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LIVE & REST

18.02.2019

«Seit ich meine eigene Manufaktur habe, ist mein Sein ein wunderbares Ganzes voller Leben.»

Auf den Spuren ihrer Vorfahrinnen

Die diplomierte Textilingenieurin Anna Saarinen aus Südfinnland ist Meisterin in traditionell finnischer Handwerkskunst. Sie findet Musse und Ausgleich in der Erinnerung an ihre Eltern, Gross- und Urgrosseltern, während sie am Webstuhl sitzt und Teppich- und Mohairdecken-Unikate webt. Dort sassen auch Annas Vorfahrinnen, die allesamt Weberinnen mit Leib und Seele waren. Ihre Urgrossmutter nahm den Webstuhl gar mit ins Präsidentenschloss, als ihr Mann zu Finnlands Staatspräsident gewählt wurde. Wie die Geschichte wohl weitergehen wird?

Mindestens einmal pro Tag so anzutreffen: Anna am Webstuhl.

Was wolltest du als Kind werden?
Architektin.

Wie sieht dein Arbeitstag aus? Grob in Stichworten…
Zuerst veranlasse ich, dass der Showroom präsentabel ist. Sprich, die Teppiche schön hängen, liegen, alles staubgesaugt ist etc. Dann starte ich den Computer, beantworte Mails, plane Beratungstermine, update meine Homepage, bezahle Rechnungen… Viel Administration halt. Auch die Produktionskoordination und deren Informationsfluss nimmt Zeit in Anspruch. Ich versuche, jeden Tag zu weben, was mir nicht immer gelingt, denn je länger desto mehr darf ich beraten, verkaufen und Messen vorbereiten. Zwei Tage die Woche sitze ich sicher am Webstuhl, und oft kommt eine meiner Weberinnen, die Instruktionen und Material braucht. Und letztlich nehme ich mir auch Zeit, mit Kollegen und Freunden zu plaudern. Kaffee- und Mittagspausen gehören täglich dazu.

Was liebst du an deiner Arbeit?
Dass ich kreativ arbeiten und selbständig meinen Tag gestalten kann, mit dem Norden verbunden bin und die zwei Kulturen zusammenbringe.

Ein Teppich entsteht.

Was würdest du an deinem Job ändern, wenn du könntest?
In den letzten neun Jahren hat er sich verändert und es wäre schön, wenn ich wieder mehr Zeit zum Kreieren und Weben hätte. Aber ich will nicht jammern, ich liebe meine Arbeit sehr.

Was ist dein erster Gedanken nach dem Aufstehen?
Was mir heute wohl bevorsteht? Termine anschauen, frühstücken und Zeitung lesen.

Was antwortest du, wenn dich jemand abends fragt, was du den ganzen Tag gemacht hast?
Meine Tage sind so unterschiedlich, ich habe viel Verschiedenes erledigt.

Was fällt dir zu «Work-Life-Balance» ein?
Seit ich meine eigene Manufaktur habe, ist mein Sein ein wunderbares Ganzes voller Leben. Ob Zuhause oder im Geschäft, alles zusammen ergibt einen Sinn. Ich kann überall arbeiten oder nicht, ich kann wunderbar Erholung einplanen oder nicht… Ich habe die ideale Balance gefunden und bin zufrieden.

Ein Unikat finnischer Handwerkskunst.

Wie gehst du mit Stress um und wie mit Langeweile?
Langeweile spüre ich nicht und Stress habe ich nur vor dem Criterion Festival, was ja auch vorbeigeht.

Was würdest du gerne anpacken, bist aber noch nicht dazu gekommen?
Noch mehr Handwerk, Nachhaltigkeit und Integration vernetzen! Auch Frauennetzwerke irgendwie verstärken.

Wo und was wirst du in zehn Jahren tun?
Dann bin ich weit über meinem Pensionsalter und hoffe, dass ich gesund bleibe und jüngere Generationen beim Weben begleiten und mit ihnen Ideen teilen kann.

COOK & SHARE
Hallo Leben!

Kurzerhand gründete sie mit ihrer Freundin Daniela Wyttenbach HEYLIFE, um auch die Schweiz mit 100% natürlichen Säften zu beglücken. Hey, das Leben mit Natur, Gesundheit, Genuss und Energie steckt in jeder Flasche, vermittelt uns HEYLIFE Nora Schenker.

FIT & WELL
Richtig eingeseift

Die Seifenmacher-Manufaktur ist vollumfänglich in Familienhand: Mama kümmert sich um Konfektion und Versand ins Unterland. Papa steht in technischen Fragen beiseite und behält einen kühlen Kopf, wenn scheinbar unlösbare Probleme anstehen. Und Beat als Kern der Seifenmacherei leitet die Produktion und ist für die komplette Entwicklung verantwortlich. Im Dorf wird bereits gemunkelt, dass kein Aroser besser duftet als die Urechs. Gell, Beat…

COOK & SHARE
Zweifelsohne: Weinfamilie

1898 erfolgte die Unternehmungsgründung der Firma Gebr. Zweifel Höngg durch Paul und Emil Zweifel. Zum Wein gesellte sich auch die Mostkelterei Zweifel, welche bis Ende der 1960er-Jahre prägend war, bis sie wegen der Einführung der Coca-Cola einging. Walter Zweifel als Delegierter des Verwaltungsrates und Bruder Urs als Önologen führen heute als 4. Generation das Unternehmen. Geschäftsführer Christoph Ernst beantwortet uns hier, wer was warum.


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