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Edelwhite Gin Flaschen

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15.01.2019

«Ich habe die Ausbildung als Weinakademikerin gemacht und für die schriftliche Abschlussarbeit ging ich einen Schritt weiter...»

Gin Renaissance

Eigentlich sollte Barb Grossenbacher bloss ihre Diplomarbeit zur Weinakademikern schreiben. Stattdessen gründete sie – inspiriert von der Pflanzenvielfalt der Biosphäre Entlebuch – ihre eigene kleine Gin Manufaktur. Heute gehört Barbs Edelwhite Gin zu den interessantesten Schweizer Spirituosen Innovationen. Dies nicht zuletzt, weil der edle Entlebucher Tropfen etliche Preise im In- und Ausland abräumen konnte.

Der Edelwhite Gin aus dem Entlebuch

In ein, zwei Sätzen: Was ist Edelwhite Gin?
Edelwhite Gin kommt aus der UNESCO Biosphäre Entlebuch und enthält das mystische Edelweiss, welches für das Lebensgefühl der Schweizer Alpen steht. Die Essenz bildet sich aus Heilpflanzen von unseren rauen Bergen und Tälern. Um die Destillation im Kupferkessel kümmert sich der regionale Brenner, der ausschliesslich mit reinem, alpinem Wasser und Holzfeuer arbeitet. 

Wer hatte die Idee dazu? Wie ist er/sie darauf gekommen und wieso?
Ich habe die Ausbildung (WSET = Wine & Spirits Education Trust) als Weinakademikerin gemacht und für die schriftliche Abschlussarbeit ging ich einen Schritt weiter, indem ich ein botanisches Produkt aus der Region machen wollte. «From Botanicals to the Bottle» war dann meine Idee und das Ziel, einen Gin von A-Z herzustellen, der Entlebuch, Luzern und die ganze Schweiz widerspiegelt.

Vielfalt und Frische sind Barbs grosses Anliegen.

Wieso gerade Gin?
Weil mir sehr schnell klar wurde, dass UNESCO Biosphäre Entlebuch mit der Vielfalt an regionalen Botanicals problemlos einen Premium Gin mit authentisch regionalem Charakter produzieren kann.

Wie sah der erste Schritt zur Verwirklichung der Idee aus?
Die Rezeptur. Ich fragte meine Kollegin Sandra Limacher, Aromatherapeutin und Heilkräuterfachfrau, um Hilfe. Niemand kennt das Entlebuch und seine Natur besser als sie. Wir haben getestet, gepröbelt und immer wieder Mini-Portionen destilliert. 50 Versuche später sagten wir: «JA, das ist es, stand up and dance!» Dann brauchte ich eine Brennerei, um grössere Mengen destillieren zu können und fand Bruno von der Lohnbrennerei im Dorf, der gleich zusagte. Dann kam Logo und Etikette dran. Mein Sohn Mark, Grafiker, war perfekt dafür. Er hat sich auch den Namen Edelwhite ausgedacht: Edel wie der Gin in der Flasche, Edelweiss gehört zur Schweiz, mein Ledigname ist White, mischen wir mit Schweiz-Kanada und Deutsch-Englisch, wie wir es sind, und fertig war der Edelwhite Gin. 

Wer gehört heute zum Kernteam?
Ich, Sandra, Bruno und Mark.

Wie läuft der genaue Herstellungsprozess ab?
Sandra ist für die Rezeptur zuständig und reist mit Bauernfrauen vom Dorf in Wald und Wiesen, um 14 einheimische Zutaten zu sammeln. Was wir nicht selber sammeln oder nicht bei uns im Garten wächst, beziehen wir von der Entlebucher Kräuteranbaugenossenschaft, eine Gemeinschaft aus 15 Bauernfamilien die Blumen, Blüten und Kräutern für verschiedene Produkte anpflanzen, pflücken, trocknen und lagern. Ich bin für die anderen 13 von insgesamt 27 Botanicals verantwortlich. Am Tag vor der Destillation geht’s sehr hektisch zu und her, weil wir die meisten Zutaten möglichst frisch in den Kupferkessel tun wollen. Sobald die Rezeptur perfekt abgewogen ist, geht’s in den Brennkessel. Bruno bewacht unser Elixier während 8 bis 10 Stunden, anschliessend geht unser «Liquid Gold» direkt in Stahltanks, wo es mehrere Wochen bleibt bis zum Abfüllen.

Corpus Delicti: Brunos Tanks

Was ist euch wichtig dabei und worin möchtet ihr euch noch weiterentwickeln?
Wir sind stolz auf unser Aroma und unsere Duftbotschaft, weil uns das niemand nachmachen kann. Darum ist es uns so wichtig, dass Edelwhite Gin ein authentisches, heimisches Produkt ist und bleibt mit den vielen Zutaten, die aus der Region stammen. Unser Weiterentwicklungsplan ist, noch mehr Botanicals selber anzupflanzen, um weitere Geschmacksprofile testen und entdecken zu können.

Was sind die grössten Herausforderungen?
Nach der anfänglichen Rezeptur-Entwicklungsphase ist es nun die Vorbereitung und das Sammeln der Zutaten. Wir müssen auf Mutter Natur warten und können nur so viel pflücken, wie sie hergibt. Viel Zeit braucht natürlich auch die Produktion: abfüllen, etikettieren, Marketing – was ich alles selber mache.

Wie kommt ihr auf neue Ideen, gibt’s ein Ritual oder geschieht das von selbst?
Neue Ideen sind etwas Natürliches für Sandra und mich. Wir lieben unser Kernprodukt Edelwhite Gin 42% Vol., aber neue Rezepturen auszuprobieren, reizt uns immer, weil wir gern Vielfalt anbieten wollen. Als Nächstes gibt’s Edelwhite 57 Navy Strength Gin.

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