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02.04.2018

«DEZENTRALE LÖSUNGEN BRAUCHEN WENIGER TRANSPORT-WEGE»

Die Würmer erledigen das

Die Idee ist simpel: Der Bio-Abfall kommt oben hinein – und unten als frischer Humus wieder heraus. Dazwischen erledigen Würmer ihre Arbeit. Stinkende Müllsäcke und übervolle Grünkübel spart man sich – sogar, wenn man nur einen kleinen Balkon zum Aufstellen hat. Was damit bewirkt wird? Dezentralisierung des Kompostwesens, Verkürzung der Transportwege und die Förderung natürlicher Kreisläufe. Mit ihrer Idee rennen die vier Gründer offene Türen ein und könne mittlerweile schon teilweise von ihren Würmern leben.

Was ist WormUP? Und was nicht? In ein, zwei Sätzen?  
WormUp ist ein Zürcher Start-Up, welches sich mit viel Herz und Leidenschaft dem Recyceln von organischen Abfällen durch Wurmkompostierung verschrieben hat. Das erste Produkt vom noch jungen Unternehmen ist der WormUp_Home (Launch Nov 16): Ein fünfteiliges, ausgeklügeltes Keramik-Etagen System zum Daheim kompostieren – drinnen oder draussen. Der low-tech Komposter funktioniert mit einer Startpopulation von 1000 Würmern – Ton als atmungsaktive, natürliches Material gewährleistet eine schöne Optik des Gefässes, Langlebigkeit des Produktes und ein optimales Wurm-Klima im Mini-Ökosystem.
Im März 2018 bringt WormUp ausserdem zwei weitere Kompostierlösungen auf den Markt: WormUp_Scale und WormUp_Tube.

Wer hatte die Idee dazu und wie ist er/sie darauf gekommen?
Es war die Idee, welche uns zusammengebracht hat. Was wir alle gemeinsam hatten, ist, dass wir auf dem Land mit Kompost im Garten aufgewachsen sind. Dann der Auszug daheim, Einzug in eine Stadtwohnung und keine Möglichkeit mehr seine organischen Abfälle selber zu recyclen. Das hat uns alle irgendwie genervt. Noch bevor wir uns kannten. Dennis (nicht mehr dabei) und Nikolai haben einen Film über einen Selbstversorger in New York gesehen, in dem Wurmkompostierung vorkam. Sie holten ihren alten Freund und Industriedesigner Luiz an Bord. Dieser kannte Erich, der als Umweltingenieur zu dem Zeitpunkt bereits seit längerem zum Privatnutzen Wurmkompostierung auf seinem Stadtbalkon betrieb. Sarah kam während einer Permakultur-Ausbildung beim Reisen in Thailand auf den Wurm und als die Jungs im Frühsommer 2015 bei Einstein auftraten, hat sie sich bei ihnen beworben. So wurden wir im Juni 2015 zum heutigen Gründer-Team WormUp. 


Ist bei Euch wirklich der Wurm drin?
Wir kompostieren alle mit Würmer zu Hause. Sonst ist der Wurm nur in Ausnahmefällen drin. Natürlich gibt’s immer mal wieder kleine Pannen, wo der Begriff dann immer sehr schnell fällt;)

Und wieso funktioniert das Kompostieren mit Wurm besser als ohne Wurm?
Nicht besser, aber anders. Darum ermöglicht es auf so kleinem Raum und geruchsneutral zu kompostieren.

Was ist, wenn die Würmer aus dem Komposter abhauen? 
Einsammeln. Ursachen eruieren, was sie in die Flucht getrieben hat, Ursache beheben, Würmer dann liebevoll in ihr wieder wurmgerechtes Daheim einquartieren.

Wie sah der erste Schritt zur Verwirklichung der Idee aus?
Business Start-Up Weekend, Sponsoring durch die ZHdK gewonnen und der Tanz zur Namensfindung.


Und was ist der schwierigste Schritt dabei jemanden von Eurem Produkt zu überzeugen?
Gar nicht schwierig – es ist eher so, dass es bei den meisten Leute ein «Klick-Moment» ist wenn wir erklären, was es mit dem HOME auf sich hat. Abfall ist universell. Jeder hat Abfall. Und bei vielen ist das Thema Abfall auch emotional besetzt – es ist einfach, mit Leuten darüber zu reden, dass sie keinen stinkenden, triefenden Abfallsack oder Grünkübel mehr wollen. Nur die, die partout keine Würmer mögen, oder die, die bereits einen grossen Komposter im Garten haben, sind nicht wenigstens gwundrig und interessiert.

