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26.07.2018

«MASCHINENBAU IST UNSERE LEIDENSCHAFT!»

Die Espressoliebe für’s Leben

Mit der GILDA haben sich das Maschinenbau-Team um Marco Tschümperlin einen Traum erfüllt: Eine nach eigenen Anforderungen selbstkonstruierte Espressomaschine. Eigentlich nur als Einzelstück gedacht, sprach sich das Projekt so schnell herum, dass schon bald eine kleine Serie entstand. Die herausragende Konstruktion und die Schweizer Verarbeitungsqualität taten das Ihre: Mittlerweile gibt es die mit dem Red Dot Design Award ausgezeichnete GILDA sogar zu kaufen. Und eine ebenfalls selbst konstruierte, ziemlich innovative Espressomühle gleich noch dazu.

Was ist Gilda? In ein, zwei Sätzen? Was nicht?
GILDA ist eine Liebe fürs Leben. GILDA ist die kleinste, energieeffizienteste Dualboilermaschine auf dem Markt, und sie wird komplett in der Schweiz produziert und montiert.

Woher der Name?
Marco wollte unbedingt einen Frauennamen – eine Espressomaschine muss einen weiblichen Vornamen haben. Es folgten dann viele lustige Abende mit Freunden, an denen wir einen Namen für unsere Kaffeemaschine suchten. Keiner wollte so richtig gut passen; bis zu unserem Opernbesuch in Avanches im Sommer 2011 – Rigoletto von Verdi. Beim Abendessen vor der Aufführung lasen wir nochmals das Programm durch, schauten, wie die Besetzung aussieht, und dann sagten fast alle gleichzeitig: GILDA – das wäre doch ein schöner Name. Wer an diesem Abend die Gilda sang, weiss ich nicht mehr – aber der Name liess sich noch als Marke eintragen und schützen. Zum Glück für uns. Wir lieben diesen Namen, der sich auf Italienisch, französisch und englisch fast gleich anhört – deutsch ein bisschen anders, aber immer noch ähnlich. Wir sprechen ihn italienisch aus.

Wie ist es dazu gekommen, dass ihr euer eigenes Ding macht? 

Marco und ich (Dorothea) waren auf der Suche nach einer neuen Espressomaschine. Wir hatten genaue Vorstellungen, was sie alles erfüllen muss. Wir wussten, es muss eine Dualboiler-Maschine sein. Das heisst: einen Boiler für Heisswasser und einen für Dampf. Zudem muss sie einen separaten Heisswasserauslass für Teewasser haben, oder um einen Americano zubereiten zu können. Wichtig war, dass der Wassertank von vorne aus der Maschine gezogen werden kann. Dann wollten wir eine kontrollierte Brühtemperatur – das heisst, sie muss über einen PID Regler verfügen, und sie sollte schnell, sprich in 2 Minuten, auf Betriebstemperatur sein. Wichtig war uns auch die Hygiene – die Maschine muss komplett entleert werden können, sodass auch nach dem Entkalken oder bei längerem Nichtgebrauch kein Restwasser im System bleibt.
So machten wir uns auf die Suche, aber fanden keine Maschine, die diese Anforderungen erfüllte. Irgendwann meinte Marco: Komm, lass uns unsere eigene Espressomaschine bauen. Das mag jetzt ein bisschen verrückt klingen, doch in unserem Ingenieurbüro für Maschinenbau entwickeln wir seit über 20 Jahren Produkte für die Industrie. Maschinenbau ist unsere Leidenschaft!
Für uns alleine hätte ja ein Funktionsmuster/Prototyp gereicht. Doch als unsere Freunde Wind davon bekamen, dass wir unsere eigene Maschine bauen wollen, war die Reaktion: Also wenn die Maschine das alles kann, dann wollen wir auch eine! Von da an war klar: wir entwickeln eine Maschine mit einem komplexen Innenleben, die für den Anwender einfach in der Bedienung ist. Und ein weiterer Anspruch kam hinzu: Ein zeitlos, schönes Design.

