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WEAR & CARE

19.12.2019

«Die Verwirklichung eines Kultur übergreifenden Projektes hat nur dann eine Chance, wenn man sich ganz und mit Respekt auf die gegebenen, gesellschaftlichen Strukturen einlassen kann...»

Pop, pop, Poplin-Brücke

Faire Bedingungen, Kunsthandwerk, Textilien und der unglaubliche Farben- und Formenreichtum Westafrikas: Das ist der Kern von Susann Schweizers Slowfashion-Label POPLIN PROJECT. Gemeinsam mit Kleinstunternehmen aus Westafrika produziert POPLIN PROJECT Kleidungsstücke, die stilvollen Wert und Sinn haben, statt einfach nur Wegwerfprodukte moderner, industrialisierter Hipster-Kultur sind. Als kulturübergreifendes Projekt, das Stärken beider involvierter Kulturen miteinander verbindet und dadurch eine Brücke von der Schweiz nach Westafrika baut, rekonstruiert Susann für uns hier, wie die Verbindung entstand und was POPLIN PROJECT genau bedeutet.

Was ist POPLIN PROJECT? In ein, zwei Sätzen…
Poplin Project ist ein nachhaltiges Projekt, bei welchem die Idee von Slowfashion umgesetzt und unter fairen Bedingungen in Handarbeit mit Kleinstunternehmen in Westafrika produziert wird. 33% des Gewinns fliesst zurück ins Produktionsland, wo Projekte in den Bereichen der Gleichstellung und Bildung gefördert werden.

Wer hatte die Idee dazu? Wie ist er/sie darauf gekommen und wieso?
Die Initiantin des Projektes bin ich, Susann Schweizer. Meine Leidenschaft für Textilien und Kunsthandwerk und die Begegnung mit westafrikanischen Kulturen brachte mich auf die Idee, eine nachhaltige Kollektion mit traditionellen Stoffen aus der Region zu schaffen.

Susann Schweizer trägt ihre nachhaltige Kollektion mit traditionellem Stoff und eigenem Twist.

Wie sah der erste Schritt zur Verwirklichung der Idee aus?
In die Kulturen Westafrikas eintauchen. Sich tagelang auf den Märkten Abidjans zu verlieren und treiben zu lassen. Die Verwirklichung eines kulturübergreifenden Projektes hat nur dann eine Chance, wenn man sich ganz und mit Respekt auf die gegebenen, gesellschaftlichen Strukturen einlassen kann, damit keine Aneignung der Kultur, sondern eine Kulturverschmelzung stattfindet.

Wer gehört heute zum Kernteam?
Neben mir besteht das Kernteam aus Flore und Cybele und ihren jeweiligen Atelierteams in Abidjan. Ebenfalls dazu gehören Mamadou und Tanoh, die Batikfärber aus Grand Bassam.

Eines der sympathischen Schneiderlein-Ateliers: Cybele und ihr Team in Abidjan.

Wieso braucht die Welt eure Produkte und Lösungen?
In unserer globalisierten Welt ist Kleidung zum Wegwerfprodukt geworden, und diese Tatsache zieht langfristig schwerwiegende Folgen für Mensch und Umwelt nach sich. Wir erachten es als wichtig, wieder vermehrt Produkte herzustellen, die einen realen Sinn und eine Wertigkeit aufweisen. Unsere Produkte werden in handwerklicher Tradition sowie unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt und verhelfen so jedem einzelnen Kleidungsstück zu Sinn und Wert. 

Die grössten Herausforderungen im Arbeitsalltag?
Zeitmangel und die Distanz. 

Wie kommt ihr zu euren farbigen Textilien bzw. wieso farbig und nicht einfarbig?
Die Kernidee von POPLIN PROJECT ist die interkulturelle Verbindung zwischen Mitteleuropa und Westafrika zu stärken. Die Schweiz ist z.B. bekannt für ihre Grafik und Präzision – in Westafrika ist vieles bunt, laut und spontan. Die Muster und Kleider von POPLIN PROJECT sind die Essenz beider Einflüsse.

Poplin Project pops! Claudio sieht hot aus. Ob der Koffer wohl schwer ist?

Wie kommt ihr auf neue Ideen?
Die Herausforderung ist nicht, auf neue Ideen zu kommen, sondern die richtigen Ideen zu erkennen und zu verwirklichen.

Wie sieht euer Arbeitsplatz aus?
Mein Arbeitsraum ist in einer alten Fabrik in Zürich. Nebst Atelier dient der Raum auch als Lager des Onlinestores und als Fotostudio. Oft herrscht ein kreatives Chaos wie auf den Märkten Abidjans.

Der ordentliche Teil von Susanns Atelier in Zürich.

Was war euch dieses Jahr noch wichtig ausser Criterion Festival 2019?
Mitte Mai traf die neue Kollektion ein. Und vom 12. bis 16. Juni fand unser Pop-up-Store an der Ankerstrasse 25 statt. Und nun läuft der Weihnachtsverkauf wieder auf Hochtouren. Happy 2019!

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Hallo Leben!

Kurzerhand gründete sie mit ihrer Freundin Daniela Wyttenbach HEYLIFE, um auch die Schweiz mit 100% natürlichen Säften zu beglücken. Hey, das Leben mit Natur, Gesundheit, Genuss und Energie steckt in jeder Flasche, vermittelt uns HEYLIFE Nora Schenker.

WEAR & CARE
Om Shanti Shanti Traum

Ihr Label COMISH ist Oekogold zertifiziert und verwendet ausschliesslich Recycling-Edelmetalle, was auch das Responsible Jewellery Council (RJC) in London garantiert. Shanti erzählt uns, wie alles so COMISH wurde.

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Zweifelsohne: Weinfamilie

1898 erfolgte die Unternehmungsgründung der Firma Gebr. Zweifel Höngg durch Paul und Emil Zweifel. Zum Wein gesellte sich auch die Mostkelterei Zweifel, welche bis Ende der 1960er-Jahre prägend war, bis sie wegen der Einführung der Coca-Cola einging. Walter Zweifel als Delegierter des Verwaltungsrates und Bruder Urs als Önologen führen heute als 4. Generation das Unternehmen. Geschäftsführer Christoph Ernst beantwortet uns hier, wer was warum.


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