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23.03.2018

«ENTWICKLE ICH EINE NEUE SAUCE, STELLE ICH MIR VOR, WAS ICH JETZT SELBER GERNE KOSTEN WÜRDE.»

Marbella Hagmann erfindet feurige Köstlichkeiten

Marbella Hagmann kochte schon immer leidenschaftlich gern. Doch die gebürtige Venezolanerin wollte sich nicht mit gängigen Rezepten zufrieden geben. Sie begann, mit saisonalen Zutaten zu experimentieren. Ihre ersten Chili-Kreationen verkaufte die zweifache Mutter auf einem Koffermarkt. Mit grossem Erfolg – plötzlich überstieg die Nachfrage nach ihren Saucen die Kapazitäten ihrer Küche. Und das Chiliwerk war geboren. In einer ehemaligen Metzgerei tüftelt sie jetzt an neuen Rezepten, kocht für alle, die an ihrem grossen Holztisch zusammenkommen und tüftelt an neuen Produkten für ihren Laden.

Was ist das Chiliwerk genau – und was nicht?
Das Chiliwerk ist in erster Linie ein Treffpunkt. Ein Ort, an dem man sich gemeinsam zu Tisch setzt, ins Gespräch kommt und eine gute Zeit verbringt. Sei das bei einer Tasse Kaffee oder einer Leckerei aus unserer «internationalen Hausfrauenküche». Unser Angebot ist gross: Wir bieten Erlebnisgastronomie, verkaufen Delikatessen aus aller Welt und unsere hausgemachten Chili-Kreationen. Zusätzlich führen wir eine unkonventionelle Kochschule und einen Catering-Betrieb. Was wir nicht sind? Ein Restaurant mit à la carte Menu und ein Laden mit Standardprodukten.

Wie bist du auf die Idee gekommen, das Chiliwerk zu gründen?
2015 war mir klar, dass ich neben meinen hausgemachten Chili-Produkten auch meine Kochkünste weitergeben wollte. Nicht nur an Freunde oder meine Familie, sondern auch an ein breiteres Publikum. Die Nachfrage war da schon zu gross für meine Küche, deshalb machte ich mich auf die Suche nach einer geeigneten Liegenschaft. Die fand ich Ende 2015 in einer ehemaligen Metzgerei. Mein kulinarischer Background ist geprägt von meinen venezolanischen Wurzeln und vielen Kochexperimenten. Ich lasse mich von Kochbüchern oder Kochkursen inspirieren.  Für manche Rezepte setze ich mich mit Hausfrauen oder Köchen aus den entsprechenden Ländern zusammen. Und lerne dazu.

Wer steckt alles hinter Chiliwerk?
Ich bin Geschäftsführerin und mein Mann unterstützt mich technisch und handwerklich als «Mädchen für alles». Dazu kommen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Chiliwerk sind aber auch meine Familie und Freunde, die mir beim Tüfteln an neuen Rezepten oder beim Kochen eines speziellen Menüs zur Seite stehen und im Service aushelfen.


Wann wusstest du, dass das funktionieren könnte?
Das Gefühl war von Anfang an da. Schon als ich die ersten Saucen an einem Koffermarkt verkaufte oder 2016 das Geschäft eröffnete. Ich bekam und bekomme viele schöne Feedbacks und Komplimente. Das Catering und die Störküche waren von Anfang an beliebt. Und die besonderen Anlässe an unserem grossen Holztisch werden oft und gern gebucht.

Wie entwickelst du deine Ideen weiter?
Ich esse für mein Leben gern und liebe es, Gerichte zu kochen, die wir noch von unseren Eltern und Grosseltern her kennen. Da es mir Freude macht zu kreieren und auszuprobieren, gebe ich diesen Rezepten mit meinen Chili-Kreationen eine eigene Note. Entwickle ich eine neue Sauce, stelle ich mir vor, was ich jetzt selber gern kosten würde. Dann schaue ich, was wir gerade an Gemüse und Kräutern in unserem Garten haben oder was saisonal gedeiht.

Was ist dein aktuelles Lieblings-Chili-Rezept?
Eine Bouillon mit Gemüse-, Fleisch- und/oder Fischeinlage mit unserem Aji picante, eine scharfe Curry-Senfsauce mit grüner Mango.


Wie kommt man auf gute Ideen?
Wichtig ist vor allem Offenheit; der Mut, verschiedene Produkte und Geschmacksrichtungen frei zu kombinieren. Und Freude am Experimentieren.

Was nimmt dir die meiste Arbeit ab?
Die tägliche, aber nicht alltägliche Unterstützung meines Mannes Stephan. Er hält mir durch seine Hilfe im Haushalt und mit unseren zwei Söhnen den Rücken frei. So kann ich jederzeit flexibel arbeiten. Und natürlich auch die Bereitschaft unserer Kunden, sich von uns auf eine kleine kulinarische Reise entführen zu lassen.

Wie sieht dein Arbeitsplatz aus?


Was ist dein nächstes Ziel?
Mit einer befreundeten Fotografin zusammen plane ich, meine gesammelten Rezepte als Kochbuch herauszugeben. Darauf freue ich mich sehr. Wir stellen bereits die ersten Bilder zusammen. Und ich wünsche mir, dass ich schweizweit mehr und mehr als Störköchin gebucht werde und das Chiliwerk und mein Geschäft damit bekannter mache.

Was muss man bei euch in Walenstadt unbedingt erleben?
Nach einem gemütlichen Spaziergang oder einer Wanderung am Walensee bei uns im Chiliwerk ein ausgedehntes Nachtessen in guter Gesellschaft geniessen – und unbedingt ein Glas unserer Haussauce «Marbella's Best» mit nach Hause nehmen.

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Bei den Materialien geht sie gerne unkonventionelle Wege und wagt sich auch an Experimente – wie an ihre Idee, Schuhsohlen ressourcenschonend aus Pilzmyzel wachsen zu lassen. Auch beim Design lotet House of Aim gerne vordergründige Grenzen aus.