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FIT & WELL

25.03.2019

«Ich wollte gerne etwas in eine Form gestrickt haben, welche den Stoffverschnitt umgeht, der beim normalen Nähen anfällt.»

Die Superstrickjacke

Die einfallsreiche Designerin Annette Kres von House of Aim kanalisiert und kombiniert die Genialität von Bio-Kunst, Weiblichkeit und Materialien in eine ganz besondere Strickjacke. Der hier vorgestellte Cardigan lässt sich in acht (!) verschiedenen Varianten tragen und ist aus 100% gekämmter Baumwolle hergestellt. Und wieso genau das gestrickte Muster, das durch Grafikdesignerin Katharina Gradl strickfähig wurde, einer lebendigen Ameise mit Mikrochip zu verdanken ist, erzählt uns Annette selbst…

Bitte beschreibe euer spezielles Produkt möglichst präzise in einem Satz.
Ein Cardigan, der sich in bis zu acht verschiedenen Varianten tragen lässt.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, gibt es eine schöne Anekdote dazu?
Ich wollte gerne etwas in eine Form gestrickt haben, welche den Stoffverschnitt umgeht, der beim normalen Nähen anfällt. Der Cardigan besteht aus einem Rechteck, dessen gestricktes Muster eine sehr spezielle Geschichte hat: Es stellt den Pfad dar, den eine Ameise hinterlegt. Hierzu war ich in Kontakt mit einem Forscherteam der Uni Lausanne, welches Ameisen mit Mikrochips ausstattet, deren Wege verfolgt und das Phänomen erforscht, wie sie untereinander kommunizieren. Eine solche «kleine» Ameisenreise hat dann die Grafikerin Katharina Gradl in ein strickbares Design umgesetzt.

Warum braucht man euren Cardigan unbedingt, was macht ihn so speziell?
Dass man mit einem einzelnen Teil ganz verschiedene Variationen hat: Von Weste, Strickmantel, Strickjacke bis hin als Überwurfdecke für Shavasana nach der Yogaklasse. So spart man Platz und Ressourcen, hat aber trotzdem noch Abwechslung im Kleiderschrank.


Was war bestimmend für das Aussehen: Funktion, Form oder Idee?
Zuerst war die Form, also das Rechteck, um wenig Verschnitt zu haben. Dann wurden die verschiedenen Tragevariationen ausprobiert, was zu den unterschiedlichen Funktionen führte. Parallel dazu entwickelte sich das Ameisenprojekt mit der Frage: Was wäre, wenn ein Insekt beim Designprozess mitwirken würden

Woraus besteht es und wieso gerade diese Materialien?
Der Cardigan besteht aus «100% combed cotton». Auf Deutsch: 100% gekämmte Baumwolle ist weicher und stärker als herkömmliche Baumwolle, weil die kurzen, brüchigen Fasern ausgekämmt werden. Ich persönlich trage sehr gerne Baumwolle im Alltag, wenn ich keine speziellen Faserfunktionen brauche, darum habe ich mich dafür entschieden.

Wie und wo wird er hergestellt? Und wer macht ihn genau?
Der Cardigan wird von einer Strickerei in Mühlhausen hergestellt. Die Gegend Deutschlands hat echt eine reiche Textiltradition. Während meines Studiums hatte ich das Glück, Kontakte zu verschiedenen Betrieben zu knüpfen, die auch Kleinserien herstellen. Natürlich ist immer ein Herstellungsanteil Handarbeit, aber der Grossteil des Strickens macht in diesem Fall eine Maschine, welche exakt auf das Garn und die Strickart eingestellt werden muss. Das braucht enorm viel Erfahrung und glücklicherweise kann ich mich voll und ganz auf den Hersteller und sein Team verlassen.


Was ist wirklich schwierig an der Herstellung?
Da ich aus der klassischen Flächenwaren-Nähverarbeitung komme, habe ich in diesem Bereich viel dazugelernt: Strickware an sich ist ein sehr weites Feld mit unzähligen Möglichkeiten. Man kann verschiedene Garnmischungen und -stärken verwenden, diese wiederum in unglaublich vielen Mustervarianten von Hand oder maschinell verstricken. Letzteres braucht erfahrene Bekleidungsingenieure, die das kreative Denken des Designers in die Maschine einspeisen können. Wobei auch hier oft das Experimentieren oder gar Fehler zu toppspannenden und innovativen Ergebnissen führen können.

Ist das Produkt Teil einer Serie, sprich, gibt es einen Vorgänger oder eine Weiterentwicklung?
Es gibt noch eine Art Variante ohne Ärmel, die aber nicht gestrickt ist. Auch hier war am Designprozess ein Tier beteiligt, in diesem Fall eine Kellerassel. Die Entwürfe von HOUSE OF AIM sind oft vielfältig tragbar und auch oft voneinander inspiriert – darum ist vieles eine Weiterentwicklung von bereits bestehenden Stücken.

Im Rück- und Ausblick, wo liegen die Schwächen und wo die Stärken?
Schwächen hat der Cardigan nicht unbedingt. Die Stärken sind sicherlich sein aussergewöhnliches Design und dass er so vielseitig tragbar ist. Aber am Ende entscheidet sowieso meist der persönliche Geschmack, was wem wie zusagt.

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