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WEAR & CARE

19.02.2019

«Weil das Stichwort nicht 'viel', sondern 'gut' bedeutet. »

Immer Sommer

Wer last minute mitten im Winter irgendwo an eine Hochzeit im Süden eingeladen ist und dafür ein Sommerkleid aus Schweizer Hause tragen will, welches dann auch fürs Büro oder einen anderen, schnellen Städtetrip dienen soll, war bis vor 25° plus aufgeschmissen. Marian Good hatte den hilfreichen Einfall, eine E-Boutique zu gründen, welche qualitativ hochwertige Sommerkleider rund ums Jahr anbietet. 25° plus stellt sogar Dress-Liebhaber/innen zufrieden, die nicht gerne online shoppen und es in Person probieren wollen. Alles vollumfänglich made in Switzerland.

Was ist 25° plus?
Eine saisonunabhängige, smarte Swiss Fashion E-Boutique für zeitlose Sommerkleider. Denn Sommer ist immer irgendwo.

Wer hatte die Idee dazu? Wie ist er/sie darauf gekommen? Wieso?
Begonnen hat es, indem ich so richtig Lust verspürte, nochmals was Neues anzupacken. Kurze Zeit später, als eine Fotoserie einer befreundeten Künstlerin meinen Bildschirm schmückte und ich dachte, damit sollte man etwas machen, schlug mich die Idee «Tattoo» wie ein Geistesblitz: Als Siebdruck auf bequemen, smarten Sommerdresses, welche das ganze Jahr über angeboten werden, damit man sich auch in kühleren Jahreszeiten was Sommerschickes anschaffen kann.

Wie sah der erste Schritt zur Verwirklichung aus?
Ab an die Stoffmesse! Design und Farbkollektion kreieren, «temporäre Entourage» wie Schnittmacherin, Konfektionär, Grafikerin, Siebdruckerin usw. rekrutieren, «Wagnis»-Studie betreiben, Brand überlegen, Verpackung kreieren, E-Boutique Rechtliches abklären, aufbauen, gestalten und vieles mehr. Der sogenannte erste Schritt setzte sich also aus vielen anderen zusammen, die parallel liefen, und dauerte gute 15 Monate bei nahezu 100% Arbeitsaufwand.

Marian Good

Wer gehört heute zum Kernteam?
Das bin ich, Marian Good, One-Woman-Show. Die «temporäre Entourage» wird’s aber in der einen oder anderen Zusammensetzung selbstverständlich immer geben. Die braucht’s, macht Freude und ist eine Bereicherung.

Sind die Kleider speziell auf Temperaturen ab 25° geeignet?
Jein. Es sind Sommerkleider, aber bei tieferen Temperaturen können sie auch mit langärmligem Shirt und Hose getragen werden.

Wie läuft ein Gestaltungsprozess bei dir ab?
Nicht linear. Vielleicht vergleichbar mit der Zubereitung eines Eintopfgerichtes: Werfe Ideen/Zutaten in einen Topf. Wäge ab. Solange er noch nicht aufgesetzt ist, nehme was unpassend scheint wieder raus und füge anderes hinzu. Repetiere. Dann aufkochen und rechtzeitig merken, dass das Lorbeerblatt noch fehlt.

Und die Produktion?
Das pure Gegenteil. Die läuft einheimisch fadengerade ab: Der Stoff wird im Glarnerland gewebt, im Appenzell nach unseren Vorlagen eingefärbt, die Konfektion im St. Galler Rheintal ausgeführt, Schnitt und «Tattoo» auf Zürcher Stadtboden umgesetzt. Was wir tun, machen wir aus Leidenschaft, mit Liebe zum Detail und der Faszination für ehrliche, hochwertige Textilien.

Das Dress ist in verschiedenen Naturfarben erhältlich.

Wieso braucht die Welt euer Produkt, eure Lösungen?
Weil das Stichwort nicht «viel», sondern «gut» bedeutet. Wir sind da für die, die auf «weniger ist mehr» setzen, es schlicht und unprätentiös mögen, die keine Trends verfolgen, dennoch zeitgemäss und qualitativ hochwertig gekleidet sein wollen. Für die, die Farbe nach Hauttyp auswählen, Sommerkleider ausserhalb der Saison und diese genauso gut fürs Büro wie zum Städtetrip brauchen. Für die, die gerne online, aber mit persönlichem Hintergrund kaufen. Für die, die nicht gerne online shoppen und private «Anprobe vor Ort» benötigen. Für alle, denen Nachhaltigkeit ein Anliegen ist, die Philosophie «den Markt nicht zumüllen» teilen. Verständnis dafür haben, dass wir nur geringe Stückzahlen an Lager führen und erst bei Gelegenheit wieder nachproduzieren, weil’s nicht immer eine neue Kollektion braucht.

Was nimmt dir die meiste Arbeit ab? (Tool, Arbeitsweise, etc.)
Hm… Die Zusammenarbeit mit der «temporären Entourage», die nicht nur Arbeit abnimmt, sondern ohne die mein Projekt erst gar nicht existieren würde. Vor allem ein langjähriger Freund und Helfer, der mir immer wieder unter die Arme greift, wenn ich EDV-technisch anstehe. Also Mensch und Technik.

Wie sieht dein Arbeitsplatz aus?
Zwischendurch recht chaotisch, vor allem wenn ich mitten im kreativen Prozess stehe und diverse Unterlagen und Materialien griffbereit haben möchte. Danach wird aber auch immer wieder ordentlich aufgeräumt. Ein freier Tisch bedeutet für mich auch unbelastet zu sein, einen freien Geist zu haben für das, was als nächstes kommt.

Der Arbeitsplatz von Marian.

Was sind deine nächsten Projekte?
Den Bekanntheitsgrad von 25° plus (www.25gradplus.ch) zu steigern: Zum einen durch die Teilnahme am Criterion Festival, zum andern durch den Versuch meine Keywords so zu verbessern, dass es Google auch findet, und eine dritte Variante des Kleides.

Habt ihr noch andere Jobs?
Ja. 25° plus ist die jüngere Schwester von d sein werke, wo ich mich seit vielen Jahren der Raum- und Farbkonzept-Planung widme.

Welche 3 Dinge empfiehlst du Freunden zu tun/essen/erleben/kaufen, die sich bei dir in der Region aufhalten?
Tun: Morgens um fünf mit dem Rad um den Zürichsee und die Stille aufsaugen.
Essen: Abendessen im Gamper Zürich.
Erleben: «Malt-Monday», Whisky-Tasting in der Bar Spitz Zürich.
Kaufen: Käse und die selbstgemachte Bündner Nusstorte bei Christine Mühlberger auf den Zürcher Märkten Linden- und Helvetiaplatz zu holen oder das Kleid «Amaze» von 25° plus zu kaufen.

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