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16.08.2018

«ENDLICH EIN SUPERHELD, DEN MAN IM HAUSHALT BRAUCHEN KANN»

Wertstoffrecycling auf die bequeme Art

Müll zu trennen ist die eine Sache. Den getrennten Müll dann zur Verwertung zu bringen, eine ganz andere. Hier setzt Mr. Green an: Bereits 2010 gründete Valentin Fisler zusammen mit seinen damaligen Mitbewohnern das Unternehmen, das seinen Abonnenten nicht nur den Weg zur Werstoffsammelstelle abnimmt, sondern auch das Trennen der Wertstoffe. Alle Verwertbare kommt in einen Behälter, wird dann von Mr. Green abgeholt und lokal getrennt. So funktioniert nicht nur die Verwertung ohne Probleme, sondern man gewinnt auch noch Zeit – und Platz in der Küche.


In ein, zwei Sätzen: was kann Mr. Green denn so?
Mr. Green übernimmt das Recycling und schafft gleichzeitig zusätzlichen Wert. Mit dem cleveren Recycling-Abo mit Herz können unsere Recycling-Helden alle Recyclingmaterialien gemischt in einem Sack sammeln - auch Dinge, die häufig verbrannt werden, wie zum Beispiel Korkzapfen oder Getränkekartons. Mr. Green holt die Bags zu Hause oder im Büro ab und sortiert diese. Bei der Sortierung zählt Mr. Green auf die Unterstützung von Menschen mit Beeinträchtigung. Sprich: Mr. Green-Kunden können einerseits ihre Zeit mit Freunden statt mit Flaschen verbringen und gleichzeitig Gutes tun.

Was ist Mr. Green, was nicht?
Endlich ein Superheld, den man im Haushalt brauchen kann. Spass beiseite – neben dem Wunsch, einen relevanten Mehrwert für unsere Kunden zu schaffen, in dem wir ihnen das Recycling abnehmen, hat Mr. Green eine Vision: gemeinsam mit den vielen Superhelden, die bei uns involviert sind, wollen wir die Welt verbessern – zumindest ein bisschen. Mr. Green ist ein Unternehmen, das nicht nur nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten aufgebaut ist. Denn in der Wirtschaft der Zukunft muss ein Unternehmen auch eine gesellschaftliche Rolle einnehmen, davon sind wir überzeugt. Wir sind stolz, dass es Mr. Green heute noch gibt und wir diesen Grundsatz jeden Tag leben können.  

Wer hatte die Idee und wer steckt heute dahinter?
Das ist nun doch schon 8 Jahre her...
Wir waren vier Jungs, die in einer WG zusammengewohnt haben. Wie so oft bei WGs gibt es Ämtlis, die beliebter sind und solche, die...nun ja nicht oder nur schlecht ausgeführt wurden. Wir haben fleissig getrennt. Nur das mühsame Schleppen zu den Sammelstellen hat jeweils nicht so gut funktioniert. Und wie so oft entsteht eine gute Idee, wenn man es nicht erwartet. Bei uns ist dieser Moment eingetroffen, als der Balkon nicht mehr begehbar war. Wir haben dann innert kurzer Zeit Mr. Green gegründet. Heute, Jahre später, sind wir nicht nur in der Kundenzahl, sondern auch im Team gewachsen. Ich bin auch noch heute als Geschäftsführer tätig und werde von einem Team unterstützt, in dem jede und jeder seine individuellen Talente reinbringt. Viele von uns haben klassische Karrieren aufgegeben und unterstützen den grünen Helden mit viel Engagement, was Spass macht.

Was hat dazu geführt, dass ihr euch euren Superhelden nicht nur gewünscht sondern tatsächlich kreiert habt?
Gute Frage – rückblickend war es bis zu einem gewissen Grad sicher unser jugendlicher Übermut. Wir wollten loslegen und etwas tun, anstatt abzuwarten. Dazu kommt, dass wir überzeugt waren, eine gute Geschichte schreiben zu können.

Mittlerweile ist Mr. Green acht Jahre jung. Hatte er eine schwierige Kindheit? Gab es Zeiten, wo ihr mit ihm zu kämpfen hattet?
Natürlich gab und gibt es immer wieder Momente, in denen etwas nicht so läuft, wie man es erwartet hat. Ganz zu Beginn mussten wir zum Beispiel lernen, dass unsere Dienstleistung etwas ist, das Erklärung bedarf. Wir haben erwartet, dass unsere Abos wie heisse Weggli über die Theke gehen würden. Das war nicht der Fall. Es ist eben kein Weggli, sondern etwas Neues, das viele noch nicht kennen. Wir sind dann aber dran geblieben und haben dazugelernt. Heute haben wir 3000 Abonnenten, die lange Jahre bei uns bleiben – viele sind seit Beginn mit dabei. Rückblickend hat jede Herausforderung dazu geführt, dass wir weitergekommen sind. Und schlussendlich ist der heutige Mr. Green ein Produkt von all diesen Erfahrungen, die wir über die Jahre gemeinsam gemacht haben.


Habt ihr weitere Superhelden im Kopf die ihr vielleicht umsetzen wollt? Neue Ideen?
An Ideen hat es bei uns noch nie gemangelt – im Gegenteil. Manchmal müssen wir uns an der Nase nehmen und auf gewisse Dinge verzichten. Momentan wachsen wir stark, weshalb wir uns darauf fokussieren, diesem Wachstum gerecht zu werden. 
Weitere Superhelden haben wir nicht geplant, weil wir Mr. Green einfach super finden. Wir denken vielmehr, dass Mr. Green noch viel mehr kann. Er hat mit seinem Grinsen eine positive Art, Dinge anzugehen, die uns zusagt. Wir denken, dass wir mit dieser positiven Herangehensweise auch in anderen Bereichen etwas verändern können, beispielsweise der Abfallvermeidung.

