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25.02.2019

««Mazel» heisst Glück auf Hebräisch oder wörtlich übersetzt: Ein Tropfen, der vom Himmel fällt.»

Glücksdiamant

Dass Simone Gugger für ihren «Mazel» Solitärring ausschliesslich alte Diamanten verarbeitet, ist sowohl Stärke als auch Schwäche eines Entwurfs. Solche Steine aufzuspüren ist aufwändig und kostspielig, macht aber zugleich den unverkennbaren Charme dieses Ringes aus. Sein Geheimnis und das anderer Schmuckstücke aus Simones Werkstatt lüften sich oft erst auf den zweiten Blick. Beim genaueren Betrachten lassen sich in den poetischen Unikaten Geschichten und mit ihnen verknüpfte Emotionen entdecken. In traditioneller Handarbeit entstehen Schmuckstücke von klarer Schönheit mit ungewöhnlichen Materialkombinationen.

Bitte beschreibe das Produkt.
Ein antiker Altschliff Diamant krönt einen facettierten Fingerring.

Wie ist das Produkt entstanden, gibt es eine besondere Geschichte dazu?
Zum 40. Geburtstag wünschte sich eine Kundin einen Ring mit einem Edelstein aus meiner Werkstatt. Da ich kein entsprechendes Modell in meiner Kollektion hatte, nahm ich den Auftrag zum Anlass, einen Solitär zu entwerfen. Den Edelstein fand ich beim Händler meines Vertrauens, einen stattlichen honigfarbenen Altschliff Diamanten. Was für ein Glücksfall! Wie der Ring dazu aussehen sollte, waren wir uns einig: Schlicht sollte er sein, aber nicht banal. Dem einzigartigen Diamanten sollte die Bühne gehören. Der Ring sollte unterstreichen, tragen und im besten Licht erscheinen lassen, aber auf keinen Fall überstrahlen. So entstand Schritt für Schritt der Entwurf, mit dem ich schlussendlich so zufrieden war, dass ich ihn in die Kollektion aufnahm.

Was bedeutet der Name?
«Mazel» heisst Glück auf Hebräisch oder wörtlich übersetzt: Ein Tropfen, der vom Himmel fällt. Unter jüdischen Diamanthändlern gilt dieser Wunsch zusammen mit dem Handschlag zur Besiegelung einer Einigung.

Wofür steht ein Ring?
Die runde Form symbolisiert das Unendliche. Fingerringe sind oft Liebesgaben, besonders der am Ringfinger getragene Solitär ist der typische Ehe-/Verlobungsring. Oder er steht für ein anderes wichtiges Ereignis im Leben, eine Entscheidung, eine Veränderung oder für das Erreichen eines Ziels. Mein Schmuck hat meist eine persönliche Bedeutung für den Träger/die Trägerin, kaum je ist er reine Dekoration.

Simone Gugger

Woraus besteht er und wieso?
Ausgangslage für jeden «Mazel» ist der Edelstein, meist ein Altschliff Diamant, seltener ein Farbstein aus altem Bestand. Gefasst wird er in aufbereitetem Altgold in verschiedenen Legierungen.

Handarbeit, Maschinen, traditionelle Techniken – wie wird er hergestellt und wer oder was stellt ihn her?
Vor den 1910er Jahren galten andere Kriterien für den Schliff eines Diamanten als heute. Möglichst viel vom Stein sollte bewahrt werden, der Schliff orientierte sich deshalb an der Form des Rohdiamanten. So können sich die antiken Steine enorm voneinander unterscheiden. Unebenheiten und Asymmetrien empfinde ich nicht als Makel, sondern machen den Charakter eines jeden Altschliffes aus. Unter Berücksichtigung von Kundenwünschen entwickle ich Proportionen und Dimensionen eines jeden «Mazels» passend zum jeweiligen Edelstein. In traditioneller Handarbeit giesse, walze, säge, treibe, feile, verstifte und verlöte ich Grundring und Fassung.

Wo stellst du ihn her?
Hauptsächlich in meinem Atelier in Zürich. Einzelne Arbeitsschritte lasse ich von Spezialisten in der Schweiz ausführen. Für das Giessen, Edelsteinfassen und Gravieren arbeite ich mit Meistern ihres Faches zusammen.

Mazel

Was gibt es zur Form zu sagen? Welchen Einfluss hat die Funktion auf sie?
Die Form des Ringes orientiert sich am Diamantschliff. Durch die sich so ergebende grösste Fläche steht der Ring wie eine kleine, eigenständige Skulptur.

Ist das Produkt Teil einer Serie? Gibt es Vorgänger oder Weiterentwicklungen?
Den «Mazel» produziere ich in Kleinserie. Da die Diamanten sehr unterschiedlich geschliffen sind, sieht auch jeder Ring anders aus. Ausserdem gibt es Varianten, feine oder besonders massive Ausführungen, passend zur Persönlichkeit der Trägerin / des Trägers.

Im Rück- und Ausblick: Was könnte man besser machen? Wo liegen die Schwächen, wo die Stärken?
Dass ich für den «Mazel» ausschliesslich alte Diamanten verarbeite, ist sowohl Stärke als auch Schwäche des Entwurfs. Solche Steine aufzuspüren ist aufwändig und kostspielig, macht aber zugleich den unverkennbaren Charme dieses Ringes aus. Im vergangenen Jahr habe ich damit begonnen, eigene Goldlegierungen anzufertigen. Am Criterion Festival werde ich erstmals einen «Mazel» in der neuen Goldfarbe präsentieren!

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