstoffen haben kann. Wir arbeiten ausschliesslich mit Nebenprodukten einer verantwortungsvollen Fleischindustrie und verwenden nur Bio Suisse- und Mutterkuh-Tiere. Veganes Kunstleder wird meist noch aus Erdöl hergestellt… nicht unbedingt die Lösung, oder?

Als ihr angefangen habt: Was lief nicht so wie erwartet und wie habt ihr das Problem gelöst?
Wir mussten die Lieferkette von hinten aufrollen, überdenken und unsere Forderungen anbringen. Plötzlich sahen wir uns über Mutterkuhhaltung oder Lieferwege zur Gerberei diskutieren. Normalerweise gehen Brands wie wir auf die Manufaktur zu und bestellen das passende Leder. Unsere Vorgehensweise verlangte Überzeugungsarbeit bei allen Akteuren und deren Mut, sich auf das Experiment einzulassen.

Wie habt ihr euch am Anfang finanziert?
Das Bundesamt für Landwirtschaft hat uns in der Entwicklung und Produktion finanziell unterstützt.

Was fehlt euch?
Wir wollen unbedingt spannende Leute aus der Interior Design-Szene kennenlernen. Wir würden drum gerne unser Leder auch bei Möbeln einsetzen können. 

Was tut ihr, wenn euch der Mut verlässt?
In Florenz einen Spumante trinken.

Wie wollt ihr wahrgenommen werden?
Als Revolutionärinnen der Lederindustrie.

Welche Lektion habt ihr in letzter Zeit gelernt?
Ideen nicht nur in Gedanken zu spinnen, sondern den Mut haben diese umzusetzen. 
Es lohnt sich!

Was sollte der achtsame Konsument von heute unbedingt kaufen?
Weniger und ausgelesener. Auf die Zeitlosigkeit des Designs achten sowie nachhaltige Materialherkunft und Produktion berücksichtigen.

Hört ihr Musik beim Arbeiten? Was denn?
Immer und überall! Aktuell: 
„Céline“ von Federico Albanese
„Pornstar“ von Puts Marie
„is it ok“ von Pablo Nouvelle feat. Fiona Daniel
„Fox Tales“ von Koloto, 
und natürlich Adriano Celentano, um das italienische Lebensgefühl nicht zu verlieren.

Welche 3 Sachen empfiehlt ihr Freunden bei euch in Zürich im Kreis 6 zu erleben?
Einkaufen: TheNewNew / Eva’s Apples
Essen: Restaurant Kreis 6 oder Moudis
Tun: im Irchelpark Enten füttern

Was wollt ihr als nächstes erreichen?
Wir bauen aktuell gerade Kooperationen mit anderen Unternehmen auf. Und natürlich hirnen wir ständig auch an neuen Projektideen herum. Alpaca-Wolle aus Peru gefällt uns beispielsweise! Wir freuen uns und sind gespannt, wohin es mit fin gehen wird.

PLAY & CREATE
Diese Handy-Hülle schaltet dich offline

Martin Bütler, Lennart Behrmann und James Rushton – das sind die Gründer des Zürcher Startups LeBehr. Im Oktober 2017 haben die drei eine spezielle Handyhülle erfunden: Sie erlaubt dem Benutzer, komplett offline zu sein. Wie das funktioniert? Die Cases aus Leder blockiert jegliche Verbindung zur Aussenwelt.

LIVE & WEAR
Handwerk für den Fuss

Stefan Rechsteiner und Patrick Rüegg sind mit ihrem Label Velt auf der Suche nach einem zeitgemässen Herrenschuh. Dies lässt die beiden Gestalter zwischen Berlin und Othmarsingen, Technologie und traditionellem Handwerk, Produktdesign und Mode pendeln.

LIVE & WEAR
Bei Leena macht der Webstuhl die Musik

Das Weben hat Leena Pinomaa in ihrer Heimstadt Helsinki erlernt. Erst als Hobby gedacht, wurde die Leidenschaft plötzlich so gross, dass Leena Pinomaa das Weben zum Beruf machte. In Zürich richtete sie sich eine Werkstatt für Textilien aus Naturmaterialien ein.