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02.10.2018

«JEDER KUNDE IST GLEICH UND WIRD AUCH GLEICH BEHANDELT»

Von der Dorfbäckerei zum Spezialitätenbetrieb

Aus der elterlichen Bäckerei in Sta. Maria Val Müstair haben Lucia Meier & Giancarlo Marco De Santis einen Spezialitätenbetrieb gemacht, dessen Backwaren sich bei privaten und gewerblichen Kunden grösster Beliebtheit erfreuen – denn bei allen Bemühungen um ihren Betrieb steht ihr Motto immer im Vordergrund: Qualität ist kein Zufall. Aus der Dorfbäckerei ihrer Eltern ist über die Jahre ein Unternehmen mit 24 Angestellten gewachsen – und mit einem grossen Kundenkreis.


Seit 1973 ist die Dorfbäckerei im Zentrum von Sta. Maria Val Müstair in eurer Familie. Könnt ihr uns etwas zu der Geschichte der Bäckerei erzählen? Wie kam diese in den Familienbesitz?
Die ehemalige kleine Dorfbäckerei gehörte der Familie Corradin. Die Familie Corradin hatte drei Töchter, doch niemand hatte Interesse, das Geschäft der Eltern zu übernehmen. Da kamen sie zu meinen Eltern, Verena & Meinrad Meier-Ruinatscha. Mein Vater arbeitete zu jener Zeit in der damaligen Bäckerei Toller in Müstair. Ein sogenannter "Unterländer", da er doch aus dem Kanton Luzern ins schöne Val Müstair auswanderte. In jener Zeit gab es eigentlich nur gute Bäcker aus dem nahen Südtirol.

Wie hat sich die Bäckerei seit 1973 entwickelt?
Die Eltern begannen ihr Abenteuer mit 2 Bäckern, 1 Ladentochter und 1 Haushaltshilfe. Man ging noch 3 Mal die Woche auf Kundentour in alle Dörfer im ganzen Tal. Meine Eltern besuchten sehr viele Messen wie HIGA, OLMA, MUBA sowie viele Gewerbe-Ausstellungen. Dadurch konnten viele neue Kunden ins Boot geholt werden, was in einem so schönen, aber entlegenen Tal von sehr grosser Wichtigkeit war und dies auch heute noch ist. Heute sind doch 24 Mitdenker in unserem Geschäft beschäftigt. Gehen doch ca. 80% unserer feinen Spezialitäten über den Ofenpass und werden in der ganzen Schweiz und auch im Ausland sehr genossen.

Welche Änderungen/Anpassungen/Umbauten wurden vorgenommen?
Im Jahre 1977 konnte mein Vater ein neben dem Geschäft stehendes Haus mit grosser Scheune dazugekaufen. Es war die einzige Möglichkeit, sich zu vergrössern. Ein grosser Umbau 1979-1981 brachte die ganze Produktion, den Butia da cumün Laden und neu auch das Café Fuschina in die neu erworbene Liegenschaft. Doch wird schon heute der Platz knapp, womit die nächsten Umbauten nicht mehr lange auf sich warten lassen. 2013 wurde die Einzelfirma Meier-beck zur Meier-beck AG.

Was zeichnet die Meier-beckAG aus?
Wir produzieren mit viel Sorgfalt, Liebe zum Detail, Können und mit qualitativ hochwertigen Rohstoffen, wenn immer möglich mit lokalen Rohstoffen. Diese Spezialitäten werden dann auch dementsprechend ausgezeichnet wie z.B. unsere feine Bio Suisse Nusstorte. Da stammt das Bio-Weizenmehl, die Bio-Butter, der Bio-Rahm/Milch, und, soweit möglich, auch der Bio-Honig aus unserem herrlichen Val Müstair. Die Bio-Eier kommen vom nahen Unterengadin, da dieselben im Val Müstair nicht produziert werden. Da diese Rohstoffe ja streng kontrolliert werden, darf der Kunde sicher sein, dass das, was draufsteht, mit Sicherheit auch drin ist. Er kann zudem nachvollziehen, woher die Rohstoffe stammen. Und es ist für uns doch toll, die Produzenten all dieser Rohstoffe persönlich zu kennen. Zudem sind alle unsere Produkte Palmölfrei.


