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COOK & SHARE

08.02.2019

«Wir verwerten Produkte, welche nicht der Verkaufsnormen entsprechen und sonst vernichtet würden.»

Leben – ganz normal

Arwo: Steht für arbeiten und wohnen und lässt keinen Apfel am Boden faulen. Eine bewegte und bewegende Geschichte aus Wettingen, welche vor über vier Jahrzehnten begann und heute eine zertifizierte Stiftung für leistungsbeeinträchtigte Menschen verkörpert. Arwo bietet ein vielfältiges Angebot von Dienstleistungen und Produkten für Auftraggeber aller Branchen, aber am beliebtesten ist ihre Grossküche. Wieso genau erzählt uns Gruppenleiter Produktion Felix Pente.
Womit alles begann: die gedörrten Apfelringli.

Was ist die arwo Stiftung?
Als Unternehmen mit sozialem Auftrag ist die arwo Stiftung eine Non-Profit-Organisation, welche die Integration von Menschen mit einer Beeinträchtigung in den Berufsalltag sowie in das gesellschaftliche und kulturelle Leben fördert und verwirklicht. Zudem bietet die arwo 122 Wohnplätze in sehr differenzierten Wohnformen inklusive Begleitung in allen Lebenslagen.

Wie seid ihr in den Food-Bereich gekommen?
Die arwo Stiftung hat seit jeher eine Grossküche, weil wir auch die Verpflegung unserer Klienten und Angestellten gewährleisten. Im arwo Wohnheim Kirchzelg werden jeden Tag über 600 Mittagessen sowie 60 Morgen- und 60 Abendessen zubereitet. Die Lebensmittelproduktion war eine Weiterentwicklung unseres Gastronomiebereichs und entstand durch eine Kundenanfrage respektive einen Auftrag.

Wer hatte die Idee dazu?
Ich bekam die Anfrage eines Bauern aus der Umgebung, seine 800kg Äpfel für ihn zu dörren. Die Idee für eine sinnvolle, ergänzende Beschäftigung unserer Mitarbeiter mit Beeinträchtigung (aus der Gruppe Hausdienst) hat mich sofort überzeugt. Nach diesem ersten Dörrauftrag bekamen wir von anderen Bauern Äpfel geschenkt, welche sonst nicht verwertet worden und somit am Boden verfault wären. Die Idee von Felix war geboren: Vom Baum in die Tüte – und von da an produzierten wir gedörrte Apfelringli.

Apfelringli frisch aus der Produktionsstätte.

Wie sah der erste Schritt zur Verwirklichung der Idee aus?
Ein kleiner Abstellraum wurde als Mikro-Produktionsstätte umfunktioniert, in welcher dann die Dörräpfel vorbereitet wurden. In der arwo Grossküche wurden die Eiernudeln hergestellt, welche anschliessend im warmen Boilerraum des arwo Kellers getrocknet wurden.

Was sind eure grössten Herausforderungen? 
Die Herausforderungen wachsen mit der ansteigenden Produktion. Die gesetzlichen Vorlagen, Design, Marketing sind nur einige der Herausforderungen. Nicht zu unterschätzen ist die Belastbarkeit unserer Menschen mit Beeinträchtigungen, welche in der Produktion von A – Z mithelfen.

Was läuft wie am Schnürchen?
Die kontinuierliche Weiterentwicklung der Produktion inklusive Beziehungsnetz zu Lieferanten und Gönnern funktioniert bei uns sehr gut.

Nebst Produkte für den Verkauf, werden in der Grossküche auch jeden Tag 600 Mittagessen zubereitet.

Wer gehört zum Team?
Wir möchten hierzu keine Namen (Klienten und Angestellte) aufführen, weil wir bei den Menschen mit Beeinträchtigungen immer wieder interne Wechsel haben.

Wieso braucht die Welt euer Produkt oder eure Lösungen?
Wir verwerten Überschüsse aus der landwirtschaftlichen Produktion in Zusammenarbeit mit leistungsbeeinträchtigten Menschen. Wir verwerten Produkte, welche nicht der Verkaufsnormen entsprechen und sonst vernichtet würden.

Welche Tools, Arbeitsweise nimmt euch die meiste Arbeit ab?
Eine modern eingerichtete Produktionswerkstatt mit professionellen Küchengeräten und ein zentralverwaltetes Lager inklusive EDV und Chargenrückverfolgung, wies vom Lebensmittelgesetz her vorgeschrieben ist.

Das Sortiment wird stetig besprochen und erweitert.

Wie kommt ihr auf neue, kulinarische Ideen, gibts da ein Ritual oder geschieht das von selbst?
Durch die Inspiration im Alltag sowie Rückmeldungen von Kunden gelangen wir zu neuen Ideen. Ein besonderes Ritual haben wir dazu nicht, wir führen jeweils zu Jahresbeginn eine Sitzung durch zum Thema Produktesortiment.

Was sind eure nächsten Projekte?
Die Weiterentwicklung der vollumfänglichen Verwertung der Lebensmittel.

Welche 3 Dinge empfiehlt ihr Freunden, die bei euch in der Region tun/essen/erleben/kaufen wollen?
Dass sie uns im Genuss Atelier Fislisbach (Produktionswerkstatt) beehren sollen. Dass sie ihre Freunde mit nachhaltig produzierten Genussmitteln aus der arwo Produktion überraschen können. Oder dass sie uns an unseren Märkten oder in der arwola Laden-Boutique in Wettingen besuchen dürfen.

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