Was war die grösste Herausforderung beim Aufbau der Firma?
Wir entwickelten die GILDA weil wir für uns eine Espressomaschine bauen wollten. Deshalb machten wir auch keine Marktanalysen, definierten nicht, welche Zielgruppe wir ansprechen wollten.
Doch bald nach Beginn der Entwicklung merkten wir: diese Maschine wird ein Hammer! Also definierten wir die maximalen Herstellkosten und einen möglichen Verkaufspreis.
Keine einfache Sache, da das Credo der Maschinen-Ingenieure Marco, Beat und Pascal lautete: Keine Kompromisse! Zudem war klar, dass wir alles in der Schweiz produzieren lassen. Da muss man schon während der Entwicklungszeit genau wissen, wie und zu welchem Preis etwas hergestellt werden kann – und bei der GILDA Kaffeemaschine sind 360 Teile verbaut.
Die grösste Herausforderung war und ist, das Wachstum zu finanzieren. Für KMUs und insbesondere für den Maschinenbau ist es sehr schwierig, an Kapital zu kommen. Selbst als die Maschine fertig entwickelt war, eine Kleinserie verkauft und wir einen Wiederverkäufer hatten, war es aussichtslos, von den Banken einen Kredit zu bekommen.

Wieso braucht es eine Gilda? Kaffeemaschinen gibt’s ja schon genug.
Ja, stimmt schon. Aber keine Dualboiler Maschine die so energieeffizient und schnell auf Betriebstemperatur ist wie die GILDA. Zudem ist sie mit ihren smarten Massen die kleinste Dualboilermaschine und als erste mit dem Red Dot Design Award ausgezeichnet. Darauf sind wir auch echt stolz!
Viele Dualboilermaschinen verfügen über ein fast identisches Innenleben. Wir sind neue Wege gegangen, haben ein komplett neues Heizsystem, Heisswasser- und Dampfboiler entwickelt, dazu eine eigene Steuerung mit präziser PID Regelung für Heisswasser und Dampf.

Stimmt es, dass es beim Kaffee besonders um die Temperatur geht?
Ja, aber nicht nur. Der richtige Mahlgrad und die Menge spielen auch eine wichtige Rolle.

Wie kann man sonst noch die Qualität des Kaffees beeinflussen?
Verstehe die Frage nicht ganz, wohl eher eine Frage für einen Röster.
Für den Konsumenten: die Frische. Kaffee von einem Röster in der Umgebung kaufen und auf das Röstdatum achten. 

Gibt’s bei euch auch kalten Kaffee?
Nein. Aber du kannst mit GILDA deinen Kaffee mit unterschiedlichen Brühtemperaturen zubereiten und abkühlen lassen.

Habt ihr Pläne für weitere Ingenieurskunst?
Haben wir schon umgesetzt! Mit unserer GILDA Kaffeemühle. Ein Bijou und einzigartig mit ihrem patentierten Volumen-Dosier-System. Nach jeder Mahlung ist das Mahlwerk komplett leer; das ist einzigartig. So hat man immer top frischen Kaffee. Und du kannst umgehend eine neue Kaffeesorte vermahlen oder den Mahlgrad anpassen. 
Wie ihre grosse Schwester wird die GILDA Mühle komplett in der Schweiz hergestellt.
Kurz zur Erklärung: andere Mühlen dosieren über die Zeit und es bleibt immer vorgemahlener Kaffee im Mahlwerk. Das heisst, bei einem Kaffeesortenwechsel oder Mahlgrad-Anpassung muss man zuerst 2-3 mal durchmahlen, bis die neue Einstellung wirksam wird.
Das bedeutet aber auch, dass man morgens für die ersten Kaffees vorgemahlenen Kaffee vom Vortag verarbeitet, sofern man nicht 2-3 Mal durchmahlt, bis frische Bohnen gemahlen werden. Was zu empfehlen ist, da Kaffee ein flüchtiges Produkt ist, und die Aromen beim gemahlenen Kaffee sehr schnell verfliegen.

Wenn man jetzt ein hoffnungsloser Kaffeekocher ist, was macht man da?
Wenn damit gemeint ist, dass du ungeschickt im Umgang mit Maschinen bist, dann wäre die GILDA auch für dich ideal. Oder sonst Teetrinken.

Wo gibt’s den besten Kaffee (nebst Gilda)?
Da musst du wohl einen Röster fragen, an wen er seine Kaffees verkauft. Ich trinke Kaffee nur zuhause und im Büro, auswärts höchst selten.

Welche Musik hört ihr zum Arbeiten?
Bei uns ist es meistens mucksmäuschenstill, ausser wir diskutieren über die Projekte.

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