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03.03.2018

«WIR MÜSSEN DEN REGENWALD SCHÜTZEN, INDEM WIR IHN NUTZEN. »

Gutes zu tun, tut gut

Die Lektüre eines Zeitungsartikels sollte ihr Leben verändern: Eines Sonntags las Maria Müller einen Artikel darüber, wie die Nutzung des Regenwaldes zu dessen Schutz beitragen kann. Dieser Gedanke gefiel ihr. Über Kontakte stiess sie auf äthiopischen Wildkaffee. Dieser wächst in den südwestlichen Bergregenwäldern des Landes – ganz natürlich, ohne Anbau und in etwa 6'000 verschiedenen Sorten. Die Idee, Kaffee zu importieren und dabei Gutes zu tun, begeisterte Müller. Original Food unterstützt die örtlichen Kaffeebauern, den Regenwald als Einkommensquelle zu nutzen, ihn dabei zu erhalten und gleichzeitig ihre wirtschaftliche Lage zu verbessern.


Was ist «Original Food»?
Original Food ist natürlich, pur und unverfälscht. Also einfach gut und sauber.

Was nicht?
Original Food ist kein Mainstream, keine braune Durchschnittsbrühe und sicher keine Latte mit Vanille-Sirup.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, Kaffee und Schokolade zu verkaufen? 
Über die Idee bin ich eher zufällig gestolpert und zwar in einem Zeitungsbericht zum Wildkaffee-Projekt von «GEO schützt den Regenwald» in der NZZ am Sonntag. Die Idee, den Regenwald zu schützen, indem man ihn nutzt, gefiel mir. Ich nahm mit GEO Kontakt auf und lernte Florian Hammerstein, meinem späteren Geschäftspartner, kennen. Das war 2004 und das Wildkaffee-Geschäft steckte in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Schnell war klar, dass ich, neben einer kleinen Beteiligung bei Original Food Deutschland, das Wildkaffee-Geschäft in der Schweiz aufbauen wollte. Anfang 2005 gründete ich die Original Food in der Schweiz und importierte eine Tonne Wildkaffee.

Wer steckt eigentlich hinter «Original Food»?
Als Inhaberin leite ich die Geschäfte der Original Food in der Schweiz, unterstützt von Willy Zemp, der unseren Wildkaffee röstet, die Qualität überwacht und unsere Kunden berät. In der Produktion packt Kahsay Kidane an und Bea Zumstein kümmert sich um die Finanzen.


Was ist Kaffa Wildkaffee genau?
Kaffa Wildkaffee ist genetisch wildwachsender Arabica-Kaffee. Er gedeiht nicht auf einer Plantage, sondern wächst wild in den Bergregenwäldern im Südwesten Äthiopiens. Wie sich der Wildkaffee von normalem Kaffee unterscheidet, lässt sich am besten mit dem Vergleich einer Walderdbeere und einer Erdbeere aus dem Supermarkt aufzeigen. Mehr Geschmack, mehr Aroma, mehr Natur.

Was unterscheidet euch von anderen Kaffee- oder Schokoladeimporteuren?
Wir verstehen uns als Social Enterpreneur, weil bei uns neben den einzigartigen Rohstoffen aus dem Regenwald besonders auch die Menschen im Ursprung und entlang der Wertschöpfungskette im Fokus stehen. Unsere Mission ist es, Einkommen zu schaffen, damit die Produzenten im Ursprung von der Nutzung ihrer natürlichen Ressourcen leben können. So kann sich die Region Kaffa aus eigener Kraft dauerhaft entwickeln.

Welche Hochs und Tiefs gibt es in eurem Alltag?
Zu den Highlights gehören die Cuppings, die uns immer wieder neue faszinierende Geschmackswelten aus den verschiedenen Waldlagen eröffnen. Aber auch eindrückliche Begegnungen auf Projektreisen, der Austausch und die vielen schönen Rückmeldungen unserer Kunden freuen uns immer wieder. Frust gibt es, wenn es in der Beschaffung nicht rund läuft.


Wie entwickelt ihr eure Ideen weiter?
Neben Kaffee und Schokolade planen wir künftig weitere Waldprodukte wie Honig, Gewürze oder Tee zu vermarkten. So wollen wir noch mehr Menschen Zugang zu einem Einkommen ermöglichen. Bis diese noch sehr ursprünglich geernteten Produkte exportfähig sind, ist das ein langwieriger Prozess.

