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26.03.2019

«Aber wenn man schon ein neues Möbelstück kauft, dann dürfte es nicht nur schön, sondern auch nachhaltig, praktisch und fair sein.»

Kugel und Seil für urbane Nomaden

Das xilobis-System ist Freiheit, Vielseitigkeit, Individualität und die Quintessenz eines langjährigen Prozesses. Beide Gestalter haben vorher ihre eigenen Möbel entwickelt – Stefan Plüss mit Seilen und Mario Bissegger mit Kugeln. Und zusammen haben sie das Verständnis und die Wahrnehmung von modularen Möbelsystemen revolutioniert. Mario erzählt uns mehr über ihre durchdachten, leichten und überall einsetzbaren Designmöbel und was das alles mit dem Spielzeug seiner Kinder zu tun hat.

Bitte beschreibe euer spezielles Produkt möglichst präzise in einem Satz.
Das modulare Möbelsystem xilobis ist an seinem einzigartigen Verbindungssystem mit Kugel und Seil zu erkennen, das für Leichtigkeit und hohe Resistenz sorgt – und somit perfekt unseren Zeitgeist und unser Bedürfnis nach Veränderung, Nachhaltigkeit und Flexibilität trifft.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, gibt es eine schöne Anekdote dazu?
Als Vater zweier Kinder bin ich immer wieder über Kugeln gestolpert. Dass ein rollender Gegenstand, welcher Bewegung und somit Unstabilität verkörpert, verschiedene Möbelteile so stabil verbinden kann, war für mich von Anfang an eine verblüffende Erkenntnis.

Warum braucht man xilobis unbedingt, was genau macht es so speziell? 
Unbedingt braucht man heute eigentlich nichts. Aber wenn man schon ein neues Möbelstück kauft, dann dürfte es nicht nur schön, sondern auch nachhaltig, praktisch und fair sein. Und xilobis erfüllt alle diese Erwartungen.

Was war bestimmend für das Aussehen: Funktion, Form oder Idee?
Das xilobis-System ist in seiner Formsprache auf ein Minimum reduziert. Deshalb spielt das Verbindungssystem mit Kugel und Seil eine zentrale Rolle und definiert nicht nur die Funktion, sondern auch die Ästhetik des Designs. Das ist zwar ein bisschen versteckt, aber wer es einmal entdeckt hat, vergisst es nicht mehr! Natürlich war bei der Entwicklung von Anfang an klar, dass dieses Möbelsystem ein Maximum an Flexibilität erreichen musste, weil Möbel auf Mass sowas von gestern sind.

Mario Bissegger, Mitgründer Xilobis


Woraus besteht es und wieso gerade diese Materialien?
Neben gegebenen bautypischen Gründen, die für die hohen Ansprüche an Präzision und Stabilität wichtig sind, beruht der Entscheid für Birkenschichtholz auch auf einer ökologischen Überlegung: Birke ist ein besonders schnell nachwachsender Baum, der aus nordeuropäischen Plantagen stammt. In der Schweiz ist die Birkensperrholzindustrie hingegen praktisch inexistent. Natürlich verwenden wir ausschliesslich Holz aus FSC-zertifizierter, nachhaltiger Forstwirtschaft.

Wie und wo wird es hergestellt – wer macht’s genau? Und was ist wirklich schwierig an der Herstellung?
«Made in Switzerland» ist nicht nur ein Lippenbekenntnis, sondern einer der zentralen Grundsätze unserer Firmenphilosophie. Neben dem sozialen Aspekt war es auch ein notwendiger Schritt, in der Schweiz zu produzieren, weil unser hoher Präzisionsanspruch nur an diesem Standort gewährleistet werden kann. Damit das System funktioniert, kommt es auf den Zehntelmillimeter an. Im Bereich der Feinmechanik ist das normal, bei der Holzbearbeitung hingegen weniger. Wir arbeiten mit zwei Schreinereien aus der Ostschweiz, bei denen neben einem erstklassigen Maschinenpark auch die richtige Mentalität vorhanden ist.

Ist das Produkt Teil einer Serie, sprich, gibt es einen Vorgänger oder eine Weiterentwicklung?
Das heutige xilobis-System ist die Quintessenz eines langjährigen Prozesses. Beide Miterfinder haben vorher ihre eigenen Möbel entwickelt – Stefan Plüss mit Seilen und ich mit Kugeln. Nachdem wir in den letzten Jahren unsere Ressourcen, insbesondere für die Markenpositionierung, auf dem Schweizer Möbelmarkt eingesetzt haben, arbeiten wir heute wieder an der Entwicklung neuer Prototypen. Eines davon wird in Zukunft möglicherweise auch ein serielles Produkt werden.

Im Rück- und Ausblick: Wo liegen die Schwächen und wo die Stärken?
Meiner Ansicht nach liegen Stärken und Schwächen an der gleichen Stelle – nämlich bei der unglaublich grossen Vielfalt an Kombinationsmöglichkeiten. Die Tatsache, dass wir in 15 Jahren kaum zweimal das gleiche Möbelstück verkauft haben, sagt schon alles. Für den Fachhandel – wo das Bedürfnis nach einfachen Produkten steigt – ist das bei der Beratung mit einem gewissen Aufwand verbunden. Der Endkunde hingegen profitiert von einem hohen Mass an Individualität. Er kann sein Möbelstück auch jederzeit umbauen und stets an seine geänderten Lebensumstände anpassen. Das gibt ihm letztendlich die Freiheit und Sicherheit, sein Geld in ein gutes Produkt investiert zu haben: Nie zu gross, nie zu klein, es passt immer!

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