16
«ALLE GESCHICHTEN DIE ZUM LESEN EINLADEN UND GELESEN WERDEN SOLLEN»
ERSTAUFLAGE
Das Journal ist unser Blog und bietet Informationen zu Ausstellern oder Stories die uns interessieren.

LIVE & WEAR

06.02.2018

«GUTE IDEEN BRAUCHEN ZEIT, UM ZU REIFEN»

Die Meister der Messer

In den 90er Jahren hatte Vater Otmar die zündende Idee für das Familienbusiness. Er entwickelte einen Rollschleifer für stumpfe Messer, der Hobby- und Profiköchen die Arbeit leichter macht. Anfang 2000 legte er das Projekt auf Eis – bis Sohn Timo 2015 ins Unternehmen einstieg. Der Jungdesigner entwickelte das Gerät mit seinem Vater weiter. Und 2016 kam der Horl 1993 optimiert und im eleganten Look wieder auf den Markt. Gemeinsam möchten sie den Schärf- und Schleifmarkt revolutionieren.

Was ist Horl 1993?
Eine familiäre Messerschleifer-Manufaktur mit Fokus auf kompromisslose Qualität, Benutzerfreundlichkeit und dem Blick fürs Detail. 

Was nicht?
Ein billiger Bauchladen für alles.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, einen Messer-Rollschleifer weiterzuentwickeln? 
Die Grundidee entwickelte mein Vater bereits in den 90ern. Nach einigen Jahren im Verkauf stampfte er das Projekt aber Anfang 2000 ein. 2015 gruben wir die Konstruktion wieder aus und entwickelten sie so weiter, wie sie nun seit November 2016 auf dem Markt ist.

Wer steckt hinter Horl 1993?
Mein Vater Otmar Horl (Konstruktion) und ich, Timo Horl (Design).


Gestaltet ihr auch andere Produkte?
Noch nicht.

Wie läuft ein Gestaltungsprozess bei euch ab?
Oft entwerfen und verwerfen wir auf langen Autofahrten zu Messen ganze Konzepte. Danach setzen wir uns für ein Sparring zusammen. Dieses benötigt manchmal eine Iteration, manchmal 20. Über erste Skizzen geht es dann an die technische Umsetzung bis hin zum Prototyp. Packaging und Produktdesign entstehen meist parallel. Wichtig für uns ist, den Ideen Zeit zu geben, um zu reifen.

Wieso braucht die Welt Rollschleifer? 
Das haben wir uns auch gefragt, bis uns die Kunden überrannt haben. Scheinbar bot der Markt bisher noch nicht die optimale Lösung.


Was nimmt euch die meiste Arbeit ab?
Meine Mutter. Sie übernahm vor einigen Wochen die Buchhaltung – Gottseidank. 

Wie kommt ihr auf gute Ideen?
Mit Zeit, Glück, Austausch und dadurch, dass wir immer offen für eine bessere Lösung sind.

Wie sieht euer Arbeitsplatz aus?
1. Werkbank, Einzelteile und Schmierfett 
2. Hinter dem Messestand
3. iMac und Adobe Creative Cloud & Telefon

Was sind eure nächsten Ziele?
Wir möchten den Rollschleifer gerne noch flexibler einsetzen. Dies soll in Form einer weiteren Produkterscheinung 2018 umgesetzt werden. Grundsätzlich gibt es im Schärf- und Schleifmarkt noch Einiges zu revolutionieren.


Habt ihr nebenbei noch andere Jobs?
Seit dem 1. Januar 2018 nicht mehr.

Welche drei Sachen soll man bei euch in der Region unbedingt erleben?
1. Tour durch den Schwarzwald
2. Wurst vom Münsterplatz 
3. Europapark

Hört ihr Musik beim Arbeiten? Was denn?
Ja. Jay Z, Jon Bellion, Michael Jackson, Mayer Hawthorne und Linkin Park 

PLAY & CREATE
Postkarten für die Ewigkeit

Das Zürcher Papeterie-Label «Le pigeon voyageur» kreiert Artikel mit individuellem Charakter und will damit die verschwindende Analog-Handwerks- und Kommunikationskultur am Leben erhalten.

PLAY & CREATE
Diese Handy-Hülle schaltet dich offline

Martin Bütler, Lennart Behrmann und James Rushton – das sind die Gründer des Zürcher Startups LeBehr. Im Oktober 2017 haben die drei eine spezielle Handyhülle erfunden: Sie erlaubt dem Benutzer, komplett offline zu sein. Wie das funktioniert? Die Cases aus Leder blockiert jegliche Verbindung zur Aussenwelt.

LIVE & WEAR
Handwerk für den Fuss

Stefan Rechsteiner und Patrick Rüegg sind mit ihrem Label Velt auf der Suche nach einem zeitgemässen Herrenschuh. Dies lässt die beiden Gestalter zwischen Berlin und Othmarsingen, Technologie und traditionellem Handwerk, Produktdesign und Mode pendeln.