Was ist euch beim Umgang mit den Kunden wichtig?
Wir nehmen jeden Kunden sehr ernst. Für uns ist oberstes Gebot: Jeder Kunde ist gleich und wird auch gleich behandelt. Ob Grossverteiler oder kleines KMU, Transparenz und Ehrlichkeit sind Grundwerte.

Was gehört zu euren beliebtesten Produkten bei den Kunden?
Ganz gross im Kurs sind unser Slow-Food Presidi-Berg Roggenbrot, unsere feinen Bio-Knospen Produkte, z.B. unsere einzig echten, originalen Bio-Schaibiettas, (Haferflocken-Guetzli), und unsere Bio-Nusstorte. Natürlich gehört in die gleiche Kategorie unser spezielles Urdinkel-Bauernbirnbrot und der grosse Renner: Marronikuchen im Glas, klassisch oder glutenfrei. 
Warum? Keine Frage: Die Herkunft der Rohstoffe. Die fachmännische Bearbeitung sowie die Transparenz der fertigen Produkte. Dies wird von unsere´r Kundschaft sehr geschätzt. Auch die gleiche Qualität der Spezialitäten über Jahre ist ein sehr wichtiges Argument. Und wir finden: sie schmecken auch wunderbar. Viele Spezialitäten sind schon legendär und haben eine lange Tradition. Für glutenfreie Spezialitäten sind wir mit Sicherheit eine ganz bekannte Geheimadresse!


«Qualität ist kein Zufall» Was steckt dahinter? Wie garantiert ihr diese Qualität?
Es ist nur möglich, mit Rohstoffen von höchster Qualität Spezialitäten von höchster Qualität herzustellen. Zudem braucht es ein sehr motiviertes, gut ausgebildetes Team in der Produktion, die mit Freude und Begeisterung diese Rohstoffe auch gekonnt verarbeiten können. Besonders mit den Bio-Rohstoffen ist das nicht immer leicht, da die Qualität derselben durch ihre Natürlichkeit nicht immer gleich ist. In diesem Falle sind unsere super Produktionsmitarbeiter gefragt, die durch ihre grosse Ausbildung genau wissen, wie man dieselben verarbeitet, damit das Endprodukt qualitativ hochwertig ist und auch immer gleich schmeckt. Ein gutes Rezept, erstklassische Rohstoffe, qualifizierte Mitarbeiter und Freude an feinen Spezialitäten ist die Garantie für eine hohe Qualität.

Nebst der Bäckerei betreibt ihr auch noch das Cafe Fuschina. Wann entstand dieses und wie hat sich das Cafe ins Dorfleben integriert? Was bietet das Cafe Fuschina an?
Wie oben erwähnt, wurde dies möglich mit dem Kauf des Nachbargebäudes. Da im antiken Bauernhaus (1678) wunderschöne Räume, auch solche mit Gewölben vorhanden waren, war es naheliegend, daraus etwas Besonderes zu machen. Einige Einheimische schätzen unseren grossen Stammtisch und die Touristen lieben unser kleines, heimeliges Café Stübli. Das ganze Jahr durch bieten wir unserer Kundschaft an: feine Patisserie, Torten und etwas Zwischendurch, die von unserer Chef-Konditorin, ihres Zeichens 1. swissbaker-Champion 2013 mit viel Können und grosser Leidenschaft hergestellt wird. Den ganzen Sommer bieten wir aus unserer kleinen, aber feinen Küche spezielle Gerichte an, die vom Chef Marco De Santis persönlich mit viel Können und Liebe zum Detail zubereitet werden.

Nebst dem Dorfladen gibt es auch noch einen Online Shop. Wie seit ihr dazu gekommen? Wie stark wird dieses Angebot beansprucht?
Wer kennt sie nicht, die heutige hoch digitalisierte Zeit. Will man heutzutage im grossen Wettbewerb mit dabei sein, so kommt man nicht an einem gut positionierten Online Shop vorbei. Viele Wiederverkäufer und doch schon bald die meisten Privatpersonen bestellen heute über unseren Online Shop.

Ihr produziert auch für Grossverteiler wie Coop und Reformhaus Müller /Egli. Wie entstanden diese Geschäftsbeziehungen?
Die ersten Anlaufstellen waren mit Sicherheit unser Engagement bei Ausstellungen und Märkten. Da hatten die verschiedenen Einkäufer die Möglichkeit, unsere Produkte zu probieren und konnten unsere Qualität der Spezialitäten prüfen. Ein ganz wichtiger Bekanntheitsfaktor ist natürlich die Mundpropaganda. So entwickelte sich mit der Zeit auch eine Eigendynamik. 

