125
«ALLE GESCHICHTEN DIE ZUM LESEN EINLADEN UND GELESEN WERDEN SOLLEN»
ERSTAUFLAGE
Das Journal ist unser Blog und bietet Informationen zu Ausstellern oder Stories die uns interessieren.

WEAR & CARE

07.11.2019

«KAESER wollte diese hochwertigen Massivholz-Abschnitte nicht einfach in den Abfall werfen und erzählte mir davon, was mich auf die Idee brachte, Schneidbretter aus diesen Abschnitten zu fertigen.»

Tolles Dilemma

JENNI&KAESER ist das Gestalter-Duo, das manchmal diskutiert, weil sie ihre funktionalen Massivholz-Küchenschneidbretter- und Mühlen-Unikate, welche sie in Heimenschwand handanfertigen, vollkommen haben wollen. Linda Jenni bringt als Designerin den Ästhetik-Aspekt in die Produkte ein – währenddessen sich Remo Käser, der erfahrene Schreiner, um die Machbarkeit und Realisation kümmert. Diese kleinen Reibereien braucht es aber, gibt Linda hier zu, um die guten Bretter und Mühlen in die vertrauten Küchen ihrer Kunden zu bringen.

Was ist JENNI&KAESER?
Wir sind ein Paar und ein Gestalter-Duo: Ich, die JENNI Hälfte des Namens, bin Produktdesignerin FH mit eigenem Atelier in Thun – er, KAESER, Schreiner mit eigener Firma in Heimenschwand.

Wer hatte die Idee dazu? Wie ist er/sie darauf gekommen und wieso?
KAESER hatte die Idee dazu. Es gab eine Phase vor etwa drei Jahren, in welcher seine Schreinerei sehr viele Massivholz-Tische für Privatkunden produzieren durfte. Bei jedem produzierten Tisch gab es Reste. Diese Abschnitte hatten immer etwa die gleiche Grösse und waren ästhetisch und qualitativ von höchster Güte. KAESER wollte diese hochwertigen Massivholz-Abschnitte nicht einfach in den Abfall werfen und erzählte mir davon, was mich auf die Idee brachte, Schneidbretter aus diesen Abschnitten zu fertigen. So entstand das erste Schneidbrett der JENNI&KAESER Kollektion: Das Crostata-Brett JULIE.

Crostata Brett Julie B/T/H 350 X 120 X 16 mm, Material: Ahorn, Eiche, Kirschbaum, Nussbaum

Wie sah der erste Schritt zur Verwirklichung der Idee aus?
Wir steckten unsere Köpfe zusammen und zeichneten im Massstab 1:1 mögliche Schneidbrett-Dimensionen auf, welche aus den Abschnitten realisierbar waren. Schon bald stand die Form, und natürlich durfte das Loch nicht fehlen, das typische Designelement eines Schneidbretts. Danach setzten wir die Maschinen in der Werkstatt in Gang und fertigten den ersten Prototyp des Crostata-Bretts JULIE. Die Dimensionen passten, und wir gingen in Serie. Die erste Serie bestand aus 100 Stück, die an Bekannte und Freunde zu Testzwecken verschenkt wurden. Die Testphase verlief gut, und alle waren begeistert. So gestalten und entwickeln wir noch immer verschiedene Schneidbretter und Mühlen aus Holz. Jetzt wird Holz dafür eingekauft, weil die Abschnitte nicht mehr ausreichen.

Jenni&Kaesers Massivholz-Stapel

Wer gehört zum Kernteam?
Remo Käser und ich, Linda Jenni. 

Wieso braucht die Welt eure Produkte und Lösungen?
Weil jedes Stück mit viel Herzblut im Heimenschwand produziert wird und es Menschen, welche das Kochen zelebrieren, die Arbeit versüsst. Unsere Produkte sind funktional, dennoch steht Ästhetik im Vordergrund. Wir leben unsere Produkte.

Was ist euch bei euren Produkten wichtig?
Holz ist ein natürlicher Werkstoff, der unendliche Möglichkeiten bietet. Jedes unserer Schneidbretter, jede Mühle ist ein Unikat. Für mich steht der ästhetische Aspekt im Vordergrund, für Remo sind es Machbarkeit und Realisation – da gibt es schon ab und zu Diskussionen. Dennoch ist das Wichtigste an unseren Produkten, dass sie den Besitzer lange begleiten und ihm seinen Alltag erleichtern. Da kann auch ich ab und zu ein Auge zudrücken, wenn die Ästhetik etwas leiden muss.

Wie kommt ihr auf neue Ideen?
Meistens kommen uns neue Ideen beim Kochen oder Essen. Wir sind beide sehr kreativ beim Kochen und lieben es, neue Gerichte auszuprobieren, wenn wir Zeit und Musse haben. In solchen Momenten sprudeln dann meistens auch unsere Ideen für neue Designs. Ebenfalls lassen wir uns gerne von anderen Ländern und Essgewohnheiten inspirieren. So können wir meistens kaum warten, bis wir aus den Ferien und zurück in der Werkstatt sind, um neue Ideen als Prototypen umzusetzen.

Am liebsten in der Werkstatt

Was sind eure nächsten Projekte?
Wir wollen mit unserem Food-Fotografen Jules Moser in der ersten Jahreshälfte neue Bilder realisieren und damit unsere Webseite neu bestücken. Ebenfalls werden wir ein paar schöne Printprodukte daraus gestalten, um dann an den bevorstehenden Designmessen im Herbst/Winter den neuen Look vorstellen zu können. Die LAB Serie werden wir auch weiterentwickeln und neue Produkte rechtzeitig zur Grillsaison präsentieren.

Habt ihr nebenbei noch andere Jobs?
Ich arbeitet, nebst JENNI&KAESER und eigenem Atelier für Grafik und Design, 80% als Marketing und Event Verantwortliche im Golf Thunersee. Remo ist Vollblutunternehmer und arbeitet deutlich mehr als 100% als Schreiner und Projektleiter in seiner eigenen Firma. 

Hört ihr Musik beim Arbeiten?
In der Werkstatt sind wir genug vom Lärm der verschiedenen Maschinen absorbiert. Deshalb lassen wir uns dann meistens einfach durch das Vogelgezwitscher im ländlichen Heimenschwand berieseln, wenn die Maschinen mal stillstehen. Wenn wir trotzdem mal Lust auf Musik haben, schalten wir den regionalen Radiosender ein. Da kommt meistens eine lockere Stimmung auf mit den verschiedensten Musikstilen und nicht ganz aktuellen Hits.

COOK & SHARE
Harmonie der Jauer

Unter diesem Titel strebt die Talbevölkerung das Zusammenwirken von Natur, Kultur, Gesellschaft, Ökologie und Ökonomie an. Kommunikations- und Marketing Manager Thorsten Frohn führt uns hier durch ihren Reservatzauber.

WEAR & CARE
Der fliegende Hirsch im Käfer

Vom Hirsch zum pflanzlich gegerbten Leder bis zur nachhaltigen Fashion von Cervo Volante, Conny erläutert ihren Werdegang.

COOK & SHARE
Zeit für Brot

In der Anwendung hochwertiger Produkte und hingebungsvollen Ausübung dieser traditionellen Handwerke findet Anna Antworten auf viele, moderne Essprobleme von heute. Anna…


PARTNER