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COOK & SHARE

14.03.2019

«Was unsere Grosseltern noch von klein auf lernten, ist uns völlig abhanden gekommen.»

Graswurzel-Bewegung

Dominik Waser und Martin Schiller haben einen gemeinsamen Traum: Dass in Zukunft die gesamte Gemüse- und Obsternte in der Schweiz verarbeitet wird, ohne gleichzeitig Unmengen aus dem Ausland zu importieren. Also gründen sie den Verein grassrooted Zürich und setzen sich gegen Lebensmittelverschwendung und für ein lebenswertes Morgen ein. Dominik erzählt uns mehr über sinnvolle Visionen.

Was ist grassrooted Verein? In ein, zwei Sätzen…
Wir sind ein Team aus jungen Leuten, die sich im Raum Zürich mit den Ideen der Permakultur auseinandersetzen. Wir setzen uns gegen Lebensmittelverschwendung und für eine enkelgerechte Stadt Zürich ein!

Wer hatte die Idee dazu? Wie ist er/sie darauf gekommen und wieso?
Martin und Dominik begannen dasselbe Studium und philosophierten so stundenlang in den Vorlesungen. Daraus kam dann die Idee, ob wir es schaffen würden, das nicht den Normen entsprechende Gemüse wieder zurück in den Kreislauf zu bringen.

Wie sah der erste Schritt zur Verwirklichung der Idee aus?
Alles beginnt mit Menschen. Wir haben mit verschiedenen Bäuerinnen und Bauern, Herstellern und Verkäufern gesprochen. So richtig angefangen hat das Ganze dann aber damit, dass wir quasi über Nacht 28 Tonnen Tomaten auf der Strasse verkauft haben.

Wer gehört heute zum Kernteam?
Dominik Waser, Martin Schiller, Barbara Michel

Vor dem Wegwerfen bewahren, denn Nahrungsmittel sind nichts Selbstverständliches.

Wieso braucht die Welt eure Produkte und Lösungen?
Durch unsere Aktionen wurde uns bewusst, dass wir als städtische Gesellschaft völlig entkoppelt von der Landwirtschaft leben: Welche Produkte gerade regional angebaut werden können, welche Sorten robust sind, aus welchem Grund es eine Fruchtfolge gibt oder wie lange es geht, bis etwas erntereif ist – davon wissen die meisten wenig bis gar nichts. Was unsere Grosseltern noch von klein auf lernten, ist uns völlig abhanden gekommen. Wir leben im permanenten Überfluss und es ist uns nicht bewusst, wie viel Energie in das System Landwirtschaft gesteckt wird und dass unsere Böden dies nicht mehr sehr lange mitmachen werden: Versalzung, Wüstenbildung, ausgelaugte Böden, Landwirte in Existenznöten und eine Ausbeutung der Erntehelfer. All dies nehmen wir in Kauf und leisten es uns sogar, rund ein Drittel aller Lebensmittel achtlos wegzuschmeissen.

Was sind die Herausforderungen bei euren Projekten?
Das Ernährungssystem ist sowohl in der Schweiz wie auch auf internationaler Ebene sehr komplex. Das Zusammenspiel von Marktwirtschaft und der Umwelt ist stark reguliert. Politische und wirtschaftliche Barrieren machen es zum Teil schwierig als Graswurzel-Bewegung, d.h. von der Basis der Bevölkerung her, etwas zu bewegen.

Dominik Waser

Was sind eure wichtigsten Arbeitsmittel?
Unser Computer und das Handy. Doch viel wichtiger noch – unsere Stimmen.

Wie kommt ihr auf neue Ideen? 
Wir sind ständig im Austausch mit vielen Menschen aus verschiedensten Kreisen und zudem erhalten wir laufend Inputs aus den Medien, dem Studium und dem aktuellen Weltgeschehen.

Wie sieht euer Arbeitsplatz aus?
Da wir keine eigenen Büroräumlichkeiten besitzen, sieht unser Arbeitsplatz immer anders aus. Mal arbeiten wir von Zuhause aus, mal treffen wir uns für eine Sitzung in einem Kaffee…

War ein halbes Jahr zweimal pro Woche am HB: der grassrooted Marktstand

Was sind eure nächsten Projekte?
Wir sind dabei, ein Kurswesen zu gestalten und möchten unser Vereinswesen ausbauen, sodass wir bald gemeinsam mit anderen Mitgliedern wirken können. Des Weiteren sind wir im Gespräch über mögliche Kooperationen zur Produkteherstellung.

Habt ihr nebenbei noch andere Jobs?
Ja, wir haben nebenbei alle entweder noch einen anderen Job oder unser Studium.

Was empfiehlt ihr «normalen Konsumenten» zu tun, um Food Waste zu minimieren?
- Sich VOR dem Einkaufen Gedanken machen: Was habe ich wirklich nicht mehr zu Hause? Wenn man sich an eine klare Einkaufsliste hält, fallen unnötige Spontankäufe weg.
- Das Mindesthaltbarkeitsdatum geht, wie der Name sagt, vom Minimum aus. Das Produkt ist also nicht ab diesem Datum hochgiftig. Wir Menschen haben gute Geschmackssinne und riechen schnell, ob etwas wirklich nicht mehr gut ist. Danke, Evolution!
- Sich schlau machen: Wie viel von diesem und jenem Gemüse kann ich nun wirklich verarbeiten?
- Selbstkritisch hinterfragen: Verursache ich wirklich so wenig unnötigen Food Waste, wie ich glaube? Es gibt immer irgendwo Verbesserungspotential.
- «Kreativ sein und lustvoll neue Rezepte kombinieren und Reste verwerten. Die Küche ist ein Ort mit endlosem Potenzial.», sagt Sarah Weibel von der RestEssBar im Interview mit dem SRF, das wesentliche Punkte dargestellt.
- Ein weiterer Punkt, den wir als wichtig erachten, und z.B. mit unserem Kurswesen thematisieren möchten, ist das Verarbeiten und Haltbarmachen von Gemüse und Obst. Vieles lässt sich fermentieren und einlegen, sodass es über mehrere Monate haltbar bleibt. Das Knowhow darüber fehlt jedoch den meisten, dies möchten wir ändern.

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