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COOK & SHARE

19.02.2019

«Die ganze Max-Familie setzt sich zusammen an einen Tisch und probiert oftmals ganze Vormittage lang verschiedene Kreationen.»

Schokoladenmärchen

Es war einmal ein kleiner Junge namens Max, der ohne Schokoladenspuren an den Mundwinkeln nicht sein konnte. Und so erfüllte ihm sein (nicht weniger Schokolade liebender) Papa einen grossen Traum mitten im Herzen der süssen Schweiz. Max Chocolatier in Luzern ist ein 88 m² grosses Schokoladenatelier, das wundervolle Schokoladenpreziosen nach geheimen Rezepten mit natürlichen Zutaten kreiert und damit  seine Kundschaft verzaubert. Geschäftsführerin Ramona Odermatt erzählt uns die inspirierende Geschichte hinter Max Chocolatier.

Was ist Max Chocolatier?
Max Chocolatier ist ein kleines Familienunternehmen, das sich zum Ziel gesetzt hat, die Handwerkskunst in der sehr industriellen Schokoladenindustrie wieder aufleben zu lassen und von Hand nach den höchsten Qualitätsstandards zu produzieren. Patrik König, unser Chef und Gründer, hat das Herzensprojekt seinem Sohn Max gewidmet.

Und was ist Max Chocolatier nicht?
Masse, Fliessband, Standard, normal, monoton, unpersönlich, unflexibel, gross. Wir sind ein kleines Team, dass den Traum der Familie König verwirklichen darf und dies mit viel Herzblut macht. Bei uns gibt es nicht DIE Lösung, sondern wir suchen für alle unsere Kunden, ob in der Boutique oder bei Firmengeschenke, den «Perfect Match».  Da brauchen wir selbst bei 159 verschiedenen Geschmacksrichtungen viel Kreativität – und auch die eine oder andere Nachtschicht.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, Schokolade zu produzieren?
Max Chocolatier ist ein Herzensprojekt, entstanden aus der Leidenschaft von Patrik König zur Handwerkskunst, Schokolade und Nachhaltigkeit. Während all seinen Reisen war er immer auf der Suche nach kleinen, einzigartigen Schokoladenateliers mit der besten Schokolade, um diese der Familie mit nach Hause zu nehmen. Daraus entstand der Traum einer eigenen exklusiven Schweizer Schokoladenmanufaktur. Als dann in Luzern die Buchhandlung am Schweizerhofquai schloss, war es Zeit den Traum wahr werden zu lassen. Seit bald 10 Jahren kreieren nun unsere vier Chocolatiers jeden Tag neue Schoggi-Preziosen von Hand.

Die Max Chocolatier Familie.

Wieso braucht die Welt Max Chocolatier?
Sind wir ehrlich – wir könnten alle ohne Schokolade leben. Aber wer möchte das schon? 
Es macht Spass zu geniessen. Aber nicht jeder Genuss ist auch nachhaltig. Uns ist es wichtig, dass wir die Natur respektieren und dass wir etwas kreieren, das unserem Körper nicht schadet. Deshalb produzieren wir sehr lokal, mit natürlichen Zutaten und ohne Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker und künstliche Farbstoffe.

Was unterscheidet euch von anderen Schokoladen?
Alle unsere Schokoladenköstlichkeiten werden von unseren vier Chocolatiers in unserem 88 Quadratmeter kleinen Atelier in Luzern direkt am See handgefertigt. Wir lieben es mit Geschmacksrichtungen zu spielen und verwenden dafür die hochwertigsten Zutaten wie Honig aus St. Niklausen, Alpenheu von der Seewlialp, wo übrigens auch unsere eigenen Kühe stehen, Haselnüsse aus dem Piemont oder Pistazien aus dem Iran. Jedes Produkt bei uns hat eine Geschichte und es dauert zum Beispiel bei den Pralinen bis zu vier Tagen bis sie ihr «Zuhause», die Pralinenschachtel, beziehen. 
Uns geht es nicht darum unsere Schokolade zu verkaufen. Viel mehr möchten wir dem Menschen, den wir vor uns haben, ein Lächeln ins Gesicht zaubern und für ihn die massgeschneiderte Lösung kreieren, egal ob dies in den Boutiquen ist oder in der Zusammenarbeit mit Firmenkunden.

Was macht gute Schokolade aus?
Herausragende Qualität der Zutaten, die wiederum zeigt sich im Bruch, Duft, Aussehen und im Geschmack der Schokolade. Perfektion bedeutet zudem Automation – aber wir bevorzugen Handarbeit und deshalb eine natürliche Imperfektion. Sehr zentral ist auch der Kakao, den man verwendet. Wie beim Wein bekommt auch der Kakao eine ganz eigene Note je nach geografischer Lage, Bodenbeschaffenheit und Klima. Wir haben zum Beispiel einen Kakao, der sehr rauchig schmeckt, weil dieser in einem Vulkangebiet wächst. Zudem sind auch Fermentation und das Conchieren wesentlich für die Qualität und den Geschmack des Kakao. Wir sind sehr stolz darauf, das Unternehmen Felchlin mit seinem einzigartigen Konzept als Partner zu haben.

Die Max Chocolatier Tafeln.

