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19.02.2019

«Am besten sagt man ehrlich, ob man einen Wein mag oder nicht.»

Geschichte des Zürisee-Weins

Der Glarner Föhn, trocknender Biswind, Morgennebel, viel Sonne und optimale Bodenbeschaffenheit sind Besonderheiten, die dem Zürichsee-Wein seit jeher seinen unverwechselbaren Charakter verleihen. In diesem Klima bewirtschaftet Erich Meier als Selbsteinkelterer in Uetikon am See sieben Hektaren Rebland mit neun Traubensorten. Auf seinem geschichtsträchtigen Weingut entstehen Jahr für Jahr mit viel Handarbeit, Erfahrung und ausgeprägtem Perfektionismus erstklassige Weine. Denn Erich hat auch ein feines Gespür für Trends. Manchmal arbeitet er Tag und Nacht, bis der Wein seine Vollendung erreicht hat und seinen Qualitätsansprüchen gerecht wird.

Was ist einzigartig bei Erich Meier Weingut? In ein, zwei Sätzen…
Bei der Kelterung gehören wir zu den Trendsettern. Bei den Reben dagegen setzten wir auf die alten, seit Jahrzehnten bewährten Sorten, die am Zürichsee optimal gedeihen. So kreieren wir in Uetikon am See mit meiner bald 20-jährigen önologischen Erfahrung fruchtige, charaktervolle Weine auf höchstem Niveau, was dem Zürichsee-Wein die Dimension gibt, die Fachleute und Weinliebhaber gleichermassen überzeugt.

Wer hatte die Idee zum Unternehmen? Wie ist er/sie darauf gekommen und wieso?
Ich bin auf dem Betrieb aufgewachsen und mit ihm verwachsen und führe ihn in die 5. Generation. Während der Ausbildung zum Winzer und Winzermeister habe ich den Betrieb neu aufgebaut und von der ausschliesslichen Traubenproduktion ganz auf Weinbau mit Selbsteinkelterung umgestellt.

Wie sah der erste Schritt zur Verwirklichung der Idee aus?
Mit Neupflanzungen im Dorf Uetikon 1995 und einem Kellerneubau 1999. Ich begann mit einem Hektar Reben und bewirtschafte nun sieben Hektar.

Erich Meier, Winzer und Seebueb.

Was waren die grössten Schwierigkeiten zu Beginn?
Sehr hohe Investitionen über kleine Erträge und Gewinnung von Neukunden. Da vorher auf dem Betrieb nur Trauben produziert, nicht gekeltert wurden, musste ich insbesondere bei der Vermarktung von Null anfangen.

Wer gehört heute zum Kernteam?
Meine Frau Marie-Christin, ein Festangestellter Lenny Chod, eine Auszubildende, mein Vater und meine Person.

Wie entsteht eigentlich ein neuer Wein? Wie läuft der Gestaltungsprozess ab?
Kann ich nicht sagen, wir produzieren mit klassischen Rebsorten Wein. Die Herausforderung ist, jedes Jahr von Neuem mit der Natur zusammen einen neuen Jahrgang zu vinifizieren. Kein Jahr ist wie das andere.

Hast du einen Geheimtipp für Weineinsteiger? Wie beurteilt man Wein, ohne als Banause dazustehen?
Am besten sagt man ehrlich, ob man einen Wein mag oder nicht. Der eigene Gaumen ist ein guter Anfang, eigentlich ein präziser und intuitiver Kritiker. Nicht gleich mit fachspezifischen oder allzu blumigen Worten um sich schlagen, weil man schnell merkt, ob jemand etwas von Wein versteht oder nicht. Und bei der ganzen Fachsimpelei nicht vergessen, dass Wein immer auch Geschmackssache ist.

«Der eigene Gaumen ist eigentlich ein präziser und intuitiver Kritiker.»

Was sind heutzutage Herausforderungen in der Weinherstellung?
Die grösste Herausforderung ist die Natur, die jedes Jahr wieder anders tickt. Längerfristige, stabile Wetterlagen weichen den blitzschnell ändernden Konstellationen. Extrembedingungen wie Trockenheit, harter Regen, Sturm oder Hagel haben stark zugenommen. Es ist definitiv noch mehr Flexibilität gefragt, als die Arbeit mit der Natur sowieso schon abverlangt.

Was soll der Konsument beim Weinkauf beachten?
Weintrinken soll Spass machen. Das heisst die Weine kaufen, auf die man Lust hat. Denn auch aus Fehlkäufen lernt man.

Welchen Wein empfiehlst du immer Zuhause griffbereit zu haben?
Einen frisch, fruchtigen Weisswein oder einen Rotwein, der schon etwas gereift ist. Natürlich von unserem Weingut!

Welche Tools, Arbeitsweise etc. nimmt euch die meiste Arbeit ab?
Nicht viele. Bei uns ist Handarbeit gefragt. Egal, ob wir mit dem Traktor fahren oder von Hand am Rebstock arbeiten, herbsten, pumpen oder Flaschen füllen, wir Winzer begleiten stets jeden Schritt. Diese Vielseitigkeit lebe und liebe ich!

Wie kommt ihr auf neue Ideen, gibts da ein Ritual oder geschieht das von selbst?
Die meisten Wein-Ideen entstehen in Gesprächen mit Winzerkollegen am Küchentisch beim Essen und bei einer guten Flasche Wein mit meiner Frau, Freunden oder Familie, und beim Reisen. Diese werden weiterverfolgt und evtl. umgesetzt in kleinen Versuchen im Keller. Das Resultat sieht man dann eigentlich erst in einem oder zwei Jahren beim Nachdegustieren. Zeit ist ein wichtiger Faktor in unserem Beruf.

Blick in den Weinkeller.

Was sind eure nächsten Projekte/Ideen? Ein neuer Wein in Planung?
Weine im Einklang mit der Natur und der Zeit zu produzieren, ist Basis unserer Arbeit. Also, Biodiversität und Nachhaltigkeit weiterfördern.

Hast du einen Traum, den du dir in Zukunft gerne verwirklichen möchtest?
Den letzten Traum habe ich gerade verwirklicht: Wir haben im Herbst 2018 den ersten Jahrgang unserer Lagenweine Pinot Noir und Merlot «Kirche» lanciert. Der nächste Traum kommt bestimmt!

Welche 3 Dinge empfiehlt ihr Freunden, die bei euch in der Region tun/essen/erleben/kaufen wollen?
Auf jeden Fall im Zürichsee schwimmen! Ich bin ein Seebueb... Und die Region hat eine unglaublich gastronomische Vielfalt und Qualität zu bieten, die Dichte an Restaurants und guten Lokalen ist einzigartig.

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