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COOK & SHARE

19.09.2019

«Es fällt mir schwer mit Menschen, die in ihrem Leben noch nie eine Kuh oder ein Getreidefeld von Nahem gesehen haben, darüber zu diskutieren, was wir essen ‹dürfen› und was nicht.»

Pasta-Königin durch und durch

Anna Pearson ist noch so jung und schon ein Yummy-yummy-Rockstar! Die Köchin, Autorin, Designer und Verlegerin hat zusammen mit ihrer Schwester Catherine schon zwei Kochbücher veröffentlicht. Das erste namens «zu Tisch.» dokumentiert ihr Supperclub-Projekt «a tavola!» und handelt kulinarische Ideen und Vorstellungen von Gastfreundschaft ab. Das zweite, «Pasta», ist der Pearsons Herbst 2018 Epiphanie. Die Schwestern veröffentlichten letzteres sogar über den eigenen Verlag Edition Gut. Anna erleuchtet uns auch hier mit ihren Essens- und Kochwissenschaften.

Was hast du am Criterion Festival 2019 gezeigt?
Ich zeigte, wie man selber Pasta macht und verkaufte alles, was es dazu braucht. Letzten Herbst ist mein Buch «Pasta» erschienen, gleichzeitig habe ich in Zusammenarbeit mit dem Designer und Schreiner Patrick Schwab eine Serie Küchenhelfer lanciert, die man zur Herstellung von verschiedenen Pasta-Sorten benötigt. Die Besucher*innen hatten die Möglichkeit, selber Hand anzulegen: In Mini-Workshops konnten sie selber Pasta machen, die ich danach kochte und servierte. Den Stand teilte ich übrigens mit Freitag, die sich wie ich intensiv damit auseinandersetzen, wo die Rohstoffe für ihre Produkte herkommen.

Und was machst du sonst so?
Alles Mögliche rund um das Thema Essen: Ich koche. Ich schreibe über Essen. Entwickle Rezepte und Konzepte und gestalte. 

Wieso hast du ein Buch zu Pasta gemacht?
Meiner Meinung nach fehlte bisher ein Buch mit wirklich präzisen Anleitungen und dem nötigen Hintergrundwissen zu den Zutaten, das – gerade weil es so wenige sind – so wichtig ist. In manchen Pasta-Büchern steht sogar regelrecht Unsinn. Kein Wunder, dass viele denken, Pasta selber machen sei kompliziert. Ich habe mir in den letzten Jahren ein umfangreiches Wissen über die Herstellung von hausgemachter Pasta angeeignet und möchte dieses mit anderen Menschen teilen. Mit meinem Buch will ich zeigen: Selber Pasta machen ist nicht schwierig, wenn man weiss, wie es geht.

Anna am Teig

Warum bietest du Pasta-Kurse dazu an?
Vielen Leuten hilft es, wenn sie zuschauen können, wie eine bestimmte Bewegung gemacht wird, zum Beispiel: Wie man Teig knetet, auswallt, wie man schwierigere Pasta-Sorten wie Orecchiette oder Trofie formt. Da ist man mit Fotos und Illustrationen in einem Buch natürlich eingeschränkter. Viele, die in meine Kurse kommen, haben schon Pasta-Erfahrung, «scheitern» aber an Kleinigkeiten, zum Beispiel, bereiten sie einen zu feuchten Teig zu. Im Kurs kann ich genau zeigen, wie sich ein Teig anfühlen muss, damit die Tagliatelle später nicht zusammenkleben.

Wie bist du eigentlich zum Essen und zur Kocherei gekommen?
Privat stand ich schon immer gerne in der Küche. Nach meinem Designstudium habe ich dann gemerkt, dass ich, statt am Computer und im Büro zu sitzen, mehr Lust auf sinnliche Arbeit mit den Händen habe und spielte erstmals mit dem Gedanken, Kochen zu meinem Beruf zu machen. Über ein Praktikum bin ich in die Gastronomie quereingestiegen und habe einige Jahre in Restaurantküchen gearbeitet, bis ich mich selbständig gemacht habe. Heute verbinde ich beides – Kochen und Design – mit meiner Tätigkeit als Verlegerin und Autorin von kulinarischen Büchern.

