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LIVE & WEAR

09.12.2017

«SOLANGE MAN EINMAL MEHR AUFSTEHT, ALS DASS MAN UMFÄLLT, IST NICHTS VERLOREN.»

Gute Ideen im Blick

Mit offenen Augen und einer Holzbrille auf der Nase gehen die vier Freunde aus St. Gallen durch die Welt und stossen dabei auf allerhand Ideen, die sie begeistern und die sie sofort umsetzen wollen. Im Moment arbeiten die Holzfreunde von EINSTOFFEN an ihrem neuesten Streich: Schweizer Uhren aus Holz. Und wenn es ihre kostbare Zeit zulässt, entwickeln sie bei einem Klosterbräu bei den Drei Weihern ihre Ideen weiter.

Was ist Einstoffen – und was nicht?
Bei uns trifft die raue Natur der Alpen auf das urbane Lebensgefühl der Grossstadt. EINSTOFFEN will Brücken schlagen und sucht ständig Neuland. Wir machen Brillen aus Holz und Stein, T-Shirts, Hemden und Schweizer Automatikuhren aus Holz. Immer wieder neu, immer in Bewegung bleiben – das ist EINSTOFFEN.

Wie seid Ihr auf die Idee gekommen, Produkte/Accessoires aus Holz zu gestalten?
Wir hatten irgendwo an einer Messe eine komplett überdimensionierte Brille aus Holz als Stand-Dekoration gesehen und dachten uns: Warte mal, das muss doch irgendwie auch «in Echt» gehen...

Wer steckt alles hinter Einstoffen?
Ursprünglich vier Freunde. Ramon und Raphael Büsser, Christian Gisler und Philippe Rieder. Mittlerweile sind wir etwas mehr...

Brillenrahmen aus Stein und Holz.

Ab wann und warum wusstest ihr, dass eure Idee funktionieren könnte?
Auf Reisen kam uns 2008 die Idee, T-Shirts eines Thailändischen Designers in die Schweiz zu importieren. Das klappte aber eher schlecht als recht und so begannen wir, die Designs gleich selbst zu machen und erweiterten das Produktangebot auf Hemden. Als wir 2012 mit den ersten Holzbrillen kamen, konnten wir zum ersten Mal bescheidene Löhne zahlen. Seit 2013 leben wir alle davon. Bei den Brillen wussten wir aufgrund der Nachfrage eigentlich von Anfang an, dass wir da auf etwas gestossen waren. Da gehörte bestimmt auch eine Prise Glück dazu. 

Gab es Rückschläge?
Ja. Rückschläge gibt es. Nach wie vor. Ich denke, das ist aber in jeder Firma ganz normal. Ein eigenes Unternehmen ist immer ein riskantes Unterfangen und in neue Märkte einsteigen sowieso. Dass da nicht alles auf Anhieb klappt, ist fast schon vorprogrammiert. Aber aus Rückschlägen lernt man eigentlich mehr als aus Erfolgen. Solange man einmal mehr aufsteht als man umfällt, ist nichts verloren.

Wie entwickelt ihr Ideen weiter? Wer/was hilft euch dabei?
Das ist ganz unterschiedlich. Teilweise holen wir uns Leute ins Boot, die in dem Bereich, in dem wir arbeiten möchten, ausgebildet sind. Das können Optiker, Schnitt-Technikerinnen oder Graphikdesigner sein. Zum Teil spinnen wir unsere Ideen auch spontan und selbstständig weiter. Wichtig ist immer zu wissen, wo man sich Tipps und Tricks holen kann.

Wie sieht euer Arbeitsplatz aus?


Wieso braucht die Welt Brillen aus Holz?
Alle, die bereits eine Holzbrille tragen konnten, wissen: Holz fühlt sich für die Haut viel angenehmer, kühler und geschmeidiger an als die meisten anderen Materialien. Im Sommer schwitzt man zum Beispiel weniger als mit einer Kunststoff- oder Metallbrille. Ausserdem ist der Rohstoff nachwachsend und lebendig. Das heisst: Jedes einzelne Exemplar ist ein Unikat.

Verratet uns bitte, wie man auf gute Ideen kommt.
Das Geheimrezept wüssten wir – ehrlich gesagt – auch selbst gerne.
Mit offenen Augen durch die Welt gehen und sich aus der grossen Informationsflut die kleinen Dinge merken, die einem gefallen.

Was nimmt euch die meiste Arbeit ab?
Es gibt so viele tolle Apps für Dinge wie Project Management, Webshops etc. Diese helfen besonders, wenn man international arbeiten oder verkaufen will.

Was wollt ihr als nächstes erreichen?
Momentan arbeiten wir an unseren Swiss Made Uhren und wollen diese zu einer festen Produktsparte ausbauen.

Was muss man bei euch in St.Gallen unbedingt erleben/kaufen/sehen?
Neben dem Open Air und einem Besuch in der Stiftsbibliothek definitiv ein Klosterbräu auf Drei Weihern, vorzugsweise im Sommer. Eine Olma-Bratwurst auf dem roten Platz und ein Besuch bei EINSTOFFEN sollte auch nicht fehlen...

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