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COOK & SHARE

11.03.2019

«Unser Ziel ist es, so vielen Personen wie möglich einen sinnvollen Arbeitsplatz zu ermöglichen.»

Arbeit und Genuss

Entwickelt wurden die Produkte der letzten Jahre auf dem Hof Baldenwil von Menschen mit Beeinträchtigungen. Aus Platzgründen zogen sie unlängst um: Die Genusswerkstatt Herisau ist seit 1.1.2018 offen und somit der jüngste Betrieb der Stiftung Tosam. Mit dem Umzug und der Namensänderung haben Betriebsleiter und Kreateur der Gourmet-Produkte Urs Stuker und sein Team entschieden, ihren Produkten einen neuen Look zu geben. Von mediterranen Salzen bis zu aromatischem Tee, sie kreieren Artikel fürs Wohlbefinden von Körper und Seele. Urs erzählt uns mehr…

Das Kräuterlager der Genusswerkstatt

Was ist Genusswerkstatt Herisau? In ein, zwei Sätzen…
Die Genusswerkstatt Herisau gehört zur Stiftung Tosam und bietet Menschen mit Beeinträchtigungen Arbeitsplätze an. Wir bauen auf unserem Biohof Kräuter an und verarbeiten diese in der Genusswerkstatt zu Kräutersalzen, Gewürz- und Teemischungen.

Wer hatte die Idee dazu? Wie ist er/sie darauf gekommen und wieso?
Die Genusswerkstatt Herisau ist aus dem Hof Baldenwil heraus entstanden. Seit 2011 verarbeiteten wir auf dem Hof Kräuter. Da aber der Platz nicht mehr ausreichte, haben wir im Januar 2018 die Genusswerkstatt in Herisau eröffnet. Die Idee des Kräuteranbaus und dessen Verarbeitung hatte ich, Urs Stuker. Für mich gab es dafür vier wichtige Gründe: Erstens wollte ich für Menschen mit Beeinträchtigungen spannende Arbeitsplätze schaffen, zweitens Kräutermischungen von höchster Qualität herstellen und soweit es geht aus regionalen Rohstoffen mischen. Drittens wollte ich eine gläserne Produktion haben. Sprich: uns kann man jederzeit besuchen und erhält einen Einblick in die Verarbeitung der Kräuter. Viertens: Den regionalen Landwirten ein Zusatzeinkommen bieten.

Wie sah der erste Schritt zur Verwirklichung der Idee aus?
Im Jahr 2011 haben wir auf dem Hof mit dem Anbau und der Verarbeitung im kleinen Stil angefangen und erste Erfahrungen gesammelt.

Wer gehört heute zum Kernteam?
Urs Stuker: Betriebsleiter und Créateur unserer Gourmet-Produkte
Antonella Cimino Brunner: Bereichsleitung Marketing/Verkauf
Martin Räss: Facharbeiter Produktion

Antonella Cimino Brunner

Martin Räss

Wieso braucht die Welt eure Produkte und eure Institution?
Weil es eine Erweiterung der handgefertigten Lebensmittelauswahl an Bioprodukten aus der Region für Konsumenten mit Bewusstsein ist. Und weil wir Menschen mit psychischen und/oder körperlichen Beeinträchtigungen und Langzeitarbeitslosen eine Tagesstruktur bieten.

Wie entscheidet ihr, welche Produkte ihr produziert bzw. ins Sortiment aufnehmt?
Feldstudien und viel Bauchgefühl!

Welche Tools, Arbeitsweise nimmt euch die meiste Arbeit ab?
Eigentlich wollen wir gar nichts, was uns Arbeit abnimmt. Unser Ziel ist es, so vielen Personen wie möglich einen sinnvollen Arbeitsplatz zu ermöglichen.

Wie kommt ihr auf neue Ideen, gibts da ein Ritual oder geschieht das von selbst?
Jeder kann sich eigentlich zur Ideenfindung einbringen. Vielfach sind wir in den Ferien am kreativsten und/oder besuchen kleine Märkte und innovative Produzenten im In- und Ausland.

Wie sieht euer Arbeitsplatz aus?
Mischerei, Abfüllerei, Produktelager, Küche, Verpackerei, Büros.

Was sind eure nächsten Ideen und Projekte?
Betreiben einer Mensa für Mieter des Fluoraparks.

Welche 3 Dinge empfiehlt ihr Freunden, die bei euch in der Region tun?
Klassiker im Appenzellerland sind sicher Siedwurst, Chäshörnli und Apfelmus. Ein Sonnenaufgang auf dem Säntis oder die Silvesterchläuse in Urnäsch sind absolute Erlebnisse. Wobei den Besuch in der Genusswerkstatt Herisau würde uns natürlich am meisten freuen. Die Reise ist es wert.

Hört ihr Musik beim Arbeiten?
Ja, von Pop über Jazz bis zu Klassik.

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