Was liebst du an deiner Arbeit?
Am Kochen: Dass ich dadurch einen sehr sinnlichen Bezug zur Natur sowie auch mit anderen Menschen bekommen habe, nachdem ich anfing, mich intensiv damit auseinanderzusetzen, wo die Lebensmittel herkommen, die ich in meiner Küche verarbeite. Am Gastgebersein: Dass ich Menschen einen schönen Abend schenken und sie im besten Fall berühren kann mit dem, was ich tue. Am Büchermachen: Dass ich ein sehr vielseitiges Produkt, das eigentlich alles beinhaltet, was mich interessiert, von A bis Z nach meinen Vorstellungen umsetzen kann.

Die Tagliatelle/Fettuccini Seiten

Findest du, dass die Gesellschaft heute grundsätzlich sensibler betreffend Essenzubereitung, Nahrungsmittelproduktion, Zutaten und deren Herkunft ist als vor einigen Jahrzehnten, oder ist es gerade umgekehrt?
In meinem Umfeld habe ich oft das Gefühl, dass sich alles nur ums Essen dreht, aber das ist natürlich meine Echokammer: Wir kennen die Bauern, die das ProSpecieRara-Gemüse für uns anbauen. Wir wissen, was das Wollschwein gefressen hat, dessen knochengereiftes Kotelett wir auf den Grill legen. Ich liebe das! Wenn ich an die grosse Masse denke, bekomme ich hingegen den Eindruck, dass sich die meisten nicht im Geringsten dafür interessieren, was sie essen und wie diese Lebensmittel angebaut, aufgezogen und verarbeitet wurden. Und dann gibt es noch zwei Gruppen, die es so vor einigen Jahrzehnten nicht gab: Diejenigen, die aus ihrer Ernährung eine Religion machen und jene, die das Thema Essen wie Mode behandeln und von einem Trend zum nächsten springen – ich kann beides nicht ganz ernst nehmen. Dass die Menschen früher sensibler waren, glaube ich nicht. Es gab einfach nicht so viel Auswahl, man musste all die Entscheidungen nicht treffen, mit denen wir heute konfrontiert sind. Da gab es halt im Supermarkt im Winter keine Spargeln und Tomaten, sondern nur Wirz und Rüebli. 

Was hältst du von aktuellen Food Trends wie Street Food, Veganismus etc.?
Grundsätzlich interessiert mich eine ganzheitliche, echte Auseinandersetzung mit dem Thema Essen. Trends interessieren mich in diesem Zusammenhang schlicht nicht. Schwierig wird es, wenn man sich nur auf einzelne Aspekte fokussiert und wenn die Auseinandersetzung damit extreme Züge annimmt. Vor allem, wenn überhaupt kein Bezug zum Thema vorhanden ist. Es fällt mir schwer mit Menschen, die in ihrem Leben noch nie eine Kuh oder ein Getreidefeld von Nahem gesehen haben, darüber zu diskutieren, was wir essen «dürfen» und was nicht.

Anna und Daniel Freitag aufm Feld

Was sind deine nächsten Projekte und Ideen – ein weiteres Kochbuch?
In naher Zukunft wird sich bei mir noch alles ums Thema Pasta drehen. Danach will ich mich auf ein neues Thema konzentrieren und mich an das nächste Buchprojekt machen. Ich will mir auf jeden Fall eine Zukunft als Verlegerin und Autorin von kulinarischen Büchern aufbauen. Und zwischendurch auch immer wieder kochen. 

Dein aktuelles Lieblingsnahrungsmittel?
Ein zeitloses Lieblingsessen von mir ist sicher: Brot. Gutes Brot mit viel gesalzener Butter drauf, mehr braucht es nicht. Und dass auch Pasta zu meinen liebsten Nahrungsmitteln gehört, ist inzwischen hoffentlich auch klar.

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