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PLAY & CREATE

12.03.2019

«Mir war es schon immer wichtig, aus dem was man hat etwas zu machen.»

Textile Flächengestaltung

Seit letztem Herbst zählt Zürich ein Textildesign-Atelier mehr: Regula Lampert hat ihre Fink Manufaktur von der Stadt am Rhein an die Limmat gezügelt. Im Gartenhäuschen, hinter dem Schafe weiden, gestaltet und produziert die Textildesignerin Teppiche, Kissenbezüge und entwickelt dabei ihr Unternehmen stetig weiter.

Was ist Fink Manufaktur? In ein, zwei Sätzen…
Fink ist eine kleine Manufaktur für Textile Designprodukte, welche in eigenen Kollektionen entstehen oder auf Kundenwünsche zugeschnitten werden. Im Fokus steht das Textilhandwerk: Weben, Stricken, Nähen. Alle Produkte werden im eigenen Atelier oder in Zusammenarbeit mit anderen Schweizer Kleinunternehmen hergestellt.

Wer hatte die Idee dazu?
Fink gibt es nun seit 2015. Gestartet hatten wir zu zweit, und seit 2018 ist Fink eine Ein-Frau-Manufaktur. Im weiterbildenden Studiengang Textildesign HF in Basel lernte ich Julia kennen. Danach hiess es Stellen finden, was sich als sehr schwierig herausstellte. Wir merkten schnell, dass wenn wir dem erlernten Textilhandwerk weiterhin nachgehen möchten, dann müssen wir uns selbständig machen. Schnell fanden wir ein Atelier, welches zu uns passte. Inmitten von kreativen Leuten entstand unsere erste Kollektion im 2016.


Wie sah der erste Schritt zur Verwirklichung der Idee aus?
Angefangen hatte alles mit Restgarn, welches wir von einer der wenigen industriellen Webereien, die es in der Schweiz noch gibt, günstig bekommen konnten. Wir fuhren hin, luden unser Auto bis unters Dach voll mit Wollgarn und fingen an zu entwerfen. Am Handwebstuhl und an der Strickmaschine entstanden die ersten Prototypen der Fink-Kissen. Damals wählten wir Kissen als erstes Produkt aus, weil es vom Format her machbar für unsere Maschinen war und das robuste Wollgarn ideal für Kissen ist. Nach den Kissen kam eins ums andere. Wir gestalteten unser Logo, machten eine Webpage und gingen an diverse Designmessen und verkauften unsere Produkte. Uns war immer wichtig, so viel wie möglich selbst zu machen. Wir schätzen aber auch immer sehr die Zusammenarbeit mit anderen Handwerkern, um das bestmögliche Resultat zu erzielen.

Wer gehört heute zum Kernteam?
Heutzutage bin ich, Regula Lampert, der Kern der Manufaktur Fink.


Welche Tools, Arbeitsweise nimmt dir die meiste Arbeit ab?
Die meiste Arbeit nimmt mir der Stricker Herr Urs ab, er ist Gold wert für kleine Textilunternehmen wie Fink. Ohne ihn wäre es kaum machbar. Er ermöglicht es mir, Einzelstücke und Kleinserien in der Schweiz stricken zu lassen.

Wie kommst du auf neue Ideen, gibts da ein Ritual oder geschieht das von selbst?
Neue Ideen kommen auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Offene Augen im Alltag. Magazine, Bücher und Internetrecherche. Manchmal sind es Gespräche und Kundenanfragen, die mich auf eine neue Idee bringen. Aber oft ist der Ursprung einer Idee auch ein Material, dass ich finde oder bekomme und aus dem entsteht dann etwas Neues. Mir war es schon immer wichtig, aus dem was man hat, etwas zu machen.

Was sind aktuelle Themen und Trends in deiner Branche?
Nachhaltigkeit und Regionalität ist nach wie vor ein grosser Trend. Die Kunden möchten immer mehr wissen, woher ein Produkt kommt und was für eine Geschichte dahintersteckt.

Wie sieht dein Arbeitsplatz aus?
Letzten Herbst bin ich mit Fink von Basel nach Zürich umgezogen. Ich habe das Glück ein kleines Gartenhäuschen mitten in der Stadt mieten zu können. Hinter dem Haus weiden Schafe, was sehr gut zu Fink passt, da ich oft Wolle verarbeite.


Was sind deine nächsten Projekte?
Durch den personellen Wechsel und den neuen Standort wird es für mich Zeit, mit Fink etwas Neues zu beginnen. Wie das genau aussehen wird, kann ich im Moment noch nicht sagen. Von neuen Produkten, über neue Dienstleistungen und eine neue Designsprache, ist alles möglich. Was ich aber schon seit längerem im Kopf habe, sind gestrickte Teppiche.

Dein Traumprojekt?
Ich wünsche mir, dass ich in Zukunft mehr individuelle Kundenaufträge verwirklichen kann. Ich liebe es, mich immer wieder neuen kreativen Herausforderungen zu stellen und Aufträge von A-Z umzusetzen. Ich möchte vermehrt Textile Produkte vom Design, über die Produktion bis zur Umsetzung verwirklichen. Dafür stelle ich mir Zusammenarbeiten mit Innenarchitekten, Geschäften oder Privatpersonen vor.

Welche 3 Dinge empfiehlst du Freunden, die bei dir in der Region tun/essen/erleben/kaufen wollen?
Für mich ist Zürich noch Neuland und ich entdecke täglich Neues. Etwas vom Schönsten ist am Hönggerberg am Feuer zu sitzen und über die Stadt zu schauen. Inspirationen finde ich auf dem Kanzlei Flohmarkt und im Offcut Materialmarkt. Und die besten Dumplings gibts bei Wesley Kitchen.

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