Könnt ihr uns etwas über die Struktur der Firma erzählen? Es steckt sicher eine Portion Organisation dahinter.
Ja, das ist tatsächlich so, es sind diverse Organisationen und Menschen involviert. Früher haben wir alles selber gemacht – von der Abholung bis zur Entsorgung. Heute sind wir anders organisiert. Wir arbeiten bei der Sortierung und manchmal auch bei der Abholung mit lokalen Stiftungen zusammen. In Winterthur ist dies beispielsweise die Brühlgut Stiftung. Andere Abholungen werden von unseren Entsorgungspartnern durchgeführt. All diese Organisationen haben sehr motivierte Mitarbeiter, die sich für Mr. Green einsetzen. Dann kommt natürlich noch das Team im Mr. Green Office dazu, das sich um Administration, Kommunikation und alles Übrige kümmert. Viele verschiedene Leute und Charaktere also, die den grünen Helden zu dem machen, was er heute ist.

Abgesehen davon, dass Mr. Green uns Arbeit abnimmt, wo tut er sonst noch Gutes? 
Momentan hat er mit seiner Kernaufgabe alle Hände voll zu tun. Auch ein Superheld muss mal entspannen.

Auf welchen Hochzeiten oder Grillparties findet man ihn sonst noch?
Konkret sind in nächster Zukunft keine Events geplant. Aber natürlich trifft man Mr. Green in diversen Büros an oder auf anderen Messen und Anlässen, wo wir uns um die Entsorgung kümmern.

Wo arbeitet er am liebsten? Könnt ihr uns erzählen an welchen Baustellen ihr zur Zeit dran seid?
Je nach Situation sitzen wir inmitten von neuen Kübeln, die wir für unseren Shop testen oder auch einfach ganz gemütlich auf unserem Sofa vor unserem Whiteboard und diskutieren miteinander. Das hängt davon ab, was uns gerade beschäftigt. Momentan ist die grösste Baustelle auch gleich eine Aufgabe, die grosse Freude macht. Wir haben ein paar Neuzugänge in unserem Team und sind gerade daran, uns alle kennen zu lernen und zu organisieren. Wir sind in der Arbeitsweise informell und haben flache Hierarchien. Das möchten wir unbedingt beibehalten. Wir haben alle viele Freiheiten. Das heisst aber natürlich auch, dass jeder und jede Verantwortung übernehmen muss.     

Wieso Mr.Green nutzen wenn wir doch schon Weltmeister im Recycling sind?
Wenn es keinen Mr. Green mehr brauchen würde, dann wären wir tatsächlich in einer Welt, wie wir sie unseren Enkeln überlassen können. Das wäre schön. Leider ist die Wahrheit so, dass die Schweiz eines der Länder weltweit ist, dass mit am meisten Abfall produziert. Und davon recyceln wir erst die Hälfte. Das können wir besser, davon sind wir überzeugt.
Neben der Recyclingquote gilt es auch nicht zu vergessen, dass durch unsere Wertstoffe zusätzlicher Wert geschaffen werden kann, der nicht immer in Zahlen gemessen werden kann.

Hört ihr Musik beim Arbeiten? Was denn?
Bei uns geht's gerade heiss zu und her. Musik gibt's daher momentan eher durch die Kopfhörer, wenn Konzentration gefragt ist. So verschieden wie unsere Heldinnen und Helden ist wohl auch der Musikgeschmack. Und manchmal hören wir auch einfach ein bisschen italienische Klassiker, weiss der Geier warum.

PLAY & CREATE
Schöne Grüsse aus Eglisau

Das alte Wohnhaus mit Atelier ist Lebensort und zugleich kreatives Refugium der Grafikerin und Illustratorin. Umgeben von Objekten aus aller Welt bringt die passionierte Sammlerin ausgerüstet mit Stift und Papier hier ihre Ideen zu Papier. Die wunderschönen Postkarten und verschiedenen Druckerzeugnisse können im Online-Shop schönegrüsse.ch bestellt werden. Oder man besucht das kleine Lädeli in der hübschen Altstadt von Eglisau – und trinkt gleich noch einen Kaffee gegenüber.

LIVE & WEAR
Der Kreislauf von Produktion und Konsum

Mit seinem Bekleidungslabel We are ZRCL setzt sich Kilian Wiget seit 2014 für eine Zukunft mit Zukunft ein. Hinter ZRCL verbirgt sich das englische „circle“, unter dem Kilian den natürlichen Kreislauf der Dinge versteht. Die T-Shirts und Hoodies von Circle werden aus zertifizierter Bio-Baumwolle hergestellt und mit Grafiken von Künstlern veredelt. Besonders beliebt sind seine Designs in der Skate- und Snowboardszene – gleichzeitig gehört ZRCL dort zu den Pionieren in Bezug auf nachhaltige und an ökologischen Gesichtspunkten orientierte Produktion.

LIVE & WEAR
Eine Lebensphilosophie für Sammlerinnen

Kein Start-Up ist The Suitcase Clothing, sondern eine umfassende Bekleidungsidee: Mit Ihrem Label bricht Gründerin Agnes mit den in der Modebranche üblichen Kollektionen, und bringt stattdessen Lieblingsstücke für Sammlerinnen heraus, die sich über die Jahre daraus ihre ganz persönlichen Kollektionen zusammenstellen können. In ihrem Workshop in Fossombrone in den Marken macht sie vom Design bis zum Verkauf fast alles selbst – sogar die Logistik der Ausgangsmaterialien und der fertigen Kleidung. Ein echtes Ein-Frau-Unternehmen in einer ganz speziellen Nische.