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LIVE & WEAR

24.02.2018

«UNSERE PRODUKTE SETZEN EIN ZEICHEN GEGEN DIE WEGWERF-GESELLSCHAFT»

Ledertaschen und Berner Lebensfreude

Wenn Handwerk, Lädeli und Freundinnen zusammenkommen, verbindet sich die Arbeit mit der Lebensfreude. Ganz besonders,  wenn eine einzigartige Gewohnheit besteht: Seit der Gründung vor über zwanzig Jahren gönnen sich Ursula und Fiona von der Sattlerei Losinger während den Sommermonaten in den Mittagspausen einen Schwumm in der Aare. Ihre Lebensfreude zeigt sich in den individuell gestalteten und reparierten Taschen.

Was ist «Sattlerei Fiona Losinger»?
Ein Handwerksbetrieb. Herstellung und Verkauf in einem. Die Produkte unserer Kollektion können selber zusammengestellt werden. Wir möchten nahe bei unseren Kundinnen und Kunden sein. Sie kommen mit ihrem Anliegen auf uns zu – und wir versuchen die Ideen umzusetzen.

Wie seid ihr zum Lederhandwerk gekommen? 
Wir sind ausgebildete Sattlerinnen. Unsere beruflichen Wurzeln haben wir im Reitsport und in der Carrosseriesattlerei. Das Material und die vielen Einsatzmöglichkeiten begeistern uns. Unsere Steckenpferde? Das gute alte Handwerk, Schlichtheit, Funktionalität und liebevolle Gestaltung.

Welche Hochs und Tiefs erlebt ihr in eurem Arbeitsalltag?
Hmm – das klingt schon fast märchenhaft: wir freuen uns alle jeden Tag über unser schönes «Lädeli», unser inspirierendes Team, unsere vorwiegend spannende und nette Kundschaft und unsere tolle Nachbarschaft.


Wie entwickelt ihr eure Ideen weiter?
Ideen bekommen wir durch unser tägliches Tun. Die verschiedenen Materialien, unser fast unerschöpflicher Ideenpool, aber auch die Ideen von Kundinnen und Kunden inspirieren uns.

Wieso braucht die Welt Lederprodukte? 
Die Welt würde nicht untergehen ohne sie - solange aber Fleisch gegessen wird, sind Häute ein vielseitig verwendbares Abfallprodukt.

Wieso braucht es euch im Speziellen?
Unsere Werke sind mit viel Liebe, Herzblut und natürlich fachlichem Wissen gemacht.
Wir erhalten ein altes, aussterbendes Handwerk. Wir reparieren alte, kaputte Herzstücke und bereiten damit vielen Leuten eine Freude. Wir setzen ein Zeichen gegen unsere Wegwerfgesellschaft. Und dies seit 20 Jahren.


Was nimmt euch im Alltag die meiste Arbeit ab?
Bei uns muss alle Arbeit gemacht sein, niemand oder nichts nimmt sie uns ab – wir machen es aber gern.

Wie kommt ihr auf gute Ideen?
Mit einer guten Flasche Wein, Aperol Spritz, Oliven und getrockneten Tomaten.
Ganz einfach: niemanden und nichts nachahmen wollen, keinem Trend hinterherrennen - einfach bei sich selber sein und lauschen, woher der Wind weht.

Wie sieht euer Arbeitsplatz aus?


Was sind aktuell umstrittene Themen in der Lederindustrie?
Sogenannte Pflanzliche Gerbung versus Chromgerbung. Auch die Haltung der Tiere zu Lebzeiten wird oft diskutiert. Genauso wie die Arbeitsbedingungen in ausländischen Produktionsstätten oder die Transportwege des Materials und der Endprodukte.

Worauf muss beim Kauf von Lederprodukten geachtet werden?
Man muss auf jeden Fall darauf achten, woher das Leder stammt, wie es gegerbt ist und unter welchen Bedingungen es produziert wird.

Was wollt ihr als nächstes erreichen?
Wir möchten nichts erreichen, wir haben es gut.

Welche drei Sachen empfehlt ihr Freunden, die zu euch nach Bern kommen?
Ein erfrischendes Bad in der Aare im Sommer - für die Mutigen einen Sprung ins Wasser von der Untertorbrücke, eine Party im Dachstock der Reitschule  oder einen «scharfen Berner» vom Beck in unserer Gasse.

Hört ihr Musik beim Arbeiten?
Wir sind angefressene SRF 1 und 2 Hörerinnen. Da muss auch mal die Kundschaft leise sein.


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