Ab wann und warum wusstet ihr, dass eure Idee funktioniert?
Ui, da sind wir uns immer noch nicht sicher. Es ist definitiv nicht einfach. Aber was ist schon einfach... Das wäre ja auch langweilig! Wir glauben an unsere Idee und wissen, dass unsere Qualität einzigartig ist. Die leuchtenden Augen und das Erstaunen, das wir jeweils zu sehen bekommen, wenn Menschen unsere Schokolade zum ersten Mal probieren, bestätigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Gab es Rückschläge?
Immer wieder. Aber da hilft uns immer der Gedanke an Max: 
Max wurde mit Trisomie 21 geboren. Er geniesst jeden Moment und strahlt eine unglaubliche Lebensfreude aus. Das motiviert ungemein. Und wenn man Max beim Genuss seiner Schoggi beobachtet, dann weiss man, wie pure Freude aussieht.

Was sind die allgemeine Herausforderungen in der Schokoladenbranche?
In der Schweizer Schoggi-Industrie gibt es grosse Player, die schon seit dem letzten Jahrhundert im Business sind. Und da sind wir – ein Baby, im Vergleich. In den letzten Jahren hat die Branche an Vielfalt gewonnen und neue innovative Konzepte sind entstanden. Die Herausforderung für uns besteht darin, die besten Rohstoffe zu finden, in allen Bereichen nachhaltig zu handeln und in einem Markt wie die Schweiz ist Handwerkskunst zu betreiben. Keine einfache Aufgabe, aber eine sehr spannende.

Das Schokoladenparadies in Luzern.

Wie entwickelt ihr eure Ideen weiter? Wer/was hilft euch dabei?
Hahaha, mit ganz viel Max-Schokolade essen! Wir brainstormen viel im Team, gehen auch mal nach draussen und setzen uns an den See oder trinken eine Glas Wein zusammen. Auch unsere Kunden sind immer wieder eine sehr wertvolle Quelle.
Wenn wir auf der Suche nach neuen Kreationen sind, werden zuerst alle Ideen gesammelt. Diese werden dann durch unsere Chocolatiers interpretiert. Was danach passiert, klingt wie in den schönsten Schoggi-Träumen: Die ganze Max-Familie setzt sich mit ausgewählten Kunden, Freunden und Experten zusammen an einen Tisch und probiert ausgiebig die verschiedenen Geschmacksrichtungen. Hitzig wird diskutiert und erörtert und immer wieder werden die Produkte verbessert und angepasst. Solche Degustationen kann es etliche geben, bis dann schliesslich eine Hand voll Gewinner auserkoren sind und ins Sortiment gelangen.

Verratet uns bitte, wie man auf gute Ideen kommt? Ein einziger Tipp genügt.
Mit offenen Augen durch die Welt gehen und sich von Kulturen, Menschen und Landschaften inspirieren lassen.

Mhmm...

Welche Tools, Arbeitsweise nimmt euch die meiste Arbeit ab?
Tools haben wir wenige, wir arbeiten sehr manuell. Ein gut funktionierendes Team, resp. eine tolle Familie erleichtert einem aber das Arbeiten ungemein. Und wenn es mal wieder besonders streng ist: Ein Stück gute Schokolade macht immer glücklich!

Was wollt ihr als Nächstes erreichen?
Wir arbeiten im Moment an diversen neuen Produkten und freue uns bereits diese im Laufe des Jahres vorzustellen. Zudem dürfen wir im Mai für 2 Wochen am Zürich HB ein PopUp unsere Gäste verwöhnen. Vielleicht werden wir auch dieses Jahr im Herbst wieder eine «heissi Schoggi»-Bar führen – diesmal vielleicht sogar in Zürich.

Was muss man bei euch in Luzern unbedingt erleben/kaufen/sehen?
Ha, die Fasnacht! Im Ernst: Der Blick von der Museggmauer über die Stadt ist schon ziemlich einzigartig. Dann einen Besuch am Luzerner Wochenmarkt direkt an der Reuss oder es sich bei Moritz Stiefel im Stiefels Hopfenkranz gut gehen lassen und danach bei ihm eine Max Chocolatier Praline geniessen..

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Samuel erzählt uns wie alles entstand, während er noch ein bisschen velokuriert und danach auf seine Kinder aufpasst.

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1898 erfolgte die Unternehmungsgründung der Firma Gebr. Zweifel Höngg durch Paul und Emil Zweifel. Zum Wein gesellte sich auch die Mostkelterei Zweifel, welche bis Ende der 1960er-Jahre prägend war, bis sie wegen der Einführung der Coca-Cola einging. Walter Zweifel als Delegierter des Verwaltungsrates und Bruder Urs als Önologen führen heute als 4. Generation das Unternehmen. Geschäftsführer Christoph Ernst beantwortet uns hier, wer was warum.

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Die Seifenmacher-Manufaktur ist vollumfänglich in Familienhand: Mama kümmert sich um Konfektion und Versand ins Unterland. Papa steht in technischen Fragen beiseite und behält einen kühlen Kopf, wenn scheinbar unlösbare Probleme anstehen. Und Beat als Kern der Seifenmacherei leitet die Produktion und ist für die komplette Entwicklung verantwortlich. Im Dorf wird bereits gemunkelt, dass kein Aroser besser duftet als die Urechs. Gell, Beat…


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