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PLAY & CREATE

27.09.2018

«WIR LEGEN GROSSEN WERT AUF QUALITÄT, DESIGN, FAIRE PRODUKTION UND NACHHALTIGKEIT»

Nachhaltig produzierte Kinderkleidung

Little Vikings ist eine klassische Bedarfsgründung. Zwei jungen Müttern fehlen genau die Produkte auf dem Schweizer Markt, die sie ihren Kindern gerne kaufen würden: Vor allem Kleidung, aber auch Dekoartikel und Spielsachen. Also nehmen sie die Sache kurzerhand selbst in die Hand und gründen Little Vikings. Und importieren fröhliche, bunte und nachhaltig produzierte Kinderkleidung aus Skandinavien. Angefangen haben Annika und Nicole mit einem Lager in den eigenen vier Wänden – mittlerweile ist Little Viking zu ihrer Hauptbeschäftigung geworden.


Was ist Little Vikings? Und was nicht? In ein, zwei Sätzen?
Little Vikings ist ein Onlineshop für Schönes und Ausserwähltes für Kinder. Little Vikings soll in erster Linie Freude machen; hier soll man gern einkaufen. Little Vikings ist bestimmt kein anonymer Grossverteiler.

Wer hatte die Idee dazu und wie ist er/sie darauf gekommen? 
Wir waren beide gleichzeitig das erste Mal schwanger und verzweifelt, dass das Angebot an Kinderkleidern zu dieser Zeit noch so unglaublich klein war. Was uns gefiel, fanden wir hauptsächlich in Skandinavien. Also sagten wir uns: holen wir es doch einfach in die Schweiz!

Ihr habt mit skandinavischer Kinderkleidung angefangen. Wie definiert sich „skandinavisch“ hier, und was ist das Besondere daran? Und für wen ist es wichtiger, ob Kinderkleidung „skandinavisch“ oder „hip“ ist: Für die Kinder oder für die Eltern? 
Vor ca. zehn Jahren waren die Skandinavier unserer Meinung nach die innovativsten in Sachen Kindermode. Ihre Kleider waren farbig-fröhlich, aber trotzdem dezent und mit Stil. Ausserdem war Bio-Baumwolle dort schon Normalität. Wir kauften also strikt nur skandinavische Labels ein. Zur Freude vieler Eltern, die diese Labels in der Schweiz vermissten, sie jedoch von Ferien in Skandinavien kannten. 


Wie sah der erste Schritt zur Verwirklichung der Idee aus? Und gab es grössere Hürden zu überwinden? 
Während gemeinsamen Ferien entschieden wir ziemlich spontan, dass wir es einfach versuchen wollten. Wir begannen wirklich sehr klein, darum gab es auch keine grösseren Hürden. Unser erstes Lager war unser Schlafzimmer. 

Wer gehört heute zum Kernteam?
Annika und Nicole. 


Ihr habt mittlerweile nicht nur skandinavische Kinderkleidung im Sortiment, sondern Labels aus der ganzen Welt und dazu auch Spielsachen und Deko. War es ein logischer Schritt, das Sortiment in diese Richtungen zu erweitern? Und wenn Ihr Euer Sortiment weiter ausbaut: Worauf achtet Ihr z.B. bei neuen Lieferanten oder Themen besonders? 
Der Kinderkleider- und Kinderdekomarkt ist in den letzten Jahren explodiert. Es gibt unglaublich viele tolle und spannende neue Labels - kleine und grosse. Wir beide lieben es, solche Labels ausfindig zu machen, sie zu beobachten und zu unterstützen. Oft stehen hinter den Labels frischgebackene Mütter, die nicht fanden, was sie für ihre Kinder suchten und es daher selbst herstellten. Mütter, die alles auf eine Karte setzen. Und da sie für ihre Kinder nur das Beste wollen, schauen sie automatisch auch auf faire Produktion, unbehandelte Materialien und zarte Stoffe. Kriterien, die uns bei der Auswahl sehr wichtig sind. Es war also eine logische Konsequenz, dass wir irgendwann unser Sortiment erweiterten.

Wie muss man sich das vorstellen, wenn Ihr ein neues Label oder einen neue Linie ins Sortiment aufnehmt? Was sind die wichtigsten Schritte? Und sind dabei auch Kinder beteiligt, denen die Sachen am Ende ja besonders gefallen müssen? 
Wir fragen unsere Kinder wirklich oft, was sie zu Kleidern oder Produkten meinen. Ihr Urteil kommt auch immer blitzschnell. Manches nehmen wir aber natürlich auch auf, wenn es ihnen nicht gefällt. Wir arbeiten beide ziemlich intuitiv. Wir wissen schnell, ob uns ein Label gefällt oder nicht. Und ganz wichtig ist, ob es unsere Ansprüche erfüllt: Wir legen grossen Wert auf Qualität, Design, faire Produktion und Nachhaltigkeit. 