Wieso braucht die Welt «Original Food»? 
Weil die Welt ohne Original Food um einen unvergleichlichen Kaffee-Genuss ärmer wäre.

Was nimmt euch im Alltag die meiste Arbeit ab?
Wir lieben das Handwerken – aber auf eine effiziente Abpackmaschine möchten wir nicht mehr verzichten.

Wie kommt man auf gute Ideen. Ein einziger Tipp genügt.
Nicht suchen, sondern auf Bauch und Herz hören.

Wie sieht euer Arbeitsplatz aus?
Die KaffaWerkstatt ist der Arbeitsmittelpunkt für unser Team. Hier steht der Röstofen, unsere massive Kaffeebar, die alte Werkbank als Meeting-Tisch und unsere Schreibtische mit recycelten Schubladenmöbeln gleich neben Rohkaffee- und Fertigwarenlager.


Worauf muss beim Kauf von Lebensmitteln aus fernen Ländern geachtet werden?
Das Wichtigste ist eine vertrauensvolle Partnerschaft mit den Produzenten im Ursprung. Natürlich sind auch Anforderungen an Lebensmittelsicherheit sowie, in unserem Falle, Bio- und Fairtrade-Standards zu beachten.

Was wollt ihr als nächstes erreichen?
Wir möchten unsere Wild Coffee Collection um zwei bis drei Provenienzen ausbauen.

Welche drei Sachen empfiehlt ihr Freunden bei euch in Kriens/Luzern zu tun?
-In der KaffaWerkstatt auf einen Kaffee vorbeikommen
-Mit dem Postauto ins Hotel Hammer im sonnigen Eigenthal fahren
-Durch die Sammlung Rosengart in Luzern flanieren

Hört ihr Musik beim Arbeiten? Was denn?
Bei uns läuft meistens Radio Swiss Pop. Ich persönlich liebe vor allem World Music, insbesondere Angélique Kidjo, I Muvrini, Geoffrey Gurrumul und Teddy Afro.

PLAY & CREATE
Schöne Grüsse aus Eglisau

Das alte Wohnhaus mit Atelier ist Lebensort und zugleich kreatives Refugium der Grafikerin und Illustratorin. Umgeben von Objekten aus aller Welt bringt die passionierte Sammlerin ausgerüstet mit Stift und Papier hier ihre Ideen zu Papier. Die wunderschönen Postkarten und verschiedenen Druckerzeugnisse können im Online-Shop schönegrüsse.ch bestellt werden. Oder man besucht das kleine Lädeli in der hübschen Altstadt von Eglisau – und trinkt gleich noch einen Kaffee gegenüber.

LIVE & WEAR
Schwerter zu Webstühlen

Frieden durch Handwerk: Das ist die Idee hinter Protsaah, mit der Gründerin Saloni Shrestha Konfliktregionen in aller Welt befrieden möchte – und vor allem Kaschmir, der Region, in der sie während ihrer Kindheit ein paar wundervolle Jahre verbrachte. Indem sie mit der Vermarktung traditioneller Handwerksprodukte aus Kaschmir und anderen Regionen den dortigen Handwerkern ein stabiles Einkommen verschafft, sorgt sie gleichzeitig für die Motivation, das Handwerk zu erhalten – und sich den eigenen Lebensunterhalt mit eigener Leistung zu verdienen, anstatt zu marodieren, zu plündern und die eigene Heimat noch weiter in den Abgrund zu reissen.

LIVE & WEAR
Echte Feintäschnerei aus Italien

100 % Made in Italy ist bei Taschen heute seltener, als man glauben möchte. Bei Laura von Hagens Label Lahara stimmt diese Angabe jedoch durch und durch: Das für ihre Taschen verwendete, pflanzlich gegerbte Leder stammt aus Italien, und auch die gesamte Produktion findet in einem spezialisierten Handwerksbetrieb in Italien statt. Modernes, zeitloses Design mit funktionalem Charakter steht bei Lahara im Vordergrund – damit aus allen Taschen echte Lieblingsstücke werden, die man nicht schon nach einer Saison wieder aussortiert.