Wer gehört heute zum Kernteam?
Johanna (1. Mitarbeiterin) Sarah, Erich, Luiz, Nikolai (Gründung).   


Entwickelt ihr auch andere Produkte? Mit oder ohne Wurm?
Letzte Woche an der Giardina haben wir Tube und Scale gelauncht. Mit grossem Stolz werden wir diese jetzt etablieren und ausbauen und ganz konkret sind wir noch in der Entwicklung eines weiteren Produktes, dies auch mit Unterstützung der Klimastiftung Schweiz. Momentan haben alle Produkte mit Würmern zu tun. Urban Agriculture und ganzheitliche Landwirtschaft ohne Kunstdünger oder GMO sind Leitkultur.  

Wieso braucht die Welt Eure Kompostlösung?
Damit keine Ressourcen mehr verschwendet werden. Dezentrale Lösungen brauchen weniger Transportwege. Es gibt dem einzelnen User die Lösung selbst in die Hand, macht unabhängig vom aktuellen Entsorgungssystem der Gemeinde oder Stadt. Es bringt uns wieder näher zu den natürlichen Kreisläufen. Kinder lieben Würmer – und die Faszination das aus einer Bananenschale mehr oder weniger beim Zugucken beste Erde wird, haut auch Erwachsene immer wieder aus den Socken.


Wie kommt ihr auf neue Ideen? Und wie entwickelt Ihr sie weiter? Gibts da ein Ritual oder geschieht das von selbst?
Jeden Tag bringt eigentlich irgendjemand etwas Neues mit. Z.B. Wie wir etwas organisieren könnten, etwas darstellen könnten, wen wir kontaktieren könnten etc. Jede/r bringt immer wieder von irgendwoher neue Inspiration – was gelesen, was gesehen, was gehört, was ausprobiert. Geschieht wie von selbst.

Ist eine ultimative angelegte Lösung wie die Eure überhaupt mit neuen Ideen kompatibel?
Klar – wird sind ja ein Start-Up, wir entwickeln uns ständig. Die Richtung ist grob gezeichnet aber in dem Rahmen ist viel Spielraum zur Entwicklung in verschiedenste Richtungen.

Habt ihr nebenbei noch andere Jobs? 
Zwei ja, drei nein. 

Welche 3 Sachen empfiehlt ihr Freunden bei euch in der Region zu tun/essen/erleben/kaufen
Mittagspause schwimmend in der Limmat verbringen 
-Food Sharing Schweiz – die Brotbox in der Kernstrasse ist ein echter Geheimtipp für feines Brot 
-Hardturm Brache 
-Brocki Manesseplatz 

LIVE & WEAR
Aus Nachfrage wird Angebot

2012 gründeten Baba Steiner und Mary Steiner ihr Label We love you love. Und zwar aus der schlichten Motivation heraus, dass die Dinge, die sich als werdende Mütter damals wünschten, in der Schweiz schlichtweg nicht oder nur mit Zollaufschlag zu haben waren. Der Eigenimport war die logische Konsequenz. Und so grosser Anklang ihres mit viel Liebe kuratierten Sortiments die Folge, dass heute ein kleines Unternehmen daraus geworden ist.

COOK & SHARE
Lebensmittel direkt vom Erzeuger

Crowd Container bringt Erzeuger und Konsumenten in direkten Kontakt zueinander: Die Plattform sammelt Lebensmittelbestellungen zu einem vorher definierten Angebot – und so lange, bis sich mit den Bestellungen ein ganzer Container füllen lässt. Dann gehen frische und nachhaltig angebaute Lebensmittel aus Indien oder Peru auf die Reise in die Schweiz – mit klarer und denkbar kurzer Lieferkette, fairem Lohn für die Erzeuger und dem guten Gefühl, genau zu wissen, woher das eigene Essen kommt.

LIVE & WEAR
Fashion Revolution International: Für fairere und nachhaltigere Mode

Seit drei Jahren gibt es den Schweizer Ableger von Fashion Revolution International – insgesamt hat die globale Bewegung bereits mehr als 2,5 Millionen Mitgliedern in über 100 Ländern. Alle eint ein gemeinsames Ziel: Zu erfahren und öffentlich zu machen, unter welchen Umständen die Modeindustrie unsere Kleidung produziert. Und über das dadurch aufgebaute Bewusststein einen Anstoss für eine Verbesserung der Verhältnisse zu geben – vor allem bei den Rohstoffproduzenten und den Arbeitern in den grossen Textilfabriken Asiens. Mitmachen kann jeder – sogar ganz einfach.