Wieso braucht die Welt Little Vikings? Was könnt Ihr besser/macht Ihr anders? Und was habe Eltern und Kinder davon, wenn sie (die Eltern) bei Euch einkaufen? 
Natürlich braucht uns die Welt nicht. Aber die Welt braucht mehr Shops, deren Antrieb Herzblut und nicht nur Profit ist. Uns ist es wichtig, dass wir hinter den einzelnen Produkten stehen können, dass sie fair produziert wurden. Wenn sie dann noch eine Geschichte erzählen, sind wir besonders glücklich. Little Vikings ist eine Herzensangelegenheit. Wir haben beide unsere Jobs aufgegeben, um voll und ganz für Little Vikings da zu sein. Wir hoffen, dass unsere Kundinnen und Kunden diese Leidenschaft spüren und darum auch gern bei uns einkaufen.

Was nimmt euch die meiste Arbeit ab? (Tool, Arbeitsweise, etc.)
Einen wichtigen und grossen Teil unserer Arbeit - den Versand und das Lager – nimmt uns die Werkstätte Drahtzug ab. Ein wunderbares Unternehmen, das Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung beschäftigt und ihnen wieder eine Tagesstruktur gibt. Wir arbeiten sehr gern mit Drahtzug zusammen. Es ist unglaublich schön, zu sehen, mit wie viel Freude und Mühe unsere Bestellungen verpackt werden.

Wie kommt ihr auf neue Ideen, wie entdeckt Ihr Neues? Geht Ihr gezielt los, gibt es da ein Ritual? Oder kommen mit dem Feedback der Eltern und Kinder auch automatisch neue Ideen zu Euch? Und falls ja: Wie unterscheidet Ihr die guten von denen, deren Nachverfolgung eher schwierig wäre? 
Wir haben da schon unsere Geheimstrategien, wie wir neue Labels finden. Wir beide lieben es, stundenlang nach neuen, spannenden Labels zu suchen. Wenn uns eines gefällt, wir es interessant finden und es unsere Anforderungen erfüllt, schreiben wir es an. Oft werden aber auch wir von den Labels angefragt. Oder wir bekommen von anderen Eltern Tipps. Das finden wir natürlich super. Darum haben wir auch eine Watchlist mit Marken, die wir einfach mal eine Weile beobachten. Und zu guter Letzt gehen wir natürlich mehrmals jährlich an die grossen Messen in Paris oder Kopenhagen.

Wie sieht euer Arbeitsplatz aus?
Chaotisch. 

Habt ihr nebenbei noch andere Jobs?
Nein, wir arbeiten beide praktisch Tag und Nacht für Little Vikings und müssen schauen, dass unsere Familien nicht zu kurz kommen.


Welche 3 Sachen empfiehlt ihr Freunden bei euch in der Region zu tun/essen/erleben/kaufen?
Nicole: Im Sommer liebe ich die Dolder Badi. Auch toll ist ein Ausflug zur Ziegelhütte. Und immer gut mit Kindern ist das Restaurant Rosso. Auch ein Muss: der Bürkliplatzmarkt.
Annika: Unbedingt die Zeit am oder auf dem Zürichsee geniessen. Fantastischer Ort. Wenn es weiter weg sein darf, ist das Engadin meine Lieblingsregion.
Schon nur die Fahrt über den Julier macht wirklich glücklich. Mein Lieblingsrestaurant ist das Italia, vor allem im Sommer mit dem wunderschönen Garten. 

Hört ihr Musik beim Arbeiten? Was denn?
Nicole: Ja immer. Was, das bestimmt meine Stimmung. Zum wach werden höre ich momentan grad Starcrawler, eine junge Rockband aus L.A. Den Song «I Love LA» krieg ich dann zwar den ganzen Tag nicht mehr aus dem Kopf. Genau wie «8teen» von Khalid. Auch super finde ich grad das Album von Albert Hammond JR., dem Gitarristen von Strokes.

 Annika: Also meine Playlist auf fünf Lieder zu reduzieren finde ich sehr schwierig. Aber diese höre ich momentan beim Arbeiten am meisten:
-The Golden Path: The Chemical Brothers
-Pale Horse: The Smashing Pumpkins
-Sex on Fire: Kings of Leon
-Pretty Pimpin: Kurt Vile
-Love`s a Stranger: Warhaus

COOK & SHARE
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