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LIVE & WEAR

05.04.2018

«ICH MAG MATERIAL MIT GESCHICHTE»

Poetische Preziosen

In ihrem Atelier in einem ehemaligen Quartierladen im Zürcher Kreis 7 erschafft Schmuckgestalterin Simone Gugger kleine, vielfältig inspirierte Schmuckstücke: Ringe, Ohrschmuck und Anhänger, aber auch Manschettenknöpfe finden sich darunter. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Verarbeitung alter Materialien, die als Gold oder Edelsteine vielleicht schon einmal Teil eines Schmuckstücks waren, oft aber ursprünglich auch ganz anderen Zwecken dienten – und gerade dadurch interessant werden, um in ein kleines Schmuckstück eingearbeitet zu werden.

Was ist Simone Gugger Schmuck?
Schmuck aus meiner Werkstatt enthüllt sein Geheimnis oft erst auf den zweiten Blick. Beim genaueren Betrachten lassen sich in den poetischen Preziosen Geschichten und mit ihnen verknüpfte Emotionen entdecken. In traditioneller Handarbeit entstehen Schmuckstücke von klarer Schönheit mit ungewöhnlichen Materialkombinationen.

Wie bist du zum Schmuck gekommen?
Bereits während meiner Lehre als Dekorationsgestalterin begann ich mich nach einer weiteren Ausbildung umzusehen. In einer Ausstellung über zeitgenössische Schmuckgestaltung einer Berner Galerie ist dann der Funke gesprungen.
Damals gab es an der Schule für Gestaltung noch die Fachklasse 'Schmuck und Gerät'. Diese Ausbildung, die in der Tradition des Bauhauses Kunst und Handwerk zusammenführte, hat mich stark geprägt.

Wieviel Zeit investierst du bzw. machst du noch was anderes nebenbei?
Vor 14 Jahren habe ich mich entschieden, alles auf die Karte Schmuck zu setzen.

Wer steckt hinter Simone Gugger Schmuck?
Simone Gugger

Bild von Johanna Bossart

Was sind die Hochs und Tiefs in deinem Arbeitsalltag?
Zu den schönsten Momenten meines Berufsalltags gehört die Übergabe des fertigen Schmuckstückes, wenn die Augen meiner Kunden mit den Diamanten um die Wette funkeln. Manchmal steckt aber auch der Wurm im Material und keine Lötstelle will gelingen. Da hilft nur Feierabend machen – oder Buchhaltung, das geht immer.

Wieso braucht die Welt Simone Gugger Schmuck?
Weil stimmige Gestaltung das Herz berührt.

Verrate uns bitte, wie man auf gute Ideen kommt.
Sich selber eine Aufgabe stellen, dann die Fährte aufnehmen und ihr mit allen Sinnen folgen.

Wie entwickelst du Ideen weiter?
Auf langen Spaziergängen gelingt es mir am besten, den Faden einer Idee weiterzuspinnen. Zurück in der Werkstatt ist es ein Balanceakt über Wochen und manchmal Monate: ich muss dem Prozess Zeit zum reifen gewähren, kann nichts erzwingen, darf aber auch nicht locker lassen. Und auf einmal klickt's und verschiedene Ansätze und Ideen verschmelzen zu einem neuen Entwurf.

Was sind die Herausforderungen in deinem Arbeitsalltag?
Die Selbständigkeit bietet mir die Möglichkeit, verschiedene Interessen in meine Arbeit einfliessen zu lassen. So fotografiere, illustriere und inszeniere ich auch selbst, um meine Stücke im besten Licht erscheinen zu lassen. Diese Vielfalt möchte ich niemals missen – doch es gibt auch Tage, an denen all die verschiedenen Projekte kaum unter einen Hut zu bringen sind.

Was ist dein Lieblingsmaterial?
Ich mag Material mit Geschichte – seien es Glasampullen vom Flohmarkt oder Linsen aus einer liquidierten Feldstecherfabrik, antike Diamanten und Edelsteine aus alten Beständen. Letztere beziehe ich von Händlern, denen ich vertraue und mit welchen ich seit Jahren zusammenarbeite, denn mir ist wichtig, auf welchem Weg und durch wessen Hände sie zu mir gelangen. Aus demselben Grund verarbeite ich auch aufbereitetes Altgold und Fair Trade Gold.

Wie sieht dein Arbeitsplatz aus?


Was ist dein nächstes Projekt?
Meine neueste Trouvaille sind philippinische Naturperlen. Je nach Muschel oder Meeresschnecke unterscheiden sich die natürlich gewachsenen Perlen stark in Farbe und Form, jede ist einzigartig. In zwei Hälften zersägt, werden die Perlmuttschichten im Innern sichtbar, ähnlich den Jahresringen eines Baumstammes. Über die vergangenen Monate habe ich eine umfangreiche Sammlung zusammengetragen und freue mich sehr, sie zu neuen Schmuckstücken zu verarbeiten!

Was muss man bei dir im Quartier unbedingt erleben/kaufen/sehen?
Meine Atelierwerkstatt befindet sich in einem ehemaligen Quartierladen im Kreis 7. Am oberen Ende der Haldenbachstrasse gelegen, sehe ich von meiner Werkbank bis zum Uetliberg. Diese Weite, die Wetterspektakel und Sonnenuntergänge bringen mich immer wieder dazu, innezuhalten und den Blick in die Ferne schweifen zu lassen.
Ausserdem schätze ich gutes Essen in der Nachbarschaft, das Restaurant mit Weinhandlung Meierei und den Bioladen Ultimo Bacio.

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Also beschlossen sie, ihn selbst herzustellen. Sie experimentierten mit Mischungen, die Nachfrage wuchs, und mittlerweile ist aus ihrer persönlichen Vorliebe ein kleines Unternehmen geworden. Selbstverständlich stammen Tee und Gewürze aus fairem und nachhaltigem Anbau. Und um nicht maschinell produzieren zu müssen, betreiben die beiden zum Mahlen und Mörsern ihrer Gewürze eine Velomühle.