Bei all diesen Unternehmenszweigen: gibt es einen, der euch besonders am Herzen liegt?
Uns liegen alle Kunden sehr am Herzen. Da ist der Privatkunde, da ist der kleine KMU-Wiederverkäufer, da ist der Grossverteiler. Für uns zählt wirklich jeder einzelne Kunde.

2012 übernahmt ihr die Bäckerei eurer Eltern. War euch das schon immer klar, dass ihr einmal ins Familiengeschäft einsteigen würdet?
Nein, überhaupt nicht. Wir sind beide leidenschaftliche Esser. Wir lieben das feine Essen. Keiner meiner beiden Geschwister wollte aus diversen Gründen das Geschäft unserer Eltern übernehmen. Wir haben uns nach reiflichem Überlegen, nach vier Jahren Probezeit, doch entschieden, das bekannte Geschäft meiner Eltern zu übernehmen


Wie sah dein bisheriger Werdegang aus? (Lucia)
Nach der Primar- & Sekundarschule habe ich ein Hauswirtschaftsjahr eingesetzt. Danach habe ich eine 3 Jährige Lehre als Instrumentenverkäuferin in Chur absolviert. Sobald der Beruf Tierpflegerin schweizweit anerkannt worden ist, habe ich die Lehre als Kleintierpflegerin mit Diplom in Zürich erfolgreich abgeschlossen und auch in diesem Beruf einige Jahre gearbeitet. Dies, bis ich von Zürich nach Luzern zu meinem Liebsten gezogen bin. Zuletzt wieder zurück im meine schönen Heimat, dem Val Müstair, wo ich nach der Probezeit das Geschäft mit Marco zusammen von meinen Eltern übernommen habe.

Wie sah dein bisheriger Werdegang aus? (Marco)
Nach den obligaten Schulen war mein Wunsch, eine Lehre als Koch zu absolvieren. Doch manchmal kommt es anders, als man denkt. Ich machte eine Verkaufslehre in Luzern. Später entdeckte ich mein handwerkliches Gespür und machte eine Zusatzlehre als Plattenleger, auch in Luzern. Danach spezialisierte ich mich mit grosser Begeisterung für Mosaikarbeiten. Zuletzt besuchte ich noch 2 Jahre die Kunst-Gewerbeschule in Bern. Doch meine Passion fürs Kochen und für ein gutes Essen habe ich nie bei Seite gelegt.

Was zeichnet für euch den Beruf des Bäckers aus?
Leidenschaft für die Arbeit, immer eine grosse Offenheit, um Neues auszuprobieren. Und es ist so toll, am Tagesende zu sehen, was man alles erarbeitet & hergestellt hat.

Ihr bildet auch Lehrlinge in euhrem Betrieb aus. Wie viele sind dies zurzeit? Was schätzt ihr an den Lehrlingen?
Zurzeit haben wir eine Lehrtochter in der Produktion die sich als Bäckerin/Konditorin ausbilden lässt. Uns sind Lehrlinge sehr wichtig, da der Beruf zur heutigen Zeit nicht mehr so beliebt ist. Wir finden es sehr wichtig, dass auch gut ausgebildete Arbeitskräfte zur Verfügung stehen. Man soll und darf den jungen Menschen, die diesen doch so schönen Beruf erlernen möchten, auch eine Möglichkeit bieten.

Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus? 
Weiterhin mit viel Elan und Leidenschaft unsere feinen Spezialitäten in die ganze Welt hinauszutragen. Wir wollen den Menschen zeigen, was für hochqualitative Spezialitäten aus den tollen und einmaligen Rohstoffen, die hier im wunderbaren Val Müstair angebaut/produziert werden, von uns gekonnt hergestellt werden können.
Vielleicht können wir in ferner Zeit, stolz auf das Geleistete, zurückschauen, wie dies meine Eltern mit Sicherheit tun.   

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Werner Schönthaler ist ein echter Hanfpionier. Auf der Basis des Wissens um den Nutzhanf, das er von einer alten Kräuterfrau kennt, hat er eine eigene Kosmetiklinie entwickelt, die auf der Verwendung von Hanföl basiert: Castelatsch. Benannt sind seine Produkte nach dem Hof, den er in Südtirol bewohnt – und der seinerseits zu einem Teil aus Nutzhanf erbaut ist.