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WEAR & CARE

06.03.2019

«Was wäre, wenn all die Fastfashion- und Luxusbrands so viel Geld, wie sie in Marketing investieren, auch in Nachhaltigkeit investieren würden?»

DNA einer Nachhaltigkeitsmanagerin

f i n setzt Akzente, hinterfragt und geht neue Wege. Nachhaltigkeit ist ihre Basis fürs Entwickeln von Produkten und Wertschöpfungsketten. Aber Transparenz bis zurück zu «made in» ist Gründerin Anna Vetsch nicht genug. Sie wird mit ihrer Geschäftspartnerin und Designerin Janine Wirth die Nachhaltigkeit in der Leder- und Textilindustrie weiter erforschen, entwickeln und zu Innovationen umsetzen, um in Kooperation mit den grossen Brands Nachhaltigkeit in unser aller DNA zu verankern.

Anna Vetsch

Was wolltest du als Kind werden? 
Reiseleiterin oder Tänzerin.

Wie bist du Nachhaltigkeitsmanagerin geworden? Was hast du vorher gemacht?
Ich habe ursprünglich Politikwissenschaft, Ethnologie und Völkerrecht studiert. Dabei habe ich mich für sozialpolitische Themen, Menschenrechte und auch für traditionelles Handwerk wie Weben etc. interessiert. Textilien, Leder und die Menschen dahinter blieben auch nach dem Studium meine grösste Passion und Faszination. So habe ich den Einstieg als Projektleiterin Nachhaltigkeit gefunden. Seit mehr als sechs Jahren ist das nun mein Beruf, in welchen ich mich ständig weiterbilde.

Wie sieht dein Arbeitstag aus? Grob in Stichworten…
Arbeit mit dem Thema Menschenrechte in Lieferketten. Umsetzung von Umwelt- und Schadstoffanforderungen in Produktionen. Rohstoffe recherchieren und mitentwickeln. Rückverfolgbarkeit und Transparenz in Wertschöpfungsketten. Reise zu und Dialog mit Produzenten. Innovative Businessmodelle «Closing and Slowing the Loop» einsetzen und noch mehr Research nach kreativen Lösungen betreiben.

Was liebst du an deiner Arbeit?
Den Kontakt und Austausch mit den verschiedensten Menschen.

Die Lederindustrie steht vor grossen Herausforderungen.

Welchen Herausforderungen begegnest du und wie?
Die Textil- und Lederindustrie hat in Sachen Nachhaltigkeit einiges aufzuholen. Nachhaltigkeit muss Teil des Verständnisses für Qualität werden. Viele der bestehenden Prozesse müssen durchbrochen und neu gedacht werden. Das braucht Überzeugungsarbeit in einer Traditionsindustrie.

Was ist dein erster Gedanken am Morgen nach dem Aufstehen?
Hoffentlich scheint heute die Sonne.

Was antwortest du, wenn dich jemand abends fragt, was du den ganzen Tag gemacht hast?
Geschrieben, Konzepte entworfen, gerechnet, an Meetings teilgenommen, gesprochen, herumstudiert, recherchiert, Produzenten und Konferenzen besucht.

Was fällt dir zu «Work-Life-Balance» ein?
Für mich ist ganz klar: Familie, Freunde und Gesundheit sind wichtiger als Arbeit.

Anna nimmt den ganzen Herstellungsprozess unter die Lupe.

Wie gehst du mit Stress um und wie mit Langeweile?
Stress gehört dazu – konstruktiver und positiver Stress kann Kraft geben. Langweile ist ein Luxus, den ich geniesse. Entschleunigung ist wichtige Energie für uns selbst wie auch für eine nachhaltige Industrie. Für mich hängt alles zusammen.

Wie oder was würdest du ändern, wenn du könntest?
Was wäre, wenn all die Fastfashion- und Luxusbrands so viel Geld, wie sie in Marketing investieren, auch in Nachhaltigkeit investieren würden? Mehr Investitionen in Nachhaltigkeit und weniger in schnelllebigen Nonsens.

Was wirst du wo in zehn Jahren tun?
Ich werde mit meiner Geschäftspartnerin und Designerin Janine Wirth die Nachhaltigkeit in der Leder- und Textilindustrie weiter erforschen, entwickeln und innovative Projekte und Produkte umsetzen, um in Kooperation mit den grossen Brands Nachhaltigkeit in aller DNAs zu verankern.

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Voller Überzeugung widmet Maria ihren ganzen Arbeitstag dafür, den sie natürlich mit «ihrem» eigenen, frischen Kaffee beginnt. Dass bei all dem ihre Worklife Balance ab und zu etwas in Schieflage gerät, nimmt sie aber gerne in Kauf.


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